Mord ist mein Geschäft, Liebling

OT:  Mord ist mein Geschäft, Liebling   -  109 Minuten -  Komödie 
Mord ist mein Geschäft, Liebling
Kinostart: 06.03.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Comedians haben es stets schwer in Filmen ihrem gewohnten Charakter, den man aus ihren Shows kennt, zu entkommen. Unweigerlich denkt man immer an ihre Auftritte als Komiker und sieht dadurch weniger die eigentliche Filmfigur, sondern stattdessen den Komödianten der die Figur spielt. Dies gilt auch für Rick Kavanian und Christian Tramitz, die man sofort mit der Bullyparade in Verbindung bringt. Dass Comedians aber trotzdem unterhaltsame Figuren spielen können, beweisen diese zwei so eben genannten Darsteller in Mord ist mein Geschäft, Liebling. Wobei der Humor des Films nicht auf den Schauspielern an sich aufbaut, sondern viel eher der Handlung und den Charakteren immanent ist, die von selbst für die Unterhaltung sorgen sollten.

Sollten, da es oft nicht gelingt. Dabei ist die Ausgangssituation des Films die einer typischen Verwechslungskomödie, die durchaus humoristisches Potenzial hat und im Grunde den ganzen Film hindurch für eine gute Stimmung und Unterhaltung sorgt. Aber mehr als das ein oder andere Schmunzeln auf den Lippen ist nicht drinnen. Obwohl sich der charmante Auftragskiller Toni Ricardelli (Rick Kavanian) erhebliche Mühe gibt sein Publikum zu amüsieren, während er hartnäckig und mit allen Mitteln versucht die schusselige Verlagsangestellte Julia Steffens (Nora Tschirner) für sich zu gewinnen. Bisher war Toni ja immer der Auffassung, dass man mit der Wahrheit am weitesten kommt, doch eigentlich hatte er damit bei den Frauen wenig Erfolg und die flüchteten stets, sobald sie erfuhren, dass Toni ein Auftragskiller ist. Ein Umstand den Toni nicht nachvollziehen kann, immerhin ist es doch ein Job mit guter Bezahlung, flexiblen Arbeitszeiten und man hat dabei viel mit Menschen zu tun. Die Frauen sehen das aber anders.

Deshalb versucht es Toni diesmal auf einem anderen Weg und verstrickt sich immer mehr in eine Geschichte, die ihm langsam aber sicher über den Kopf wächst. Wobei er aber nie seine Coolness und seinen Charme verliert, selbst wenn ihm die Kollegen von allen Seiten ans Leder wollen. Der Verlauf der Geschichte ist aber trotz allem überaus vorhersehbar, alles was kommt, kennt man schon. Am Besten ist der Film, und auch der Humor, in seinen etwas makaberen Momenten, die zwar rar gesät sind, aber dennoch hin und wieder vorkommen. Darauf hätte man sich verstärkt konzentrieren müssen und den Film eventuell etwas schwarzhumoriger anlegen sollen, dann wäre einem mehr davon im Gedächtnis geblieben, denn so funktioniert der Film zwar durchaus auch als vergnügliche Unterhaltung, wenngleich als eine sehr kurzweilige.

Nachhaltig in Erinnerung bleibt einem nur die charmante Atmosphäre des Films und das immense, zum Teil sogar internationale Staraufgebot. Da sieht man neben der deutschen Riege an bekannten Darstellern einen Bud Spencer oder Franco Nero agieren und kann es eigentlich erst beim zweiten Mal hinsehen glauben, dass man diese Kultstars wieder auf der großen Leinwand sehen darf. Aber auch einigen anderen Schauspielern muss man zugute halten, dass sie besonders gut aufgelegt sind und sichtlich Spaß an ihren Figuren hatten. Neben Kavanian stechen vor allem Nora Tschirner und Christian Tramitz hervor. Tramitz hat zwar nur ein paar kleine, aber dafür umso feinere Auftritte und spielt vermutlich die witzigste Figur im ganzen Film, wenngleich er stets todernst bei der Sache ist.

Nora Tschirner mag zwar nicht die talentierteste Schauspielerin sein, aber sie ist mit Sicherheit eine der natürlichsten Schauspielerinnen, im rein positiven Sinn des Wortes. Mit ihrem angeborenen Charme und ihrer ganz eigenen Sympathie schafft sie es, dass sich nicht nur Toni in sie verliebt, sondern auch der Zuschauer sie auf Anhieb ins Herz schließt. Diese Ausstrahlung und Natürlichkeit kann man auch auf keiner Schauspielschule lernen, das besitzt sie einfach und weiß in diesem Film damit umzugehen. Mit Ausnahme der genannten Darsteller jedoch, wirkt der Rest der Besetzung eher farblos und genau so kurzweilig wie der Film an sich.

Trotzdem ist Mord ist mein Geschäft, Liebling eine unterhaltsame Komödie. Sie lebt vor allem von ein paar überaus gut aufgelegten Schauspielern, die dem Film die nötige Sympathie abgewinnen und dafür sorgen, dass man mit einem Augenzwinkern über die Mängel des Films hinwegsehen kann. Wobei die extrem vorhersehbare Handlung wohl so ziemlich der schwerwiegendste Fehler ist, da dadurch auch viele Witze einfach nicht so lustig sind, wie sie sein sollten. Auch wenn das etwas übertriebene Ende durchaus versöhnlich wirkt, so ist es leider auch ein wenig zu kitschig. Das Gute daran ist nur, dass man auch das Ende schon von Anfang an eigentlich kennt, da man weiß, dass der Film nicht anders ausgehen kann. Aber wenigstens gibt Mord ist mein Geschäft, Liebling an keiner Stelle vor etwas anderes zu sein als er ist, nämlich ein einfach gestrickter unterhaltsamer Film, der gute Laune verbreitet, aber nach dem Kino eigentlich sofort vergessen wird.

Fazit:
Mord ist mein Geschäft, Liebling ist mit Sicherheit kein Meisterwerk und nicht mal eine wirklich gelungene Komödie, im strengen Sinn des Wortes. Aber der Film unterhält zumindest über die volle Distanz und bietet dem Publikum einen netten Kinobesuch. Er ist gut für das was er ist, ein kurzweiliges Vergnügen, ohne üblen Nachgeschmack. Einige Darsteller sind toll aufgelegt und machen die anderen unscheinbaren Schauspieler wieder gut. Der Film bietet nichts neues und ist eigentlich nur in den wenigen makaberen Momenten wirklich gut. Wer nach einer Komödie mit Biss oder Substanz oder mehr Originalität sucht, kann weiter suchen. Wer sich aber einfach zurück lehnen will und einen liebenswerten, charmanten Film genießen will, der ist hier absolut richtig und wird an Mord ist mein Geschäft, Liebling seinen Spaß haben.
Und wem das nicht reicht, der kann zumindest bei den Outtakes im Abspann so richtig ablachen.

Bewertung:

6/10 Punkte

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