Sita Sings the Blues

OT:  Sita Sings the Blues   -  82 Minuten -  Animation
Sita Sings the Blues
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Sita Sings the Blues

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Aufmerksame Filmering.at Leser haben es vielleicht schon mitbekommen: Am 5. März startet das Trickfilmfestival TRICKY WOMEN, das sich voll und ganz dem weiblichen Trickfilmschaffen widmet, im Wiener Topkino. (Und falls noch nicht, findet ihr essentielle Infos unter: http://www.filmering.at/content/view/6305/560/)

Einer der gezeigten Filme ist der amerikanische Animationsfilm SITA SINGS THE BLUES, der an mir völlig vorbeigegangen wäre, hätte man mich nicht in einem anderen Filmforum darauf aufmerksam gemacht. So fasste ich den Entschluss, Gutes zu tun, mir den Film vorab auf DVD anzusehen, eine Kritik zu verfassen und so vielleicht für etwas Aufmerksamkeit zu sorgen. Aufmerksamkeit hat sich SITA SINGS THE BLUES verdient, und Aufmerksamkeit bekommt er auch von jedem/r, der/die den Film gesehen hat.

Die Inhaltsangabe erscheint zunächst wenig spektakulär: Indische Mythologie! Die unmögliche Liebe zwischen Gottheiten Rama und Sita. Eine Geschichte über Treue zwischen Liebenden. Und über die Leiden einer Frau, weil ihr Gatte an ihr zweifelt und sie in die Verbannung schickt. Am Schluss sind sie im Tode vereint. Auch in San Francisco lebt ein junges Paar mit Schmusekatze. Er bekommt ein Jobangebot für sechs Monate in Indien, nimmt an, und verlängert um ein weiteres Jahr. Als sie ihn nach ein paar Monaten besucht, ist das „Knistern“ zwischen den beiden verschwunden. Wenige Tage nach ihrer Abreise, schickt er ein Mail: „You don’t have to come back“. Auch sie muss den Trennungsschmerz erst überwinden…

Nina Paley hat ebendiese Erfahrung in ihrem Animationsfilm verarbeitet. Mit relativ simplen Methoden (Flash), ohne große Finanzspritze, ohne Effekthascherei, nur mit viel Fantasie, Wissen und Respekt vor der indischen Kultur sowie zahlreichen Songs von Annette Hanshaw, die ein Kernelement des Films bilden. Hanshaw, eine der Größen des Jazz der 1920er Jahre, singt von betrogenen Frauen, von Frauen, die auf den Liebsten (vergeblich) warten.

Heraus kommt ein durchwegs erfrischender, manchmal auch subversiver Film, geeignet für Jung und Weniger-Jung, der auf zahlreichen Filmfestivals für Furore gesorgt hat (u.a. Silberner Bär in Berlin) und mit jedem Screening weitere Anhänger rekrutiert. Auch „Kritikerpapst“ Roger Ebert zeigte sich so begeistert von dem Film, dass er am liebsten jeden Filmliebhaber persönlich kidnappen und in eine Vorführung des Films zerren möchte. Derart heftige Methoden müssen bei allen Filmliebhabern, die in Wien leben, oder zumindest ihr Wochenende in Wien verbringen, nicht angewandt werden. TRICKY WOMEN zeigt den Film am Sonntag, 8.3.2009 im Top Kino (Rahlgasse 1, 1060) um 12:00 Uhr – ein Screening, das man sich nicht entgehen lassen sollte! Vor allem, da es aufgrund von Copyrightproblemen im Bezug auf die Hanshaw-Songs vermutlich noch lange dauern wird, bis der Film regulär erscheinen kann und wird!


Wertung:
8/10 Punkte

Filmering.at
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