Crank 2: High Voltage

OT:  Crank 2: High Voltage   -  xx Minuten -  Action 
Crank 2: High Voltage
Kinostart: 17.04.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Crank 2: High Voltage

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Im Jahr 2006 schafften die beiden Filmemacher Mark Neveldine und Brian Taylor mit einem hippen und radikalen Genrebeitrag ihren Durchbruch. Ihr Film Crank war gleich auf mehreren Ebenen etwas ganz besonderes. Zum einen konnten sie mit dem großartigen Jason Statham einen Hauptdarsteller für sich gewinnen, der steil auf dem Weg nach oben war, und einer der Top-Actionhelden unserer Zeit ist. Zum anderen scherten sie sich einen Dreck um politische Korrektheit oder sonstiges. Ihr Film war einfach ein rasanter Trip, voll mit Skurrilitäten und absurden Situationen. Und es funktionierte großartig.

Sie hatten sogar den Mut ihren Helden am Ende aus einem Hubschrauber in den vermeintlichen Tod stürzen zu lassen. Zwar gab es am Ende noch ein Augenblinzeln als Lebenszeichen, aber so richtig ernsthaft konnte man nicht mit einem Wiedersehen mit Chev Chelios rechnen. Doch natürlich muss sich auch ein gelungener Film und engagierte Filmemacher, den Regeln Hollywoods beugen, und wenn ein Film nun einmal Geld macht, dann muss es scheinbar auch eine Fortsetzung geben. Dass die Qualität dabei oft auf der Strecke bleibt, zeigt nun Crank 2: High Voltage mal wieder eindrucksvoll.

Der Film knöpft genau dort an, wo der erste Teil geendet hat: Chev Chelios (Jason Statham) klatscht auf dem Asphalt auf, und ist scheinbar tot. Doch so schnell kann man einen Typen wie ihn nicht umbringen. Er wird von der Straße aufgesammelt, denn der Triadengangster Johnny Vang (Art Hsu) hat große Pläne mit ihm: Er will seine Organe ausschlachten und verkaufen. Doch für sein Herz gibt es eine noch wichtigere Aufgabe: Es soll Vangs schwächelnden Oberboss eingesetzt werden. Chev wird in der Zwischenzeit mit einem elektrischen Herz am Leben gehalten. Doch er wacht auf, und will sein eigenes Herz zurück…

Ich habe es bereits bei der Einleitung zu Crank geschrieben, und ich werde nicht müde es auch hier wieder zu erwähnen: Jason Statham ist ein hervorragender Actiondarsteller, der sich als einer der wenigen mit den Actionstars der 80er Jahre messen kann. Quasi als Ritterschlag wurde er auch in Slyvester Stallones All-Star-Ensemble von The Expendables berufen. Statham nimmt man seine Rolle als tougher Kerl wirklich ab, und man glaubt ihm seine zynischen Kommentare, was ihn in starken Kontrast zu den vielen anderen Möchtegernhelden stellt.

Doch in Crank 2: High Voltage kann auch ein Jason Statham nicht mehr viel herausreissen, wenngleich er einer der wenigen eindeutigen Pluspunkte des Films bleibt. Der Grund für das Versagen des Films ist einfach: Das Monster Hollywood, das magisch von Geld angezogen wird, hat wieder einmal erbarmungslos zugeschlagen. Man kann es sich richtig plastisch vorstellen wie hier das Sequel am Reißbrett entworfen wurde. Was hat den ersten Teil ausgemacht? Kleine Anzüglichkeiten, ein gewisses Gewaltlevel, skurrile Figuren und überzogene Actionsequenzen. Gemäß der Standardformel für Sequels hat man nun einfach alle diese Punkte genommen und noch weiter getrieben.

Das große Problem dabei ist nur, dass sich Crank schon ziemlich ans Limit bewegte und eben gerade nicht darüber hinausschoss, was ihn zu einer solch radikalen Adrenalinachterbahn machte. Da die Fortsetzung überall noch eins draufsetzen will, stimmt die Mischung nicht mehr, der Film zündet nie richtig und schließlich sorgen die ständigen inspirationslosen Schnellschüsse einfach nur mehr für Ermüdung. Denn so leicht wie man es sich hier machte, kann man nun mal keinen erfolgreichen Film planen, und wenn man rückblickend auf die wirklich guten Sequels der Filmgeschichte zurückblickt (Der Pate 2, Terminator 2), dann wird man erkennen, dass man in diesen Filmen nicht einfach nur das Konzept des Vorgängers aufgeblasen hat, sondern genauso kreativ wie beim ersten Teil ans Werk ging.

Von Kreativität fehlt in Crank 2: High Voltage aber leider jede Spur. Das Konzept fühlt sich merkwürdig vertraut an, nur dass Chev Chelios hier nicht dem nächsten Adrenalinstoß, sondern dem nächsten Elektroschock hinterher jagt, aber das hat den Film eigentlich nur wenig beeinflusst. Genau wie im ersten Teil gibt es auf dem Weg zum Ziel viel Gewalt (nur diesmal leider etwas übertrieben dargestellt, was den Spaßfaktor bremst), einiges an nackter Haut (natürlich inklusive der obligatorischen Sexszene in der Öffentlichkeit) und vor allem ausreichend Action, bis am Ende der Oberboss gestellt wird.

Der Weg zum Ziel ist also ziemlich ähnlich, nur mit dem kleinen Unterschied, dass sich dieser in Crank noch frisch und vor allem unterhaltsam präsentierte. Crank 2: High Voltage leidet aber leider an viel zu überzogenen Figuren, aber ganz besonders an der expliziteren Gewalt, die leider nicht mehr ins Spaßkonzept des Films passt, da sie ganz einfach schon zu ekelig wird. Wie wenn sich ein Gangster zum Beispiel als Strafe die Brustwarzen selbst abschneiden muss, und einem anderen die Ellbogenspitzen abgehackt werden, wobei natürlich die Kamera immer voll drauf hält. Sorry, aber da geht der lockere Unterhaltungswert flöten, und der erste Teil hat die Balance einfach viel besser gehalten.

Filmtechnisch ging man natürlich einen ähnlichen Weg wie im Vorgänger, was in diesem Fall als Pluspunkt zu verstehen ist. Denn der Schnitt gibt sich gewohnt rasant, durch zahlreiche Tricks wird das Tempo gesteigert, und durch einige absurde Einschübe (Stichwort Trash-Kampf im Elektrowerk) wird Abwechslung in die Geschichte gebracht. Der einzige Unterschied: In Crank bildeten Form und Inhalt eine Einheit, die sich insgesamt äußerst rasant und fetzig gab, aber Crank 2: High Voltage hat leider zu wenig interessanten Inhalt, sodass die temporeiche Inszenierung etwas in der Luft hängt. Insgesamt gesehen ist Crank 2: High Voltage also ein höchst durchschnittlicher Film geworden, der zwar insgesamt gesehen kurzweilig bleibt, sich aber in keiner Sekunde mit dem rasanten Vorgänger messen kann.

Fazit:
Crank 2: High Voltage ist leider das klassische Produkt einer lieblosen Hollywoodbeziehung. Man hat einfach die Zutaten des Vorgängers weiter aufgeblasen und gehofft, dass es schon irgendwie klappt. Doch da sich der erste Teil schon ziemlich am Limit bewegte, schießt der Nachfolger nun in allen Punkten über das Ziel hinaus: Die Gewalt ist zu explizit und unsinnig für das Unterhaltungskonzept, die Figuren sind allesamt viel zu abgedreht und nervtötend (von Chev Chelios abgesehen) und überhaupt bietet der Film viel zu wenig reizvolle Inhalte um sein rasendes Tempo mit Unterhaltung zu füllen. Lediglich Jason Statham und Amy Smart sorgen mit ihren beiden, äußert körperlichen, Rollen für Spaß, aber insgesamt kann dies Crank 2: High Voltage nicht aus der Mittelmäßigkeit retten. Dann doch lieber den ersten Teil noch einmal ansehen. Der unterhält nämlich wesentlich besser.

Wertung:

5/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 6.4/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 40
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