The Big Lebowski (1998)

OT: The Big Lebowski - 117 Minuten - Komödie
The Big Lebowski (1998)
Kinostart: 19.03.1998
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu The Big Lebowski

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Manchmal sieht man einfach nur einen Film und wird von Anfang an in dessen Bann gezogen. Die Faszination des Films verflüchtigt sich auch nicht nach kurzer Zeit und man sitzt die ganze Zeit gespannt da und verliert sich in seiner Welt. Selbst nach dem Abspann muss man noch oft noch an diverse Szenen denken und beginnt selbst bei diesem "Nachbrenneffekt" noch zu schmunzeln. Wenn man dieses Erlebnis bei einem Film hat, dann darf man getrost davon ausgehen dass man gerade einen ganz großen Film sieht. Und The Big Lebowski ist zweifellos einer dieser Filme. Randvoll mit Ideen und jede Szene gespickt mit soviel Einfällen dass man eigentlich zehn gute Filme aus diesem Stoff hätte machen können. Doch die Coens formten sie alle in einen Film und herausgekommen ist eine der besten und sympathischsten Komödien aller Zeiten. Wenn nicht die Beste.

 

Jeffrey Lebowski (Jeff Bridges), der darauf besteht dass man ihn Dude nennt, genießt die Vorzüge des Arbeitslosenleben. Während des Tages liegt er faul herum, hört Walgesänge und trinkt einen White Russian nach dem anderen. Abends geht es dann mit seinen Freunden Donnie (Steve Buscemi) und den Vietnam-Veteranen Walter (John Goodman) auf die Bowlingbahn. Garniert wird dass ganze durch weitere White Russians und dem einen oder anderen Joint. Mit Vollbart, langen Haaren und pazifistischer Einstellung ist der Dude ein klassischer Alt-Hippie.

 

Sein Leben ändert sich jedoch radikal als eines Tages zwei Schläger in seiner Wohnung auf ihn warten und ihn mit dem Millionär Jeffrey Lebowski (David Huddleston) verwechseln. Einer der beiden, der von dem Dude einfach nur Woo genannt wird, pinkelt ihm auf den Teppich und dann verschwinden sie wieder. Empört begibt sich der Dude zum Millionär Lebowski und verlangt einen neuen Teppich. Der Dude organisiert sich den Teppich, trotz Ablehnung Lebowskis, und alles scheint geregelt zu sein. Doch dann wird die Frau des Millionärs entführt. Der Dude soll die Lösegeldübergabe machen, doch sein Freund Walter begleitet ihn und so beginnt schon bald das Chaos...

 

Die Geschichte selbst, die uns die Coens in The Big Lebowski erzählen drängt sich bewusst in den Hintergrund und das Wichtigste ist eindeutig das genaue schildern einer Atmosphäre. Den Figuren wird viel Platz gegeben um sich zu entfalten und das besondere an diesem Film sind neben seinen liebevoll gestaltenen Figuren vor allem seine Dialoge und seine skurrilen Situationen. Bei den Figuren sind natürlich die Hauptcharaktere am besten gelungen. Allen voran der Dude als arbeitsloser, zäher Typ, der mit seiner sympathischen, lethargischen Ausstrahlung den Zuseher sofort auf seiner Seite hat. Doch auch seine Freunde, besonders John Goodman als Vietnam-Veteran, wissen zu gefallen. Walter ist der stets brüllende, cholerische Kumpel, der selbst glaubt alles zu können und Donnie ist der etwas unterdrückte, schweigsame Mitläufer. Gemeinsam ergeben sie eines der besten Gespanne der Filmgeschichte.

 

Doch auch die Nebenrollen wissen zu gefallen. Da gibt es zum Beispiel den verrückten Pederasten Jesus (John Turturro), der auf der Bowlingbahn eine Show abzieht als wäre er gerade in der Stierkampfarena, oder die Tochter des reichen Jeffrey Lebowski, Maude (Julianne Moore), die sich nackt über ein Bild schwingen lässt um es mit Farbe zu bespritzen und so die weiblichen Formen künstlerisch darstellt. Weiters gibt es noch drei Nihilisten, die ebenfalls versuchen an Geld zu kommen und mit ihrem Frettchen den Dude in der Badewanne besuchen. Man sieht bereits hier dass The Big Lebowski nur so vor Einfällen strotzt und der Film schafft es dem ganzen immer wieder eines drauf zu setzen und jede Minute noch skurriler zu werden.

 

Skurril ist wohl genau das Wort das diesen Film am besten beschreibt. Jeder der kultigen Dialoge, die das Herzstück des Films sind, oder der vielen abstrusen Situationen strotzt nur so vor Absurdität und Witz. Doch The Big Lebowski verschießt sein Pulver nicht nur an der Oberfläche: Ein wesentlicher Punkt warum dieser Film so gelungen ist, ist seine Liebe zum Detail. Viele Witze, oder unterschwellige Einfälle wird man beim ersten Mal gar nicht so wahrnehmen und erst nach mehrmaligen Ansehen voll erfassen können.

 

The Big Lebowski macht einfach von Anfang an sehr viel Spaß und kann das hohe Niveau bis zum Ende durchziehen. Ein weiteres Highlight sind die Träume die der Dude hat, wenn er von jemanden niedergeschlagen wird. Dies kommt zweimal im Film vor und bietet eine visuell ansprechende Abwechslung zum Rest des Films. Auch die Musikauswahl der Coenbrüder erweist sich als sehr gelungen und besonders The man in me , Just dropped in und Hotel California passen pefekt in die jeweiligen Szenen.

 

Was soll man über diesen grandiosen, kurzweiligen und vor allem witzigen Film sagen ausser "unbeding ansehen". The Big Lebowski ist ein Pflichttermin für alle Filmfans und jeder, der auch nur ansatzweise etwas mit Komödien anfangen kann, wird den Film lieben. Das besondere an The Big Lebowski ist nämlich dass er nicht wie viele aktuelle Komödien auf den klassischen Holzhammerhumor setzt, sondern auf ein viel durchdachteres System aus Skurilität zurückgreift und deshalb auch nach wiederholtem Ansehen genauso viel Spaß macht wie beim ersten Mal. Ein Meisterwerk.

 

Fazit:

The Big Lebowski ist kurz gesagt einer der witzigsten Filme aller Zeiten. Liebevolle Figurenzeichnung und skurrile Situationen gepaart mit den Coen typischen genialen Dialogen ergeben einen wunderbaren Film mit viel Sarkasmus und durchdachtem Humor, an dem es nichts zu bemängeln gibt.

 

Wertung:

10/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 8/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 113
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