Freitag der 13.

OT:  Michael Bay's Friday The 13th  -  97 Minuten -  Horror 
Freitag der 13.
Kinostart: 13.02.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Freitag der 13.

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Jason Vorhees weilt mal wieder unter den Lebenden. Nachdem er sich durch 10 eigene Filme und das Freddy vs. Jason Spin-Off gemetzelt hat, ist er dank Michael Bay und Platinum Dunes wieder da. The Amityville Horror, The Hitcher und Texas Chainsaw Massacre waren nur der Anfang. Denn es warten noch einige klassische Horrorfilme darauf von Platinum Dunes einen neuen Anstrich zu bekommen. Nach Freitag der 13. steht bereits A Nightmare on Elm Street in auf dem Programm. Doch für Freitag der 13. wäre der Begriff Remake eigentlich nicht ganz so richtig. Neustart trifft das Ganze dann schon eher.

Whitney (Amanda Righetti), Mike (Nick Mennell), Wade (Jonathan Sadowski), Richie (Ben Feldman) und Amanda (America Olivo) machen einen Trip zum Crystal Lake. Eigentlich will man dort nur entspannen, doch Richie und Wade haben noch andere Pläne: Sie haben von einem großen Grasvorkommen gehört, das sie nun abernten wollen. Es dauert natürlich nicht lange, bis sie die Aufmerksamkeit des örtlichen Killers Jason Vorhees (Derek Mears) auf sich ziehen.

Whitneys Bruder Clay (Jared Padalecki) macht sich nach einiger Zeit schließlich auf um seine verschwundene Schwester zu suchen. Dabei ist er jedoch weitgehend auf sich gestellt, da die Polizei keine großen Fortschritte macht, und die Einheimischen nicht gerade optimistisch sind, was das Überleben seiner Schwester betrifft. Zufällig läuft er dabei einer Gruppe über den Weg, die im Haus eines Freundes feiern will. Trent (Travis Van Winkle), Jenna (Danielle Panabaker), Nolan (Ryan Hansen), Chelsea (Willa Ford), Bree (Julianna Guill), Lawrence (Arlen Escarpta) und Chewie (Aaron Yoo) haben nur Sex und Alkohol im Kopf, doch Jason ist am Crystal Lake natürlich nie weit entfernt…

Eigentlich ist es schon komisch, dass die Freitag der 13. Reihe so einen besonderen Status unter den Horrorfans genießt. Denn wenn man einen ehrlichen Blick auf die Reihe wirft, dann muss man schon anmerken, dass das Ganze mit hochwertiger Horrorkost nur wenig gemeinsam hat, und bereits von Anfang an von der Qualität eines Halloween oder A Nightmare on Elm Street entfernt war. Das Einzige was hier konstant für Unterhaltung sorgte, war der wahnsinnige Jason Vorhees, mit dem der Zuseher wohl mehr mitfiebert, als mit den Opfern.

Natürlich ist es auch Horror-Basiswissen, dass im ersten Teil nicht Jason sondern seine Mutter auf Mordzug ging, und somit scheidet Freitag der 13. als klassisches Remake des ersten Films schon einmal aus. Denn obwohl die berühmte Enthauptungsszene am Beginn des Films enthalten ist, geht der neue Freitag der 13. logischerweise einen völlig anderen Weg als der alte. Er erinnert auch mehr an eine Mischung aus den zahlreichen Sequels, die erst nach und nach den Mythos von Jason ausbauten.

Regisseur Marcus Nispel hat ja bereits für Platinum Dunes die Neuauflage von Texas Chainsaw Massacre gedreht, und darf hier erneut auf dem Regiestuhl Platz nehmen. Nispel schwächelt vor allem wenn es daran geht seinem Film Spannung zu verleihen. Gut, die Freitag der 13. Filme waren noch nie für ihren raffinierten Spannungsaufbau bekannt, aber das heißt ja nicht, dass man dies für den Neustart gleich mit übernehmen muss. Somit ergeben sich leider kaum Schockeffekte, da sich die wenigen Versuche meist auf die klassischen Vertreter dieser Kategorie konzentrieren.

Die Splatterszenen sind für die heutige Zeit sicher auch nicht mehr besonders nennenswert, da man von Saw und Co. einfach härteres gewohnt ist. Da die meisten Morde auch relativ hektisch geschnitten und dunkel gefilmt wurden, lohnt sich ein Kinogang für Gorehounds wahrscheinlich nicht. Da also Splatter- und Spannungsszenen nicht wirklich zufriedenstellend ausgefallen sind hat Freitag der 13. schon einmal ein Problem, dass sich nicht so leicht kaschieren lässt: Der Film hat leider absolut keine Stimmung und kann deshalb auch kaum den Adrenalinpegel des Publikums steigern.

Dies ist auch schon die Todeserklärung für Freitag der 13. als Horrorfilm. Da macht es eigentlich wenig aus, dass sich das Drehbuch aus aneinander gereihten Dämlichkeiten zusammensetzt, und von hinten bis vorne Logiklöcher aufreissen. Nervtötend sind aber auch die grenzdebilen Dialoge der Protagonisten, die sich eigentlich nur ums Saufen, Kiffen und Sex drehen, und so wirken als hätte sie eine Schulklasse von pubertierenden Jugendlichen mal schnell in der Pause runter geschrieben. Dass die Darsteller zwar hübsch anzusehen sind, aber kaum spielen können ist allerdings schon fast Grundvorrausetzung für einen solchen Film.

Etwas merkwürdig ist die Entscheidung der Filmemacher, dass man Jason eine Art „Wohnung“ beschert. In seinem unterirdischen Tunnelsystem hält er zusätzlich noch eine Geisel, was irgendwie gar nicht in die Serie passt. Gar nicht so schlecht ist dafür, dass man aus dem schleichenden Jason, ganz nach dem Motto der modernen Zombiefilme (28 Days Later lässt grüßen) einen schnellen und deshalb viel unberechenbareren Wahnsinnigen gemacht hat. Die Ausgangslage wurde freilich dank der spannungsarmen Inszenierung nicht wirklich genutzt, aber zumindest der Ansatz war gut.

Etwas gewöhungsbedürftig gibt sich der Aufbau des Films. Denn die ersten 20 Minuten sind quasi eine Geschichte für sich, und erst danach erscheint die Titeleinblendung und die „richtige“ Geschichte beginnt. Natürlich beziehen sich beide Abschnitte im Endeffekt aufeinander, aber vielleicht wäre ein durchgehender Handlungsbogen die bessere Alternative gewesen. Vor allem, da die ersten 20 Minuten auch nicht wirklich stimmig geworden sind und abgesehen von einigen optischen Reizen (America Olivo sei dank), haben diese auch kaum etwas zu bieten.

Doch all diese Kritikpunkte ergeben insgesamt einen Grund sich den Film vielleicht doch anzusehen. Denn in einer größeren Runde, in sofern die Stimmung auch passt, kann Freitag der 13. einfach verdammt viel Spaß machen. Natürlich lacht man dabei vor allem über den Film, aber dank zahlreichen Dämlichkeiten, absurden Situationen und leicht bekleideten Damen, kann man Freitag der 13. seinen Unterhaltungswert auf dieser Ebene nicht absprechen. Wer also etwas mit einem, ich will es einmal Funsplatter nennen, anfangen kann, der kann dem Film eine Chance geben. Alle anderen können sich das Geld sparen, denn als Horrorfilm versagt Freitag der 13. auf ganzer Linie.

Fazit:
Freitag der 13. baut auf einem schockierend schwachen Drehbuch, welches vor allem durch zahlreiche Dämlichkeiten und grenzdebilen Dialogen überzeugt. Schockmomente sind eigentlich keine vorhanden und Spannung sucht man vergebens. Kurz gesagt, als Horrorfilm ist Freitag der 13. ein Schuss in den Ofen. Aber dank zahlreichen optischen Reizen, und dem hohen Spaßfaktor, kann man dem Film einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen. Aber hauptsächlich für größere Gruppen, die gut gelaunt im Kino antreten. Ein richtiger Horrorfilm ist dies nämlich nicht geworden. Eher eine Art Funsplatter.

Wertung:
4/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 6.9/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 10
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Liste von Al
Erstellt: 21.06.2014