Beverly Hills Chihuahua

OT:  Beverly Hills Chihuahua  -  91 Minuten -  Komödie 
Beverly Hills Chihuahua
Kinostart: 30.04.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Beverly Hills Chihuahua

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Who let the Dogs out? Natürlich niemand anderes als die Walt Disney Pictures- Produktionsfirma, die auf den offensichtlich zeitlos erfolgreichen sowie seit kurzem erneut im Trend liegenden Hype rund um sprechende Tiere als Hauptfiguren setzt und mit Beverly Hills Chihuahua schon mit dem Titel Filmfans rund um den Globus in Angst und Schrecken versetzt. Doch damit nicht genug: Regie führt der mittlerweile für/durch seine Werke gefürchtete Raja Gosnell, der neben Absurditäten wie Big Momma’s House auch das zweifelhafte Vergnügen hatte, beide Scooby Doo Realverfilmungen in Szene zu setzen bzw. dem geneigten Publikum aufs Auge zu drücken.

Noch ein Indikator für potenziell vergeudetes Geld an der Kinokassa und niemals wiederbringbarer Lebenszeit gefällig? Jamie Lee Curtis, die seit mehr als einer Dekade in keinem einzigen vorzeigbaren Film (2 Halloween-Teile, Virus, Freaky Friday, Christmas with the Kranks u.a.) aufgetreten ist und hier gütigerweise nur als schnell vergessene Nebenrolle engagiert wurde. Vorläufiges Endergebnis dieser kleinen Vorab-Präsentation: Nicht genügend, setzen. Warum Beverly Hills Chihuahua aber dennoch bedingt sehenswert sein kann, ergibt sich erst bei näherer Durchleuchtung der Sachlage.

Zunächst zur Rahmenhandlung: Die Chihuahua-Hündin Chloe (gesprochen von Drew Barrymore) genießt ein Leben in Luxus und ohne Sorgen, da sie ihrerseits als Luxusartikel und bellende Handpuppe der Fashion-Ikone Viv (Jamie Lee Curtis) gehandelt wird. Aufgrund der dringlichen Wahrnehmung von Terminen muss Viv ihren kleinen Liebling Chloe jedoch kurzerhand in die Obhut ihrer chaotischen Nichte Rachel (Piper Perabo) geben, was schon nach kurzer Zeit desaströs endet. Bei einem Kurztrip nach Mexico geht die mit Schmuckhalsband ausgestattete Hündin verloren und landet in einer Kampfhundarena, wo sie mit Hilfe des Schäferhundes Delgado (gesprochen von Andy Garcia) flüchten kann. Während Rachel bei der Suche Unterstützung von Vivs mexikanischen Landschaftsarchitekten und dessen unsterblich in Chloe verliebten Chihuahua Papi (gesprochen von George Lopez) bekommt, erlebt das ungleiche Hundepaar auf dem Weg zurück ins sichere Beverly Hills allerlei haarsträubende Abenteuer…

Jawohl, haarsträubend. Nachdem beide Tiere aus einem fahrenden Zug gesprungen sind, in der mexikanischen Einöde von Berglöwen eingekreist werden und dem sicheren Tod ins Auge blicken, kommt der mit Abstand großartigste Gastauftritt aller Zeiten zum Einsatz: In einer die Bedrohung vertreibenden Staubwolke erscheint der Azteken-Chihuahua-Anführer Montezuma (samt Gefolge), der von niemand anderem als dem größten und vielseitigsten aller lebenden Tenöre gesprochen wird - Plácido Domingo.

Totgeglaubte leben länger: überflügelt von in dramaturgischer Hinsicht gelungenen CGI Produktionen wie Ratatouille, Over the Hedge oder Finding Nemo, scheint der mit tierischen Hauptcharakteren ausgestattete Realfilm / CGI-Hybrid seinen zweiten Frühling zu erleben – anders sind jüngst erschienene Werke wie Marley & Me, Hotel for Dogs oder eben das hier vorgestellte Beverly Hills Chihuahua kaum zu erklären. Die Bewertung bzw. Einstufung dieser Filme erweist sich als schwierig, da hier einerseits klar und ohne Rücksicht auf Qualitätsansprüche für die entsprechenden Zielgruppen produziert wird, andererseits dennoch Endprodukte vorliegen, die am Maßstab der genannten, teils Oscar-prämierten Werke zu messen sind.

Bedenkt man, dass mittlerweile Filme wie Wall-E erschienen sind, die trotz verniedlichender (High-End) Optik und einfachem Handlungsgerüst sowohl Erwachsene als auch Kinder in ihren zweifellos vorhandenen Charme einbinden und somit Emotionen jenseits von „Ach wie Süß“ hervorrufen, so scheint eine Produktion wie Beverly Hills Chihuahua eine rein kapitalorientierte Angelegenheit zu sein, die in jeder Hinsicht nicht banaler sein könnte. Angesichts der Handlung und vieler aufkommender Themen scheint man dies auch voll auszureizen: kein Klischee ist zu abgedroschen und kein falsches Bild zu absurd, um es nicht in irgendeiner Art und Weise auf die Leinwand zu bannen.

Nun kann man sich mit dieser strikten schwarz-weiß Malerei abfinden; die Darstellung von Mexiko, deren Einwohnern (Tierreich eingeschlossen) und der auftretenden Charaktere als beiläufig und nicht notwendiger Weise als unreflektiert abhandeln – dennoch stellt sich die Frage, ob man Kindern diese Art von Vergnügen anbieten sollte.

Die mit italienischen Ministiefletten, Designeroutfit und Chanel No.5 ausgestattete Chloe spiegelt in hohem Maße die Dekadenz einer Wohlstandsgesellschaft wieder, die jegliche Bezug zur Realität verloren hat und mittlerweile Hunde auf eine mehr als bedenkliche Art (sowohl für Tier als auch Besitzer) vermenschlicht hat. In einer kritischen Auseinandersetzung wäre das Aufgreifen dieses Themas natürlich sinnvoller, in Beverly Hills Chihuahua scheint allerdings niemals eine Conclusio gefunden zu werden – anders gesagt: Chloe lernt keine ernstzunehmende Lektion in Sachen Bigotterie, die komplette Rahmenhandlung läuft demnach inhaltlich im Leerlauf.

Anscheinend kann man sich keinerlei Gesellschaftskritik in solchen (Disney-) Produktionen erwarten, demnach ist die einzige Botschaft des Films auch die, das Tiere im Tierheim einen Platz benötigen. Dem gilt es vollinhaltlich zuzustimmen – aber muss man deswegen ins Kino gehen und die Produktionsfirma damit quasi unterstützen? Attraktion und Inhalt muss sich nicht gegenseitig ausschließen.

Fazit:
Zugegeben, Beverly Hills Chihuahua ist keineswegs so stümperhaft wie sein Titel dies anzudeuten vermag, dennoch ist er ausschließlich auf eine sehr junge Zielgruppe angewiesen bzw. ausgerichtet, die von bewegten bunten Bildern mit sprechenden Tieren angezogen werden. Im direkten Vergleich mit artverwandten Produktionen ist jedoch die mangelnde visuelle und dramaturgische Verwirklichung oftmals überdeutlich, mehr als teilweise solides Handwerk wird nicht geboten – toleriert man diese Tatsache, so kann der Film sogar vereinzelt zum schmunzeln einladen (sofern die Originalversion vorliegt und man mit politisch inkorrekten Darstellungen umzugehen weiß). Fraglich ist jedoch, ob man sein Geld nicht besser anderweitig investieren könnte.

Wertung:
2/10 Punkte

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