Vorbilder?!

OT:  Role Models  -  99 Minuten -  Komödie 
Vorbilder?!
Kinostart: 27.02.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Vorbilder?!

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Irgendwie hat man das Gefühl, die simple Rahmenhandlung von David Wains Role Models schon das eine oder andere Mal in einer wenig abweichenden Form gesehen zu haben – Zwei gegensätzliche Chaoten, die in einer kapitalistisch orientierten Welt quasi für ihr Recht eintreten/ihr Ziel erreichen wollen und mit der Zeit realisieren, dass nur Mitgefühl und Nächstenliebe einen wirklichen Wert besitzen. Wie dem auch sei: Zwei junge Männer arbeiten zusammen für eine herzlose Firma, die gesundheitsschädliche Produkte herstellt, der eine mehr, der andere weniger engagiert. Ihr Auftrag ist die Anpreisung eines – in wenig verwunderlicher Anlehnung an ein real existierendes Produkt – Energy Drinks in Schulen, um den Nachwuchs daran zu interessieren und natürlich zum Kauf anzuregen.

Es kommt allerdings wie es kommen muss: Der hoffnungslose Zyniker und Misanthrop Danny (Paul Rudd) wird mehr oder minder plötzlich von seiner Freundin Beth (Elizabeth Banks) aufgrund seiner negativen Lebensauffassung verlassen, was ihn in ein moralisches Tief samt selbstzerstörerischen Tendenzen treibt und in weiterer Folge zudem auch noch vor Gericht. Zusammen mit dem vergleichsweise lebensbejahenden, sorglosen Supermacho-Draufgänger Wheeler (Seann William Scott) werden beide zu 150 Stunden ehrenamtlicher Kinderbetreuung anstatt Gefängnis-Haftstrafen verurteilt, was natürlich vor allem Danny besonders anstrengt, da ihm ein seltsam anmutender Junge namens Augie (
Christopher Mintz-Plasse) zugeteilt wird, der offensichtlich als Ritter in dem realen Fantasyrollenspiel LAIRE seine einzige Bestimmung gefunden hat.

Wheeler hingegen muss sich seinerseits zunächst mit dem vorlauten Problemfall Ronnie (Bobb’e J. Thompson) herumquälen, ehe die gesetzlich verpflichteten Vorbilder (so der deutsche Titel von Role Models) mit der Zeit das Vertrauen der beiden Kinder erlangen und sich eine wahre Freundschaft innerhalb der unterschiedlichen Paarungen bildet. Doch so langsam dieser Zugang zu den Heranwachsenden erreicht wurde, so schnell müssen Danny und Wheeler um die Zuneigung der beiden nach einschneidenden Erlebnissen kämpfen, nicht zuletzt da die akute Gefahr droht, ins Gefängnis zu wandern…


Es mag wie eingangs erwähnt nicht unbedingt die originellste aller Ausgangslagen für eine traditionelle Buddy-Komödie sein, dennoch kann Role Models mit einigen Überraschungen auftrumpfen. Da wäre zum einen der Co-Autor und Hauptdarsteller Paul Rudd, der sich vor allem im ersten Drittel des Film in Sachen Sarkasmus und angriffig-amüsanter Anmerkungen zu allerlei etablieren Kürzeln („asap“) oder auch eingeführten Alltagsbegrifflichkeiten („Venti“) selbst übertrifft. Zum anderen überzeugt auch die Leiterin der „Sturdy Wings“ genannten Lebenshilfe-Organisation Gayle Sweeney (Jane Lynch) mit ihrer gleichermaßen verwirrten wie auch rasanten Art der Gesprächsführung, die nicht nur bei den beiden Hauptdarstellern so manches Mal strikt und einfach Sprachlosigkeit aufgrund der amüsant-sinnentleerten Inhalte hervorruft.

Dennoch entpuppt sich Role Models nach relativ kurzer Zeit als harmlose Komödie mit auswechselbaren Charakteren und Handlungssträngen, allen voran der sich eigentlich in seinem Metier befindliche (und fast bis zu Unkenntlichkeit in Sachen Muskelmasse aufgepumpte) Seann William Scott. Manchmal hat man regelrecht Mitleid mit seiner Figur Wheeler, da sie selten mehr Freiraum als sein offensichtliches American Pie – Ebenbild Stifler zugesprochen bekommt: Bier, Frauen, Unbekümmertheit. Gähn. Am schon fast nicht mehr vorhandenen Mimenspiel kann man förmlich die Langeweile des Schauspielers in seiner Rolle ablesen.

Als unglaublich deplaziert und genauso anstrengend erweist sich das afroamerikanische Problemkind Ronnie, welches Wheeler zugeteilt wurde: Was als etwas mühsame und klischeeüberzeichnete Darstellung eines verwahrlosten, vorlauten Satansbratens beginnt, entwickelt sich in der Erzählung zu einem präpotenten, Schimpfwörter-um-sich-schmeißenden Ärgernis für die Hauptdarsteller und das Publikum. Natürlich entsteht Humor zu großen Teilen aus dem Aufzeigen von Übereinstimmungen und Klischees, jedoch begibt sich Role Models mit dem Einsatz einer solch unnötig überzeichneten Figur auf das zweifelhafte Niveau von Filmen wie Disaster Movie oder Meet the Spartans. Auch die unsagbar sinnentleerten Dialogzeilen über Frauen und deren einzig interessantes Attribut (Brüste, klar) zwischen Wheeler und Ronnie tragen zu verständnislosem Kopfschütteln im Zuschauerraum bei.

Was den Film einigermaßen über die kurze Spieldauer hinweghilft ist die Tatsache, dass die scheinbaren Vorbilder schlimmeres und unreiferes Benehmen an den Tag legen als die zu erziehenden Kinder. Schade nur dass es nach dem dramaturgischen Knackpunkt der Geschichte zu der – natürlich - moralischen Umkehrung der Rollen kommt, in der die Protagonisten ihre Fehler eingestehen und aus ihnen hilfreiche Lehren ziehen müssen. Dadurch geht ein Großteil des Charmes der Erzählung und der anfängliche Biss zugleich verloren, was auch die amüsante Einbindung von KISS (bzw. deren Erwähnung als Vorbilder) in das Fantasyrollenspiel nicht mehr wiedergutmachen kann.

Fazit:
Eine vor allem zu Beginn vielversprechende, amüsante und nette Komödie, die letztlich jedoch immer weiter in die dramaturgische Belanglosigkeit abdriftet und den anfänglichen Humorlevel nicht aufrecht erhalten kann. Männer, die sich wie pubertierende Jugendliche verhalten, müssen jugendliche Außenseiter betreuen und erlangen dadurch Einsicht in ihr eigenes Dilemma, was zur Bekehrung und 180Grad Kehrwendung führt. Unter diesen öden Teig wird noch ein wenig anzüglicher Humor, Elizabeth Banks und Styropor-Schwertkampf gemischt und Voilà - Fertig ist Role Models. Am besten nach der ersten Hälfte des Films den Saal verlassen, dann entsteht auch nicht der schale Nachgeschmack der Zeitverschwendung.

Wertung:
4/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 5.2/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 5
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