Spider-Man 3

OT: -  140 Minuten -  Action
Spider-Man 3
Kinostart: 01.05.2007
DVD-Start: 06.06.2012 - Blu-ray-Start: 06.06.2012
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Filmkritik zu Spider-Man 3

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Sam Raimi stand damals gewaltig unter Druck. Die ersten Comicverfilmungen feierten bereits Erfolge, und auf seinen Schultern ruhte die Last, mit Spider-Man einen der beliebtesten Comic-Helden auf die Leinwand zu bringen. Der Film schlug ein wie eine Bombe und sowohl Fans, als auch die breite Masse und sogar die Kritiker waren von dem Film begeistert. Im Jahr 2004 folgte dann der zweite Teil, der sogar noch besser als Teil Eins war und die Spider-Man Franchise in die höchsten Boxoffice Sphären beförderte. Insgesamt spielten beide Filme 1,6 Millarden US Dollar alleine im Kino ein. Umso höher waren die Erwartungen auf Teil drei. Um es vorweg zu nehmen: Die Brillanz von Spider-Man 2 erreicht er nicht, aber er liefert auf dem Niveau von Teil Eins solide Unterhaltung, die sehr viel Spaß macht.

 

Peter Parker alias Spider-Man (Tobey Maguire) scheint sein Leben das erste Mal richtig unter Kontrolle zu haben. Sowohl seine Beziehung mit Mary Jane (Kirsten Dunst), als auch sein Superhelden Dasein harmonieren ausgezeichnet. Er will Mary Jane einen Heiratsantrag machen, doch sein ehemals bester Freund Harry Osborn (James Franco) stellt sich ihm in den Weg. Um seinen Vater zu rächen tritt er dessen Erbe als Grüner Kobold an und macht Jagd auf Spider-Man. Doch bereits während deren ersten Kampf verunglückt Harry und stößt sich den Kopf. Er verliert sein Kurzzeitgedächnis und vergisst somit auch das Peter derjenige ist der seinen Vater auf dem Gewissen hat.

 

Während dessen flieht der Dieb Flint Marko (Thomas Haden Church) aus dem Gefängnis und auf der Flucht verirrt er sich in einem wissenschaftlichen Testgebiet und gerät mitten in ein radioaktives Experiment. Seine DNS wird mit Sand gekreuzt und als Sandman führt er nun verschiedene Überfälle durch um das Geld für die Operation seiner kranken Tochter zu beschaffen. Doch Peter wird nicht nur durch diesen neuen Superbösewicht auf trab gehalten: Eddie Brock (Topher Grace) macht ihm kräftig Konkurrenz als Fotograph und verkauft ebenfalls Bilder von Spider-Man an den Daily Bugle. Ausserdem wird Peter von einer merkwürdigen ausserirdischen Substanz befallen, die seine negativen Seiten hervorhebt. Er wird arrogant und überheblich und als er erfährt dass in Wirklichkeit Flint Marko hinter dem Tod seines Onkels Ben steckt, dreht er völlig durch. Der jetzt schwarz gekleidete Spider-Man bricht zu einem Rachefeldzug gegen Flint Marko auf und die dunkel Subtanz, die ihn befallen hat, verändert auch den privaten Peter Parker...

 

Eines fällt bereits bei dieser Inhaltserklärung auf: Spider-Man 3 ist deutlich größer und weitläufiger als seine beiden Vorgänger. Gleich drei bekannte Superschurken geben im Film ihr Können zu Preis. Sandman, der grüne Kobold und der unter den Fans äusserst beliebte Venom machen Spider-Man das Leben schwer. Auf Grund der vielen Figuren, die eingeführt und beleuchtet werden und schließlich auch zum Einsatz kommen wollen, hat Spider-Man 3 nicht viel Zeit den Figuren auch wirklich Tiefe zu verleihen. Die Geschichte nutzt sich recht bald ab, denn es wirkt doch so als würde sich dass Beziehungsdreieck zwischen Mary Jane, Peter und Harry dauernd wiederholen. Deshalb ergeben sich auch einige langatmige Passagen, die dem Film etwas Fahrt nehmen.

 

Auch auf die einzelnen Schurken wird nicht besonders gut eingegangen und besonders Venom wird etwas verheizt, da er im Film viel zu wenig Screen-Time bekommt. Flint Marko schließlich ist eine äusserst widersprüchliche Figur, bei der es den Machern sichtlich am Herzen gelegen ist ihn so wirken zu lassen als wäre er eigentlich gut, wird aber wegen seiner kranken Tochter zur Kriminalität gezwungen. Dies wird dem Zuseher förmlich in den Kopf gehämmert, da es Flint Marko wiederholt im Film sagt. Ausser durch seine Worte merkt man allerdings nichts von seiner guten Seele, da er eigentlich genauso handelt wie die anderen Schurken. Auch wirkt es etwas schwach, dass man den aus Teil Eins bekannten Mord an Peters Onkel plötzlich anders darstellt, nur um den Sandman in Peters Leben einzubauen.

 

Besonders Schade ist, dass Spider-Man 3 zwar viel erzählen will, aber gerade dadurch etwas auf seine Details vergisst. Dies ist auch der Grund, dass Nebenfiguren nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen. J.K. Simmons als Zeitungsmagnat ist wieder, genau wie in den ersten beiden Teilen das geheime Highlight des Films und auch hier ist er wieder eine Garantie für Lacher. Wenn er im Bild ist, wird es witzig, doch leider bekommt er nicht die Screen-Time die er verdienen würde. Ein weiterer Höhepunkt ist Sam Raimis langjähriger Weggefährte Bruce Campbell, der in der Rolle als französischer Oberkellner ebenfalls für Lachanfälle sorgt. Doch auch er hat leider nur einen sehr kurzen Auftritt.

 

Hier sind bis jetzt einige negative Punkte genannt worden, doch wie sehr wirkt sich das alles wirklich auf den Film aus? Die oben genannten Punkte sind objektive Kritikpunkte, die man nicht leugnen kann, aber auf den Unterhaltungswert des Filmes wirken sie sich kaum aus. Natürlich ergibt Spider-Man 3 durch diese Punkte nicht so einen straighten und kompakten Eindruck wie der zweite Teil, der auch weiterhin das klare Highlight der Serie bleibt, aber Spaß macht Spider-Man 3 auf jeden Fall. Vor allem die Actionszenen und die gesamte Tricktechnik des Films sind einfach atemberaubend.

 

Denn sobald sich Spider-Man durch die Straßenschluchten schwingt, oder die Schurken auch mal in den Kampfeinsatz kommen, sind die Storyprobleme vergeben und vergessen. Noch nie hat CGI schöner ausgesehen und dem Zuseher wird ein Adrenalinrausch der besonderen Art beschert. Das gigantische Budget des Films (je nach Quelle zwischen 250 und 300 Millionen Dollar) kann man ihn in jeder Sekunde anmerken und besonders der atemberaubend animierte Sandman weiß zu gefallen. Während der grüne Kobold und Venom Adrenalin ins Blut der Zuseher pumpen und vor allem durch spektakuläre Kämpfe begeistern, ist der Sandman einfach ein Fest für die Augen und faszinierend anzusehen.

 

Auch der Humor kommt nicht zu kurz und egal ob es ein Tobey Maguire ist, der in lockerem Schritt durch die Straßen von New York schlendert und seine neue böse Seite genießt, oder ob J.K. Simmons und Bruce Campbell den Zuseher Lachanfälle bescheren, der Unterhaltungswert ist immer gegeben. Die Krönung der Trilogie ist Spider-Man 3 leider doch nicht geworden. Dies liegt vor allem an der zu ambitionierten Story, die versucht alles unter einen Hut zu bekommen und einigen Szenen, die doch etwas weniger Kitsch vertragen hätten. Spaß macht der Film aber dennoch und beschert solide Unterhaltung auf Niveau von Teil Eins.

 

Fazit:

Spider-Man 3 macht Spaß, dass kann ich nicht bestreiten. Dennoch erweist sich die Story als zu weitläufig und kann deshalb nicht die kompakte Wirkung des zweiten Teils erreichen. Die Effekte sind allerdings deutlich über dem Niveau der Vorgänger und die Actionszenen können auf jedenfall überzeugen. Obwohl sich der Film also zunehmend in seinen Storyfäden verfängt, kann er dennoch dank seiner Kurzweiligkeit und seinem Unterhaltungswert überzeugen und ist für Fans der Vorgänger sicher keine Enttäuschung.

 

Wertung:

7/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 6.5/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 22
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Erstellt: 18.10.2015