Contact High

OT: Contact High - 98 Minuten - Komödie
Contact High
Kinostart: 17.04.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Contact High

Von am

Erinnert sich noch jemand an das wohl berühmteste Kifferduo Cheech & Chong, die mit Filmen wie VIEL RAUCH UM NICHTS in den 70ern und 80ern das Genre des „Stoner-Movies“ begründeten und prägten? Muss man nicht unbedingt kennen, schon gar nicht, wenn man CONTACT HIGH sieht. Der neue Film von Michael Glawogger (dessen anderer neue Film DAS VATERSPIEL ebenfalls demnächst in den Kinos anlaufen sollte) zählt ebenfalls zu diesen Kiffer-Filmen, beschwört den Geist der 70er Jahre zumindest in puncto Ausstattung und Design herauf – am Ende verziehen sich aber die Rauchschwaden und bis auf stickige Luft bleibt nichts übrig…

Allein die Story selbst ist Kifferwahnsinn par excellence: Ein spanischer Gangsterboss hat eine Tasche in Polen verloren. Er heuert den in Wien lebenden Mechaniker Harry (Detlev Buck) an, der ihm die Tasche zurückbringen soll. Dieser wiederum würde sich viel lieber mit seinen blonden Mechanikerkollegen vergnügen und gibt den Auftrag daher an den Kleinkriminellen Schorsch (Georg Friedrich) ab, der auch lieber die 24 Stunden von Le Mans im Fernsehen schauen möchte. Seine Freundin Mao (Pia Hierzegger) hat eine zündende Idee: Sie reicht den Auftrag an die beiden Steirerbuam Hans Wurst (Raimund Wallisch) und Max Durst (Michael Ostrowski), die in ihrer Würstelbude Käsekrainer brutzeln (und sich Joint after Joint reinziehen), weiter. Und so heißt es ab nach Polen für die beiden, die von Schorsch und Harry im Ford Mustang beschattet werden. Die Ereignisse überschlagen sich – spätestens als Max in der polnischen Dorfdisse einen blonden Engel (Hilde Dahlik) kennen lernt – mit magischen Pilzen im Bauch und voll auf CONTACT HIGH…

Nimm doch einen Joint, mein Freund…

Ja, Drogen sind lustig und vor allem Menschen, die Drogen nehmen immer wieder zu tollen Aktionen befähigt und so rein gar keine Gefahr für ihr Umfeld. Okay, dass CONTACT HIGH als Komödie kein Betroffenheitskino darstellen will und auch den moralischen Zeigefinger in keinster Weise hebt – das hätte man vorhersehen können und das verlangt wohl auch keiner. Will ich mir die negativen Auswüchse der magic-mushrooms, von Kokain und Speed und was weiß ich ansehen, so führe ich mir CHRISTINE F. zu Gemüte, oder wandere einfach mal die Karlsplatz-Passage ab. Dennoch: Dass sogar ein Mädchen von unter zehn Jahren in die Story als quengelnder Quälgeist eingebaut wird, das dann aber einen Zaubertrank aus Pilzen brauen darf und fortan als lieb und brav gilt, empfinde ich als etwas grenzwertig.

Aber hier geht es nicht um irgendwelche Geschmackspräferenzen meinerseits. Muss es auch nicht, denn der Film disqualifiziert sich ohnehin selbst – durch seine angestrengte Machart, die Trips immer absurder erscheinen zu lassen, und gen Finale Gesetze von Zeit und Raum und Schwerkraft aufhebt (und dabei völlig auf seine „Geschichte“ vergisst). Zudem kommt man sich erst richtig verarscht vor, wenn man den völlig uninspiriert typegecasteten Schauspielern zusieht: Georg Friedrich als cholerischen Prolo-Wiener mit blonder Langhaarfrisur, Detlev Buck einmal mehr als sich selbst, Michael Ostrowski nie um einen wenig treffsicheren Spruch verlegen und irgendwie ganz besonders selbstverliebt sowie Hilde Dahlik als Eyecatcher. Das mag zwar alles nett sein, ist aber eben nicht mehr: Keine Ecken, keine Kanten, nichts, was wir nicht schon besser und vor allem „nüchterner“ gesehen hätten.

Und schließlich: Die schiere Unlustigkeit, an der die so genannte „Komödie“ krankt. „Ein Lacher ist nicht zu verachten“ – sagte schon Ernst Lubitsch – und dann kommt CONTACT HIGH des Weges und wirkt, als hätten ein paar junge Männer im eigenen Drogenwahn dazu hingerissen, zu Stift und Notizblock zu greifen und versucht, immer wieder einen „Gag“ draufzusetzen – solange, bis das Konstrukt schon längst in sich zusammengebrochen ist – und trotzdem fabuliert man munter weiter und lässt die magic mushrooms wirken.

Fazit:

Eins lässt sich einfach nicht hinwegleugnen: Eine Komödie lebt von zündenden Gags (kaum vorhanden) und skurrilen Einfällen. Immerhin zu letzteren hat es gereicht, wenn Ostrowski und Wallisch im Hotelzimmer aufwachen und alles viel kleiner um sie herum ist. Leider gibt es derartige Finesse viel zu selten in CONTACT HIGH. Wie schon oben gesagt: Nachdem die Joints geraucht sind, bleibt nur schlechte Luft übrig. Ein uninspiriertes Schaulaufen, ein dummer Film, den – nichtsdestotrotz – viele Menschen sehen und vermutlich sogar lustig finden werden.

Wertung:
3/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 6.8/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 10
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