Religulous

OT:  Religulous  -  100 Minuten -  Dokumentation 
Religulous
Kinostart: 03.04.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Religulous

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Anhänger der großen Weltreligionen haben es derzeit nicht besonders leicht. In Afrika predigt der Papst, wie teuflisch nicht Verhütungsmittel seien, kaum vergeht ein Tag, an dem ein islamischer Hassprediger nicht zum globalen Dschihad aufruft, und der erneut aufkeimende Antisemitismus in der westlichen Welt ist ebenfalls nicht von der Hand zu leugnen.

Late-Night Talker und Comedian Bill Maher begibt sich mit BORAT-Regisseur Larry Charley auf die Reise um den Globus, um Menschen mit verschiedenen, aber zumeist sehr radikalen religiösen Ansichten zu treffen: Vom holocaustleugnenden Rabbiner bis hin zur Jesus-Inkarnation, von eidechsenschuhentragenden Predigern bis hin zu islamischen Predigern, für die Antisemitismus selbstverständlich nicht existiert – hier wird alles nach dem Prinzip „der nächste Bitte“ durchgereiht.

Mahers Ansatz dabei ist recht simpel: Mit möglichst einfachen Fragen will er seine Interviewpartner aus der Reserve locken um sie zu möglichst absurden religiösen Aussagen hinzureißen. Das Konzept hat immerhin schon bei BORAT wunderbar funktioniert und geht auch hier auf. Selbstverständlich regen Szenen wie jene in der Trucker-Kirche, in der Kifferstube oder bei der tagtäglich für Touristen inszenierten Kreuzigung zum Lachen an. Zusätzlich unterstreichen die suggestive Montage sowie zahlreiche Textinserts die Lächerlichkeit mancher Aussagen.

Dennoch verhaftet Mahers Manifest gegen religiösen Wahnsinn viel zu sehr an der Oberfläche. Er zeigt beinahe ausschließlich Extremfälle von Fundamentalismus in den Weltreligionen, anstatt sich mit gemäßigten Gläubigen abzugeben. Im Gedächtnis bleiben daher viel eher die überraschenden Momente, in denen sich ein katholischer Priester am Petersplatz ganz klar gegen viele biblische Ansichten ausspricht, oder ein anderer erklärt, was wir ohnehin schon vermutet haben, nämlich, dass die Bibel keine wissenschaftliche Abhandlung ist. Absurd dann der Schluss des Films, wenn sich Maher selbst in die Pose eines Predigers begibt und uns, die wir gewissermaßen Opfer des religiösen Wahnsinns der anderen sind, auffordert, zu retten, was noch zu retten ist.

Dass man scheinbar nicht nur mit Religion, sondern auch mit Religionskritik erfolgreich sein kann, bewies RELIGULOUS (ein Wortspiel, das sich aus „religion“ und „ridiculous“, dem englischen Wort für lächerlich zusammensetzt) bereits an den US-Kinokassen, wo der Film 13 Mio. Dollar einspielte. In Österreich wird ihm dieser Erfolg wahrscheinlich nicht blühen. Hier startet der Film vorerst nur im Gartenbaukino in Wien.

Wertung:
5/10 Punkte

Filmering.at
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