Die Reise zum Mittelpunkt der Erde

OT:  Journey to the Center of the Earth 3-D  -  92 Minuten -  SciFi 
Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
Kinostart: 30.04.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Die Reise zum Mittelpunkt der Erde

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Mittlerweile sollte es den meisten aufgefallen sein, dass Hollywood in Zukunft vor allem auf das moderne 3-D Kino setzt. Zwar fehlt es hierzulande immer noch an einer ausgebauten Infrastruktur, aber man kann wohl davon ausgehen, dass sich das in absehbarer Zeit ändern wird. Denn für Hollywood ist es nur zu verständlich, dass man auf 3-D Filme setzt: Man kann höhere Eintrittspreise verlangen, bietet einen klaren Mehrwert gegenüber dem Heimkino, und kann sich vorerst auch gut gegen Raubkopierer wehren. Da die Filme, abgesehen von kleinen Abzügen in Punkte Helligkeit des Bildes, auch Spaß machen, scheint es eine Win-Win Situation zu sein. Aber das hilft Die Reise zum Mittelpunkt der Erde nur wenig, denn aus einem mittelmäßigen Film kann leider auch die 3-D Technik kein Meisterwerk machen.

Trevor Anderson (Brendan Fraser) ist Vulkanologe und hat nach dem Verschwinden seines Bruders Max (Jean Michel Paré) dessen Forschung übernommen. Mittlerweile sind 10 Jahre ins Land gezogen, seit Max vom Erdboden verschwunden ist, und Trevor soll sich einige Tage um seinen 13-jährigen Neffen Sean (Josh Hutcherson) kümmern, der seinen Vater nie richtig kennen gelernt hat. Doch durch eine glückliche Wendung kann er nun in dessen Fußstapfen waten, denn Trevor entdeckt eine Ausgabe von Jules Vernes „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“, vollgeschrieben mit handschriftlichen Notizen von Max, die darauf hindeuten, dass der Roman auf einer wahren Begebenheit basieren könnte. Also machen sich Trevor und Sean auf nach Island, wo anscheinend der Eingang ins Erdinnere auf sie wartet…

Es hätte ja durchaus interessant werden können, wenn man versucht hätte Jules Vernes Klassiker in 3-D zu verfilmen. Doch auch der Ansatz des Films, die Handlung in die Neuzeit zu verschieben, und auf den Roman Bezug nehmen zu lassen, hätte funktionieren können. Hätte können, wohl gemerkt, denn leider hat sich das Kreativteam völlig falsche Prioritäten gesetzt, sodass der Film leider kaum zu überzeugen weiß.

Der erste grobe Schnitzer ist schon einmal das Figurendesign, das von einem vollgetrunkenen Autor in Ausbildung zu stammen scheint. Prinzipiell gibt es im ganzen Film nur drei nennenswerte Rollen, auf die sich das ganze Konzept stützt, doch leider steht der Film dabei auf äußerst wackeligen Beinen. Trevor Anderson sollte eigentlich ein kluger Wissenschaftler sein, ist aber ein etwas trotteliger Buddy-Typ, der einzig und allein durch Brendan Fraser aufgewertet wird, da dieser zumindest Charisma in die ansonsten merkwürdige Rolle steckt. Dann bleibt noch der farblose Sean, der wohl als Identifikationsfigur fürs jüngere Publikum dient, und Hannah, die dem männlichen Publikum als Augenschmaus fungiert.

Das wars auch schon mit den menschlichen Elementen des Films, und warum man die beinahe einzigen drei Figuren im Film so dermaßen farblos gestaltet hat (Brendan Fraser reißt lediglich seine Standardrolle aus Die Mumie herunter, und ist damit wenigstens sympathisch), bleibt wohl auf ewig das Geheimnis der Produzenten. Aber man kann es auch schon erahnen: Eigentlich will Die Reise zum Mittelpunkt der Erde nämlich nur eine Achterbahnfahrt im Kino sein, die den Zuseher ein paar Effekte vorführt, während dieser abschalten kann, und die Sorgen rund um sich vergisst.

Dies ist jetzt nicht zwangsläufig etwas schlechtes, aber hier hat man sich das Vergnügungsparkmodell etwas zu sehr zum Vorbild genommen. Die 3-D Effekte geben sich zwar durch die Bank solide, aber recht mehr wie eine kleine Nummernrevue, an die sich der Zuseher mit der Zeit gewöhnt, ist auch schon nicht mehr drinnen. Ein durchgehendes Konzept oder ein ausgefeilter Spannungsbogen fehlt auch, aber auf einer simplen Achterbahnfahrt braucht man sich diesen auch nicht zu erwarten – nur die macht eben ausserhalb des Kinos noch mehr Spaß.

Die Abenteuer im Erdinneren werden schließlich auch relativ kleinspurig heruntergerasselt, und man kann ständig erkennen, dass man nicht besonders viel Kreativität in den Film gepulvert hat. Die Situationen kennt man alle zur genüge und wirken nach Schema F, und mit den lauwarmen CGI Effekten lockt man auch keinen mehr ins Kino. Gut, es gibt zweifellos einige solide Gags, Brendan Fraser sorgt zumindest für Sympathiewerte und für ein junges Publikum mag der Film sogar Spaß machen. Aber viel braucht man sich definitiv nicht erwarten.

Fazit:
Die Reise zum Mittelpunkt der Erde gibt sich als relativ inspirationslose Achterbahnfahrt, der es eindeutig an nennenswerten Höhepunkten mangelt. Der Film spielt lediglich einige billige 3-D Tricks aus, und versucht ansonsten vor allem als Ersatz für einen Vergnügungspark zu fungieren. Dies kann einem jüngeren Publikum vielleicht sogar bedingt Spaß machen, aber mich hat diese Vorgehensweise nicht sonderlich beeindruckt. Das völlig ideenlose Figurendesign macht dies Sache da auch nicht gerade besser.

Wertung:
5/10 Punkte

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