Die Passion Christi

OT: -  126 Minuten -  Bibel / Drama
Die Passion Christi
Kinostart: 18.03.2004
DVD-Start: 11.04.2014 - Blu-ray-Start: 11.04.2014
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Filmkritik zu Die Passion Christi

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Es ist eine Geschichte der besonderen Art: Mel Gibsons Passion Christi. Um kaum einen Film der jüngsten Vergangenheit wurde ein solcher Skandal gemacht. Im Vorfeld hört man alle möglichen Stimmen von "viel zu brutal" bis "antisemitisch". Fast jede relligiöse Gruppierung rund um den Globus musste ihr Kommentar über den Film abgeben und so war Die Passion Christi schon bald in aller Munde. Deshalb war auch keine grandiose Marketing-Kampange mehr notwendig um den Film zu einem Erfolg werden zu lassen. Jeder wollte ihn sehen und so wurde er zum erfolgreichsten "ab 18" Film aller Zeiten. Stolze 610 Millionen Dollar spielte der Film alleine im Kino ein.

 

Jesus von Narzareth (Jim Caviezel) wird von Judas (Lucas Lionello) an die pharisäischen Hohepriester verraten und gefangen genommen. Die Hohepriester fürchten die aufsteigende Macht die von ihm ausgeht und beschuldigen ihn der Gotteslästerung und wollen ihn zum Tode verurteilen. Eine Todesstrafe kann allerdings nur vom römischen Stadthalter Pontius Pilatus (Hristo Naumov Shopov) ausgesprochen werden. Dieser will den heiligen Mann allerdings nicht verurteilen, da er ihn für unschuldig hält. Um die Wut des Pöbels nicht auf sich zu ziehen versucht er die Last auf König Herodes zu schieben.

 

Doch auch Herodes hält Jesus für unschuldig und so steht der Pöbel schon bald wieder vor Pilatus. Er wäscht sich die Hände in Unschuld und lässt den Pöbel entscheiden: Entweder lässt er den verurteilten Mörder Barabbas (Pietro Sarubbi) frei, oder den unschuldigen Jesus. Das Volk wählt Barabbas und so wird Jesus der Folter übergeben. Nachdem er gegeißelt wurde stellt Pilatus den Pöbel erneut vor die Wahl. Und sie wollen ihn kreuzigen lassen...

 

Die Passion Christi darf man wohl mit ruhigem Gewissen als das lukrativste Projekt der Filmgeschichte für einen einzelnen Menschen bezeichnen. Mel Gibson suchte lange ein Produktionsstudio um sich sein Wunschprojekt zu finanzieren. Seine Vorgabe war allerdings den Film mit größt möglicher Authentizität zu drehen und ihn in den Originalsprachen aramäisch, hebräisch und latein zu zeigen, lediglich mit Untertitel versehen. Dieses finanzielle Risiko war allerdings den Studios zu groß und schon bald war es Gibson leid um Geld zu betteln. Er drehte den Film mit eigenen Mitteln und stellte 30 Millionen Dollar zur Verfügung, was bei einem Einspielergebnis von 610 Millionen Dollar einen satten Gewinn bedeutete.

 

Mel Gibson beschränkt sich in seinem Film wirklich großteils auf die Leidensgeschichte. Gezeigt werden die letzten Stunden im Leben von Jesus, unterbrochen durch kurze Einschübe aus der Vergangenheit. Der Film hält sich nicht lange mit Erklärungen auf und deshalb ist er nur an Leute gerichtet, die sich mit der Materie etwas auskennen. Im Vorfeld wurde viel über den hohen Gewaltanteil gesprochen und diese Diskussionen erweisen sich auf jedenfall als angebracht. Die Passion Christi ist ein unglaublich intensiver Film, der es wahrlich schafft den Leidensweg glaubhaft zu vermitteln. Mel Gibson schont den Zuseher nicht und blendet niemals weg. Durch Zeitlupen und Großaufnahmen wird die Auswirkung der Gewalt sehr gut eingefangen.

 

Zu Beginn beschränkt sich der Film nur auf Schläge, doch spätestens wenn es zur Auspeitschung geht und Jesus mit einem Flagrum bearbeitet wird, sind starke Nerven gefragt. Das Flagrum war ein römisches Folterinstrument aus Lederriemen, an dessen Spitze sich Widerhaken befinden und das somit die Haut des Opfers in Fetzen abreisst. Auch bei der Kreuzigung behält Gibson seine Konsequenz bei. In Großaufnahme und Zeitlupe werden Jesus die Nägel eingeschlagen und als Zuseher kann man sich sehr gut in dessen Lage versetzen. Und genau das war auch das wichtigste Ziel von Mel Gibson: Die Leidensgeschichte Jesus wird so verabeitet dass dem Zuseher klar wird was sie bedeutet.

 

Natürlich wird dieser Film nichts für jeden sein, denn die explizite Gewaltdarstellung und die deutlich Begrenzung auf eben diese wird nicht jedem gefallen. Wer allerdings mit diesem Thema vertraut ist und sich die Passion veranschaulichen möchte findet in Die Passion Christi einen unglaublich intensiven Film, der handwerklich sehr gut gemacht ist, aber nicht über genug Tiefgang verfügt um sich an die Spitze der besten Bibelverfilmungen zu setzen.

 

Fazit:

Die Passion Christi ist ein Film voll visueller Härte, der den Zuseher auf sehr intensive Weise berührt. Er beschränkt sich allerdings nur auf den Leidensweg Jesus und kann deshalb nicht wirklich Teifgang aufbauen. Das anvisierte Thema wurde aber so gut umgesetzt wie man es nur umsetzen kann.

 

Wertung:

8/10 Punkte

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