True Lies - Wahre Lügen (1994)

OT: True Lies - 144 Minuten - Action / Komödie
True Lies - Wahre Lügen (1994)
Kinostart: 18.08.1994
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu True Lies - Wahre Lügen

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„Terminator 2: Judgment Day“ war nicht mehr zu toppen – das wusste auch Arnold Schwarzenegger und da das Machokino der Achtziger in den letzten Atemzügen lag, versucht er sich, sein Image und das gesamte Actiongenre, das ihn groß gemacht hat, auf die Schippe zu nehmen. Der erste Versuch „Last Action Hero“ schlug leider fehl, was Arni dazu veranlasste nach den beiden „Terminator“ – Filmen erneut mit Kumpel James Cameron („Aliens“, „Titanic“) zusammen zu arbeiten. Der verhalf ihm dann auch zu seinem selbstironischen Geniestreich.

Harry Tasker (Arnold Schwarzenegger, „Predator“, „Total Recall“) ist ein geheimer Superagent der USA. Nicht irgendeiner, sondern der, der auch James Bond wie einen Anfänger aussehen lassen würde. Sich nach außen hin als langweiliger, einsilbiger Vertreter gebend, hat er zwar mit einem monotonen Familienleben zu kämpfen, kann dafür jedoch alles Böse der Welt plätten. Gegen eine kriselnde Ehe ist allerdings auch kein Superagent gefeit!

„True Lies“ ist mit Sicherheit Arnis bester Versuch Action mit Humor zu kombinieren – seine beste Komödie sowieso. Schwarzenegger stolziert hier zwar zunächst unkaputtbar wie eh und je durch die Szenerie, wird von Cameron aber mit so vielen ironischen und übertriebenen Unmöglichkeiten beschäftigt, dass kaum ein Auge trocken bleibt. So offensichtlich zu Beginn die James-Bond-Parodie auch sein mag, abseits der Villa wird schnellstmöglich umgeschaltet und auf Arnis Image abgezielt. Die Gegner fallen in Scharen und spätestens wenn Arni zwei Kampfhunde aneinander klatscht und den letzten Verfolger mit einem trockenen Spruch abserviert, gibt es kein Halten mehr. Camerons Regie ist während dieser Flucht deutlich von seinem Händchen für das Actionkino geprägt. Es knallt an allen Ecken und Enden und die Kugeln pfeifen Harry nur so um die Ohren.

Seinen weiteren humoristischen Nährwert bezieht „True Lies“ aus der kriselnden Familienbeziehung der Taskers. Harry ist so beschäftigt mit seinem ewigen Kampf gegen international gesuchte Bösewichte, dass Frau und Tochter viel zu kurz kommen. Ihm fehlt die Bindung zu seiner Familie und als ein Missverständnis ihn glauben lässt, dass seine Frau fremd geht, beginnt erst der eigentliche Film. Anstatt seine Frau direkt anzusprechen, observiert er sie und gerät schließlich mit ihr in die Gefangenschaft eines islamischen Terroristen, der mal eben eine Atombombe in Amerika zünden möchte.

Einen Großteil zum Gelingen der Chose tragen natürlich auch die Nebendarsteller bei. Tom Arnold („Cradle 2 the Grave“) als fürsorglicher Kollege und gestresster Freund ist stets die mahnende Vernunft im Hintergrund, die so langsam am starrköpfigen und immer bierernsten Arni verzweifelt und für einige Lacher gut ist. Das Zusammenspiel der beiden so unterschiedlichen Darsteller ist grandios, das Zuwerfen der Bälle klappt auf Zuruf, ihr nicht immer herzliches Umgehen miteinander ist bärig. Die Chemie stimmt absolut und deshalb funktioniert auch der Wortwitz hier so gut. Da wird dann auch deutlich, dass Arni Komikertalent besitzt – nur überreizen darf man es halt nicht. Jamie Lee Curtis zeigt ihre steife Figur bald von einer völlig anderen Seite und soll später noch viel Mut beweisen. Dass sie eine begnadete Komödiantin ist, war bis dahin bekannt, nur hier mutiert sie noch selbst zu einer Art Agentin wider Willen.

Genau den Mittelweg zwischen Action und Humor findend, rührt James Cameron einen Genremix zusammen, der fast immer den richtigen Ton trifft. Einzig und allein das zu ausschweifende Einbeziehen von Ehefrau Helen (Jamie Lee Curtis, „Halloween“, „A Fish Called Wanda“) in die spätere Handlung ist als Negativpunkt zu nennen. Ich hätte Arni gern noch länger und ausführlicher in Action gesehen.

Es gibt zig Szenen, die das Publikum kaum vergessen wird. Seien es die humorigen Einlagen, wie Arnis Einschüchterungsversuche gegenüber seinem Nebenbuhler, oder die unzähligen, wirklich perfekt inszenierten, Actionlagen. Da sei nur Harrys feurige, explosive und bleihaltige Flucht aus dem Terroristencamp, die anschließende Brückenszenerie und der abschließende Kampf in luftiger Höhe genannt. Cameron brennt hier ein Feuerwerk ab, dass während des Showdowns kaum Zeit zum Luftholen lässt. Arni hantiert mit einem Flammenwerfer, Arni ballert Dutzende von Terroristen platt und Arni langt auch mal ordentlich zu – dass dann ohne von fehlgeleitetem Humor verwässert zu werden.

Fazit:
Vollgestopft mit spektakulärer Action, coolen Sprüchen, Wortwitz und Arni in Topform, erweist sich „True Lies“ als, wenn auch realitätsferner, schwer unterhaltsamer Streifen der üblichen Cameron-Qualität. Soundtrack, Stunts, Action, Humor – hier stimmt einfach alles. Auch wenn ich kein sonderlich großer Fan von Parodien bin, kann man den Schwarzenegger und Cameron zu dem Endresultat nur gratulieren. Abgedrehtes Popcornkino auf hohem Niveau, dass nie enttäuscht und seinen Ansprüchen gerecht wird, ohne seine Vorbilder zu beleidigen. Fun pur, bei dem alle Beteiligten ihren Spaß hatten.

Wertung:
8/10 Punkte

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