Was braucht es mehr? Das Kinoposter ziert ein süßer kleiner Hund, ein verliebtes Paar ist auch zu sehen, und natürlich darf auch die gewohnte Hollywood-Starpower nicht fehlen. Das Ganze sieht auf dem ersten Eindruck schon so formelhaft und abgestanden aus, dass man sich einer gewissen Skepsis nicht erwehren kann. So richtig kann Marley und Ich sein enges Korsett auch nie abwerfen, aber man kann auch nicht bestreiten, dass das Ergebnis zu mindest auf durchschnittlichem Niveau unterhält. Aber einen besonderen Film sollte man sich auch nicht erwarten. John Grogan (Owen Wilson) ist an sich ein fähiger Journalist, der aber im Schatten seiner erfolgreichen Frau Jennifer (Jennifer Aniston) steht. Diese hat auch einen konkreten Lebensplan den beide nun Punkt für Punkt abarbeiten. Doch da nach der Hochzeit und dem eigenen Haus eigentlich ein Baby auf dem Plan steht, John für diesen Schritt aber noch nicht bereit ist, lässt er sich etwas einfallen. Sein Freund Sebastian (Eric Dane) bringt ihn auf die Idee ein Hundebaby anzuschaffen, welches seine Frau erstmal vom Babygedanken abbringen soll. Gesagt, getan, doch leider entpuppt sich der neue Hund Marley als unbezähmbar, und bringt das Leben der beiden gehörig durcheinander… Marley und Ich basiert auf der wahren Geschichte von Journalist John Grogan und seinen Erfahrungen mit seinem ersten Hund. Dieser hatte zunächst eine Kolumne verfasst, und dann die Erlebnisse im autobiographischen Roman Marley & Me: Life and Love with the World's Worst Dog aufgearbeitet. Den Film inszeniert hat schließlich David Frankel, der erst kürzlich mit Der Teufel trägt Prada eine erfrischende und unterhaltsame Komödie abgeliefert hatte. Sein neuster Streich, kann aber leider nicht ganz an die Qualitäten seines letzten Werks anknüpfen. Zugegeben, Marley und Ich kann durch einige durchaus unterhaltsame Momente überzeugen, und schafft es auch eine angenehme Atmosphäre zu erschaffen, in der man sich gerne für einige Zeit verliert und abschalten kann. Doch insgesamt ist dies leider dennoch zu wenig, da sich die Formeln, nach denen der Film aufgebaut ist, zu häufig wiederholen, und die Mischung auch nicht immer wirklich stimmt. Denn auf der einen Seite will Marley und Ich eine Komödie sein, die sich speziell auf die Eskapaden eines ungestümen Hundes konzentriert, aber auf der anderen Seite versucht der Film eben doch auch mehr zu sein, und auch eine Prise Tragik ins Spiel zu bringen. Positiv dabei ist sicher, dass sich die Figuren nicht so lieblos wie in vergleichbaren Produktionen anfühlen, sondern tatsächlich einen plastischen Eindruck erwecken, aber negativ ist leider, dass der Film es nicht schafft Tragik und Komik optimal zu dosieren. Dabei ist es auch nicht vorteilhaft, dass sich die meisten Gags nur darauf beschränken, dass sich Hund Marley von der Leine reisst und irgendwelchen Blödsinn anstellt. Ab und an ist dies ja vielleicht lustig, aber da sich die selbe Masche immer wieder wiederholt, stellen sich doch einige Längen ein. Die tragischen Aspekte der Geschichte sind jedoch gut gesetzt, und erwecken einen guten Eindruck, sodass Marley und Ich für manche sicher zu einem rührenden Film wird. Anderen jedoch wird die Tragik zu oberflächlich aufgearbeitet sein, und da der Feel-Good Faktor so natürlich getrübt wird, wird man es auch schwer haben den Film durchgehen zu genießen. Der positivste Aspekt an Marley und Ich ist aber sicherlich die vortreffliche Chemie zwischen Owen Wilson und Jennifer Aniston. Auch die Beziehung zwischen Hund und Familie wird ganz gut thematisiert, sodass Marley und Ich für Hundefreunde vielleicht doch noch zum Ereignis wird. Dies ändert aber nichts daran, dass das Konzept des Films dennoch etwas unausgegoren wirkt, und sich auch einige Längen einstellen. Für solide Hollywoodkost reicht es aber dennoch. Fazit: Marley und Ich bietet sich als solider Familienfilm an, der neben unterhaltsamen auch einige traurige Szenen zu bieten hat. Die generelle Mischung stimmt dabei zwar nicht immer, und auch einige Längen haben sich eingeschlichen, aber dennoch können interessierte Familien einen Blick riskieren. Die Chemie zwischen Owen Wilson und Jennifer Aniston stimmt auch, sodass Marley und Ich ein solider, aber etwas unausgegorener, Film für Zwischendurch geworden ist. Wertung: 6/10 Punkte
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Wertung
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Wertung:
4/10
Von Simone 30.03.2009
Marley und ich
Die "gesunde Mischung" zwischen Komik und Trauer hat mir in dem Film sehr gefehlt...für diese Haltung sprachen auch die unzähligen Kinder (und Erwachsene) die gestern nach diesem Film weinend aus dem Kino gekommen sind. Die witzigen Szenen sind eintönig, mir persönlich ist Marley selbst auch noch zu wenig im Vordergrund. Die Aufarbeitung des Ende dieses Films ist für mich nahezu unakzeptabel: Wo die witzigen Szenen wie bereits erwähnt sehr eintönig und auch kurz gehalten waren, wirkte der Abschied und die Einschläferung des Hundes unendlich lang. Mein Sohn konnte die traurige Situation eine Zeit lang aushalten - bis ich mit ihm das Kino kurze Zeit verlassen musste. Traurig, dass diese langanhaltende - unendlich traurige Situation zum Schluss nicht doch noch durch ein erfreuliches/lustiges Erlebnis der Familie aufgefrischt wurde (z.B. neuer Welpe ...) - dies hätte die Kinderherzen wenigstens wieder etwas lächeln lassen können.