![]() ![]() Rachels Hochzeit OT: Rachel Getting Married Regie: Jonathan Demme Drehbuch: Jenny Lumet Filmstart: 03.04.2009 | Laufzeit: | Drama |
Kym Buchman (Anne Hathaway) ist drogensüchtig, und verbringt ihre Zeit in einer Entzugsklinik. Doch da ihre Schwester Rachel (Rosemarie DeWitt) heiratet, darf sie die Klinik für zwei Tage verlassen, und an der Feier teilnehmen. Die Hochzeit findet auf dem Grundstück ihrer Eltern statt, und für Kym ist es gewissermaßen auch eine Reise in ihre Vergangenheit. Sie muss sich wieder mit ihrer Familie auseinandersetzen, und zusätzlich ist das Haus gerade voller Gäste. Musik spielt, Menschen amüsieren sich, und dazwischen blitzt immer die dunkle Vergangenheit hervor, aber auch ein kleines Stück Familienliebe ist immer spürbar…
Rachels Hochzeit, der wohl auch etwas von Das Fest inspiriert wurde, gibt sich stilistisch dabei etwas wie ein Home Video. Die Bilder wirken weniger wie inszenierte Szenen, die man sich jetzt statisch ansieht, sondern entwickeln ihre eigene Dynamik und lassen den Zuseher in die Position eines „aktiven Beobachters“ rutschen. Man fühlt sich als Teil der Szene, die Kamera erreicht eine ganz besondere Agilität und der Film fühlt sich dadurch sehr erfrischend und belebt an. Am Ende hat man dann fast den Eindruck, als wäre man gerade selbst Teil der Hochzeit gewesen.
Durch die lockere Kameraführung ergeben sich auch einige wunderbare Szenen, die an sich nichts Spektakuläres sind. So zum Beispiel einige kleine Ansprachen auf die Braut, oder ein Wettkampf, wer schneller den Geschirrspüler einräumen kann. Wirklich stark sind auch die Szenen in denen sich die Familienmitglieder streiten, da sie ganz unscheinbar auftauchen, aber einen starken Nachdruck hinterlassen. Oder einfach die verschiedenen Musikszenen, die den Film auflockern und bereichern. Leider haben sich auch einige Längen in den Film geschlichen, was aber wohl bei einer solchen Stilistik nicht anders geht. Denn wie es nun einmal bei einer Hochzeit ist, ist nicht alles interessant, und manchmal langweilt man sich als Zuseher ein bisschen. Der Vorteil ist dabei natürlich, dass sich die starken Szenen logisch aus der Geschichte ergeben und deshalb noch besser wirken.
Fazit:
Jonathan Demme’s neuster Streich Rachels Hochhzeit verzaubert mit ungewohnten Zutaten. Aufgebaut als Home Video zieht uns der Film direkt in die Hochzeitsgesellschaft und lässt uns am Familienleben teilnehmen. Dabei eröffnen sich sowohl dunkle Abgründe, als auch Hoffnungsschimmer, und besonders dank der imponierenden Anne Hathaway schafft es der Film zu verzaubern. Leider verhindern einige kleine Durchhänger eine noch höhere Wertung, die ich dem Film eigentlich gerne gegeben hätte. Doch das ist Haarspalterei – denn Rachels Hochzeit sollten sich Freunde von etwas anderen Filmen auf keinen Fall entgehen lassen.
Wertung:
8/10 Punkte
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