The Unborn

OT:  The Unborn   -  88 Minuten -  Horror 
The Unborn
Kinostart: 13.03.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Warum sollte man sich einen schlechten Film im Kino anschauen? Einen Film, der sich selbst zwar als Horrorfilm betitelt, aber dennoch die bemerkenswerte Eigenschaft besitzt, von der ersten bis zur letzten Minute vollkommen harmlos, uninteressant und erstaunlich angstfrei zu sein. Die schlichte Antwort auf die Eingangs gestellte Frage lautet: keine Ahnung. Es gibt eigentlich kaum einen triftigen Grund sich diese grotesk unglaubwürdige Aneinanderreihung an Horrorfilmklischees anzutun. Einzig vielleicht aus kurioser Neugier, aber das war’s dann auch schon. The Unborn ist ein 08/15 Film vom Anfang bis zum bitteren Ende, ohne jegliche interessante Wendungen oder Neuerungen zu zeigen. Das Schlimmste daran ist, dass sich der Film auch noch ernst nimmt und vom Zuschauer tatsächlich verlangt diese Ansammlung von längstens und bestens bekannten Szenen aus unzähligen anderen Filmen zu akzeptieren und zu glauben. Aber glaubwürdig ist der Film in keiner Minute. Wodurch der Film auch in keiner Minute an einen Horrorfilm erinnert. Denn um Angst und Schrecken zu empfinden, muss der Zuschauer das Gesehene glauben, andernfalls langweilt er sich höchstens zu Tode.

Aber gibt es nicht vielleicht doch irgendeine Rechtfertigung sich diesen Film dennoch anzusehen? Na ja immerhin hat der Film eine junge, hübsche und knackige Hauptdarstellerin, die zumindest in der ein oder anderen Szene nur in kurzen Hemd und Höschen durch die Gegend rennt. Immerhin hat der Film einen Gary Oldman, der ohnehin immer sehenswert ist, selbst wenn er sein (in letzter Zeit viel zu selten gesehenes) Schauspieltalent für so ein Werk prostituieren muss. Das sind zumindest zwei Gründe sich diesen total missglückten Horrorfilm anzusehen. Die Handlung spielt dabei eigentlich gar keine so große Rolle, dient sie doch viel eher als Schablone für angeblich grauenhafte Szenen und angsteinflößende Momente. Doch darauf muss man vergebens warten.

Eine junge Frau (die junge und knackige Odette Yustman) muss gegen einen bösen Geist ankämpfen, der langsam von ihr Besitz ergreift und alle in Gefahr bringt die sich in ihrer Nähe befinden. Bei diesen bösen Geist handelt es sich um ein bestimmtes ungeborenes Wesen. Das alles hat zudem mit ihrer eigenen Familiengeschichte zu tun und mit Menschenexperimenten der Nazis im zweiten Weltkrieg. Wie das alles zusammenhängt sei hier nicht verraten, damit nicht der letzte Rest an Spannung verloren geht. Und auch die Handlung soll an dieser Stelle nicht genauer erläutert werden, einfach aus dem Grund, weil es dazu nichts mehr zu sagen gibt, mehr Handlung bietet The Unborn nicht.

Wer in diese Kritik nun Zynismus reininterpretiert, mag in seiner Sicht der Dinge gar nicht so falsch liegen. Es fällt einfach schwer einen derartigen Film wirklich ernst zu nehmen. Man fragt sich unweigerlich, ob der Regisseur uns bloß auf den Arm nehmen will oder ob er das tatsächlich ernst meint, was er uns da auf die Leinwand zaubert. Man stellt sich unweigerlich die Frage, ob der Drehbuchautor tatsächlich weiß was er da tut und wie er es überhaupt geschafft hat, dass jemand dieses Drehbuch produziert. Es ist allerdings irgendwie bezeichnend, dass sich kein Regisseur für dieses Buch gefunden hat und stattdessen der Drehbuchautor lieber selbst die Zügel in die Hand genommen hat. Viel Unterschied hätte es ohnehin nicht gemacht, wenn jemand anderer Regie geführt hätte. Selbst der beste Regisseur hätte aufgrund dieser Basis keinen guten Film machen können. Die einzige Möglichkeit wäre gewesen das Drehbuch wegzuschmeißen und neu zu schreiben. Aber scheinbar wollte sich hier keiner die Mühe machen und wirklich viel Arbeit in die Entwicklung des Drehbuchs stecken. Stattdessen hat man sich vielleicht gedacht man würfelt einfach irgendwas zusammen. Man nimmt ein paar schockierende Szenen in denen irgendwer irgendwo plötzlich auftaucht, würzt das mit hübschen, jungen Darstellern und gibt dann noch ein bisschen jüdische Volklore und Mystizismus dazu, und schon hat man seinen Horrorfilm. Doch so einfach ist das nicht.

The Unborn mangelt es in erster Linie an einem vernünftigen und glaubhaften Drehbuch. Dicht gefolgt von einer originellen und einfallsreichen Regie. Ganz zu schweigen von guten Schauspielern, denn mit Ausnahme von Gary Oldman und Carla Cugino befindet sich kein Darsteller in dieser ganzen Riege, der auch nur im entferntesten eine Art von schauspielerischem Talent zeigt. Und nicht mal die zwei genannten Schauspieler, die normalerweise durchaus Talent haben, schaffen es hier zu überzeugen. Das liegt aber wohl an den absolut flachen und eindimensionalen Charakteren, die sie mühsam versuchen müssen zum Leben zu erwecken. Nicht mal die besten Schauspieler könnten derart leblosen Figuren auch nur die Spur von Leben einhauchen. Zumindest den Umstand, dass ein derartiges Unterfangen zum Scheitern verurteilt ist, beweist dieser Film auf eindrucksvolle Art und Weise. Somit dient der Film vor allem als abschreckendes Beispiel. Hoffentlich und endlich läutet dieser Film das Ende einer ewig langen Reihe an sinnlosen und enttäuschend spannungsarmen Teenager-Horrorfilmen ein. Zumindest das würde dem Film, retrospektiv betrachtet, einen positiven Aspekt verleihen.

Doch am Ende zählt nur das was Erfolg hat. Und wenn dieser Film ein Publikum finden wird, dann werden wir auch weiterhin mit Filmen dieser Art beglückt. Dann ist das Ende von solchen Filmen nicht in Sicht. Aber trotzdem lässt sich sagen, dass dieser Film zumindest hübsch anzusehen ist, einen besonders guten Schauspieler beinhaltet, der zwar hier dennoch sehr schwach spielt, und zudem ein Film ist, aus dessen Fehler jeder andere Filmemacher hoffentlich etwas lernen kann.

Fazit:
The Unborn ist ein Film der besser nicht das Licht der Kinowelt erblickt hätte. Es ist ein Film der überhaupt nicht gemacht hätte werden sollen. Wer ihn sich dennoch anschauen will, soll zumindest an der geradezu absurd schlechten Qualität der Geschichte, des Drehbuchs und der Schauspieler seinen Gefallen finden. Positiv ist einzig und allein die hübsche Hauptdarstellerin und Gary Oldman, der hier zwar auch sehr schwach agiert, aber dennoch immer nennenswert ist. Negativ ist alles andere.

Bewertung:
2/10 Punkte
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Liste von shitneyy
Erstellt: 20.05.2015