Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt (Fluch der Karibik 3) (2007)

OT: - 168 Minuten - Abenteuer
Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt (Fluch der Karibik 3) (2007)
Kinostart: 24.05.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt (Fluch der Karibik 3)

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Gore Verbinski schaffte im Jahr 2003 etwas, was kaum ein Produzent in Hollywood für möglich hielt: Er schaffte es den längst totgesagten Piratenfilm neu zu beleben und mit Fluch der Karibik eine äusserst ertragreiche und beliebte Franchise zu etablieren. Nachdem der erste Teil stolze 630 Millionen Dollar im Kino eingespielt hatte, wurden Teil zwei und drei, wie bei Matrix, an einem Stück abgedreht und Fluch der Karibik 2 schaffte es sogar den ersten Teil noch einmal zu übertreffen. Am Ende spielte der Film über eine Milliarde Dollar ein und avancierte somit zum dritterfolgreichsten Film aller Zeiten. Am 24. Mai kommt nun das vorläufige Ende der Piratensaga in unsere Kinos und man darf gespannt sein ob sich die Erfolgsgeschichte fortsetzen wird.

 

Am Ende von Fluch der Karibik 2 wartete ein böser Cliffhanger auf die Zuseher: Captain Jack Sparrow (Johnny Depp) wurde von Davey Jones' (Bill Nighy) Riesenkrake verspeist und die beiden Verliebten Will Turner (Orlando Bloom) und Elizabeth Swann (Keira Knightley) müssen nun mit Hilfe des von den Toten zurückgekehrten Captain Barbossa (Geoffrey Rush) versuchen Jack in die Welt der Lebenden zurückzuholen. Dazu hat Barbossa auch schon eine Idee: Mit Hilfe des Piratenfürsten Captain Sao Feng (Chow Yun-Fat) stellt er eine Crew zusammen und macht sich auf zum Ende der Welt.

 

Dort erwartet alle der Tod, da dies die einzige Möglichkeit ist um zu Jack zu gelangen. Dieser lebt seit seinem Besuch bei der Riesenkrake in einer sehr skurrilen Welt, in der sein Schiff mitten in einer Sanddüne steckt und der Captain nur eine Crew zur Verfügung hat, die aus lauter Klone seiner selbst besteht. In dieser Welt treffen nun die Suchenden auf den Gesuchten und müssen gemeinsam einen Ausweg aus der misslichen Lage finden. Denn in der Welt der Lebenden hat sich seit Jacks Tod auch einiges verändert: Die East India Trading Company ist in Besitz von Davy Jones' Herz und kann nun frei über diesen verfügen. So rotten sie systematisch alle Piraten aus und es liegt an Jack und seiner Crew ein Treffen aller neun Piratenfürsten einzuberufen, da diese das einzige Mittel gegen Davy Jones haben: Mit einem gemeinsamen Beschluss können sie das mysteriöse Wesen Calypso beschwören...

 

Fluch der Karibik 2 musste bereits von eingen Kritikern Schelte einstecken, da er eigentlich keine vollständige Story erzählte, sondern nur die Fäden ausbreitete und als Einleitung für den dritten Teil diente. Man muss zwar zugeben, dass Fluch der Karibik 2 nicht mehr den Charme des ersten Teils hatte, aber dafür war er eine zum Brüllen komische Unterhaltungsshow, der seine Vorzüge sehr gut präsentieren konnte. Teil eins war eben etwas Neues und versprühte deswegen schon einen besonderen Charme, doch Teil zwei war noch eine Spur witziger und mir persönlich fällt es schwer einen Favoriten auszuwählen. Beide haben ihre Vorzüge und ich oute mich an dieser Stelle als Fluch der Karibik Fan. Umso trauriger ist es für mich zu sagen dass der dritte Teil eine kleine Enttäuschung war. Nicht völlig daneben, aber deutlich schwächer als seine Vorgänger.

 

In der Filmwissenschaft gibt es einen Begriff, der eines der großen Probleme des Films sehr gut beschreibt: Deus-Ex-Machina (=Der Gott aus der Maschine). Natürlich gibt es diesen Ausdruck nicht nur in der Film- und Theaterwissenschaft, aber in diesem Fachbereich bedeutet er folgendes: In verschiedenen griechischen Tragödien wurde kurz vor der Eskalation ein Gott von einer Maschinerie heruntergelassen, der dann einen Machtspruch sprach und somit das Drama auflöste. Diese Vorgehensweise bezeichnet also eine äusserst billige Lösung für ein Problem. Und von diesen unausgegorenen Lösungen läuft Fluch der Karibik 3 beinahe über.

 

Die Ausgangslage, dass Jack Sparrow spontan von den Toten zurückgeholt wird, stellt hier nur die Spitze des Eisbergs dar. Die Filmemacher habe es hier vollkommen versäumt dem Zuseher plausible Lösungen für die verschiedenen Probleme zu bieten. Viele Szenen wurden nur reingeflickt um auf irgendeinen Weg die Geschichte weiterzubringen und auf das Finale hinzubewegen. Auf Nachvollziehbarkeit wird absolut keinen Wert gelegt. Captain Barbossa wird gebraucht, also erweckt man ihn einfach von den Toten. Ein bischen Abwechslung wäre gut, also wechseln diverse Charaktere sprunghaft ihre Ansichten und hüpfen zwischen den Fronten hin und her. Ich will hier nicht zuviel verraten um den Zusehern nicht die Spannung zu rauben, aber die gekünstelten Lösungen der Konflikte, trüben den Gesamteindruck doch deutlich.

 

Doch man hätte dies verschmerzen können, wenn der Unterhaltungswert genauso hoch wäre wie in den ersten beiden Teilen. Doch selbst auf dieser Ebene kann Fluch der Karibik 3 nicht durchgehend überzeugen. Es schleichen sich leider viel zu viele Längen in den Film ein und manche Szenen sind nicht wirklich witzig, sondern schon fast lächerlich. Zu erwähnen sind hier besonders die Klone von Jack Sparrow, die Zeit in seiner persönlichen Hölle und vorallem die Verwandlung von Calypso, die schon fast an einen drittklassigen Film erinnert.

 

Doch wenn man ehrlich ist, hatten auch die beiden Vorgänger ihre Macken, doch es gab einen Aspekt, der sie alle ausbügelte: Johnny Depp als Captain Jack Sparrow. Alleine diese Figur lies die Fluch der Karibik Saga zu etwas besonderem werden und dies ist keineswegs ein Geheimnis. Umso überraschender ist dass die Produzenten die Figur nun etwas untergehen lassen. Im ersten Teil baute Johnny Depp den Mythos seiner Figur auf. Im zweiten Teil haben die Macher folgerichtig den Fokus sehr auf ihn gelegt und so für großartige Unterhaltung gesorgt. Warum man ihm nun im Finale so wenig Screen-Time gibt und sich somit selbst um gute Szenen bringt ist mir ein Rätsel.

 

Denn die Szenen in den Johnny Depp vorkommt sind immer noch sehr witzig, doch es gibt viel weniger davon als noch in den Vorgängern. Stattdessen versucht man die nur durchschnittliche Story auf skurrilem Wege vorwärts zu bekommen und verliert sich etwas in Nebensächlichkeiten. Als Zuseher hat man nicht immer wirklich genau den Durchblick warum gerade irgendwelche Handlungen stattfinden und ist dementsprechend nicht mit voller Anspannung dabei. Auch die lang angekündigten Szenen mit Rolling Stone Keith Richards waren den Rummel im Endeffekt nicht wert. Zwar liefert er als Jack Sparrows Vater und Hüter über den Piratenkodex eine sehr gute Leistung, aber seine sehr kurze Screen-Time verhindert auch an dieser Stelle einiges. Da wäre mehr möglich gewesen.

 

Bereits in der ersten Szene des Films wird dem Zuseher klar dass dieser Teil anders als seine Vorgänger wird: In den ersten beiden Teilen konnte man immer Jack Sparrow am Beginn sehen, der in einer kurzen Szene gleich das Eis brach und für Witz sorgte. Teil drei beginnt nun mit einer Hinrichtung und lässt dem Zuseher das Lachen im Hals stecken bleiben. Denn es ist mehr als Fragwürdig ob ein Unterhaltungsfilm mit der Hinrichtung eines kleinen Jungen beginnen muss. Auch ansonsten schleichen sich viele unappetitliche Szenen ein und einige Sequenzen wirken etwas zu brutal um in dieses Abenteur zu passen. Nicht dass der Film wirklich heftig wäre, aber Unterhaltung und Mord verträgt sich eben nicht so wie es hier gezeigt wird.

 

Natürlich ist Fluch der Karibik 3 kein völliger Reinfall. Dies ist wieder einmal dem sympathischen Piratenflair und einem grandiosen Johnny Depp zu verdanken, aber das Drehbuch beschränkt den Film wirklich an allen Ecken und Enden. Es ergeben sich viel zu viele unlogische Szenen, die nur eingebaut worden sind um die Geschichte auf möglichst einfachen Weg weiter zu bringen. Auch der Unterhaltungswert ist deutlich niedriger als in den beiden Vorgängern und viele Stellen sind ziemlich langweilig geworden. Deshalb kann ich Fluch der Karibik 3 einfach nicht mehr als 6 Punkte geben. Und das als großer Fan der Vorgänger.

 

Fazit:

Fluch der Karibik 3 ist leider in allen Punkte schwächer als seine Vorgänger. Der Film benutzt absolut unlogische Einfälle um seine Konflikte zu lösen und kann leider nicht einmal auf Unterhaltungsebene durchgehend überzeugen. Der wichtigste Pluspunkt der Franchise, Captain Jack Sparrow, wurde etwas in den Hintergrund geschoben und so ergeben sich einige Längen, die nicht nötig gewesen wären. Auch einige unappetitliche Szenen und etwas unpassende Momente, wie die Hinrichtung eines kleinen Jungen, lassen dem Zuseher das Lachen im Hals stecken bleiben. Fluch der Karibik 3 ist sicherlich ein ganz unterhaltsamer Film, der aber dennoch deutlich schwächer als seine Vorgänger ist. Schade.

 

Wertung:

6/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 6.7/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 47
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