![]() ![]() Der Knochenmann OT: Der Knochenmann Regie: Wolfgang Murnberger Filmstart: 06.03.2009 | Laufzeit: | Krimi-Groteske |
Simon Brenner (Josef Hader) hat mal wieder einen neuen Job: Für die Leasingfirma seines Freundes Berti (Simon Schwarz) treibt er die ausstehenden Raten ein. Sein nächster Auftrag führt ihn auf die Fährte eines gewissen Horvath. Die einzige Spur führt in die Steiermark, zum Gasthof „Löschenkohl“. Dort findet Brenner zwar Horvath’s Auto, aber von ihm selbst fehlt jede Spur. Auch der Wirt (Josef Bierbichler) erweckt einen mysteriösen Eindruck. Brenner wird somit in eine abgründige Geschichte gezogen, und verliebt sich zusätzlich auch noch in Gitti (Birgit Minichmayr), die Frau von Löschenkohl’s Sohn Pauli (Christoph Luser). Und wer ist eigentlich der Russe, der dauernd vom Wirt Geld bekommt?
Brenner selbst hat sich vom Krankenwagenfahrer und Privatdetektiv zu einem Rateneintreiber gewandelt. Der Ex-Polizist hat dabei aber trotz Love-Story nichts von seinem raubeinigen Charme verloren. Hader ist natürlich dabei der personifizierte Brenner, und überzeugt einmal mehr als leicht chaotischer „Ermittler“ der trotz dem Fehlen von Ambitionen am Ende irgendwie doch alles auf die Reihe bekommt. Eben wie ein mürrischer Columbo.
Wie bereits angedeutet ist dies vor allem dem fabelhaften Drehbuch zu verdanken. Denn die verschiedenen Genres werden nicht etwas mit aller Gewalt in den Film gepresst, sondern ergeben sich einfach logisch aus dem Fluss der Geschichte. So ist der „Bösewicht“ des Films nicht wirklich böse, im Gegenteil, denn über weite Teile des Films wirkt er sogar außerordentlich sympathisch, sondern er ist einfach ein Produkt der Story. Zu Beginn trifft er aus guten Absichten eine Entscheidung, und gerät dadurch immer weiter in eine Gewaltspirale, aus der es kein Entkommen gibt.
Grandios ist auch die Atmosphäre, die zu einem wesentlichen Teil dazu beiträgt, dass der Film so großartig ist. Zum einen wurde die abgelegene Stimmung in der Steiermark wunderbar eingefangen, was zu einem gewissen „einsame Insel“ Flair führt. Das Feeling ist schön österreichisch und prägt den Film maßgeblich. Zusätzlich schafft es Der Knochenmann auch noch fabelhaft seine Genreszenen wunderbar zu schaukeln. Egal ob Horroreinschläge, oder blanke Komödie, alles sitzt perfekt und schafft es gekonnt den Zuseher in seinen Bann zu ziehen.
Für Fans des eher schwarzen, abgründigen Humors sollte Der Knochenmann also ein absoluter Pflichttermin sein. Ausreden gibt es keine, denn der Film ist österreichisches Kino von seiner besten Seite. Die Geschichte ist sehr gut ausgetüftelt und fügt sich stimmig zusammen und am Ende ist vor allem Gänsehautstimmung angesagt. Denn das Finale, wenn sich während des Maskenballs die Geschichte entscheidet, ist vom Feinsten, und großes Kino in Reinkultur. Die Schusseinstellung des Films, darf sich schließlich auch zu den groteskesten und skurrilsten der heimischen Filmgeschichte zählen, und bringt all die genialen Aspekte des Films gekonnt auf den Punkt.
Fazit:
„Jetzt ist schon wieder was passiert...“ – und das ist auch gut so, denn Der Knochenmann ist österreichisches Kino in Reinkultur. Mit seinem bitterbösen Mix aus Drama, Horror und skurriler Komödie, angesiedelt in einer abgelegenen Schneelandschaft könnte man ihn auch als heimischen Gegenentwurf zum großartigen Coen-Film Fargo sehen. Der Knochenmann meistert alle verschiedenen Genres mit Bravour und schafft es den Zuseher in seine atmosphärische Welt, gespickt mit schrägen Figuren und absurden Situationen, zu ziehen. Wolf Haas Fans und Freunde der beiden Vorgänger brauchen ohnehin nicht lange überlegen, doch auch für alle anderen Filmfans gilt nur eins: Rein ins Kino, ohne Wenn und Aber.
Wertung:
9/10 Punkte
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