The Spirit (2008)

OT: The Spirit - 103 Minuten - Action / Drama
The Spirit (2008)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Der Film sieht aus wie Sin City, hört sich an wie Sin City und manche Szenen und Dialoge scheinen sogar eins zu eins übernommen worden zu sein. Dabei handelt es sich hierbei aber nicht um eine Fortsetzung, sondern um eine völlig andere Comicverfilmung, basierend auf dem gleichnamigen Werk von Will Eisner. Eine gravierende Gemeinsamkeit haben beide Filme jedoch, und zwar den Comicbuchautor und neuerdings auch Filmemacher Frank Miller. Doch leider beweist er mit der Verfilmung von The Spirit, dass er keinerlei originäres Talent als Regisseur oder Drehbuchautor besitzt. Denn was in Sin City (vermutlich dank Robert Rodriguez) noch großartig und neu gewirkt hat, erscheint hier nur als billige und minderwertige Kopie, ohne dem ganzen auch nur den Hauch an Originalität abzugewinnen.

Eigenartig, dass er als Comicbuchautor Talent besitzt und für einige großartige Werke verantwortlich zeichnet, aber gleichzeitig als Drehbuchautor vollkommen versagt. Eine durchaus gute Riege an Schauspielern muss sich durch ein erbarmungslos schwaches Drehbuch wurschteln, das vor allem an seiner Sinnlosigkeit und Langatmigkeit scheitert. Der Autor wusste scheinbar nicht was für die Geschichte wichtig ist und was nicht, weshalb der Zuschauer mit endlosen, vollkommen unnötigen Dialogen, Monologen und Wiederholungen derselbigen bombardiert wird. Abgesehen davon gibt es auch ganze Szenen die entweder von vornherein unwichtig oder einfach viel zu lang sind, um das Interesse des Zuschauers aufrecht zu erhalten. Zusätzlich beinhaltet die Geschichte diverse Logikfehler, die selbst in einer Comicbuchadaption nicht vorkommen sollten. Dies alles führt letztlich dazu, dass selbst die zum Teil fabelhaften Schauspieler ihren Rollen nichts abgewinnen können.

Man muss The Spirit aber eines zugute halten, nämlich, dass sich der Film selbst nicht ernst nimmt und an einigen (wenigen) gelungenen Stellen ein gesundes Maß an Selbstironie offenbart, die der Geschichte mehr als gut tut. An den meisten anderen Stellen jedoch geht die Ironie leider vollkommen daneben und der Humor wirkt schlichtweg infantil und abgenutzt. Die meisten Gags zünden nicht richtig, da sie schon zu verbraucht sind um noch komisch zu sein. Was vor allem dahingehend überaus schade ist, weil man nun den Darstellern zuschauen muss, wie sie sich durch witzig gemeinte Szenen kämpfen, denen es aber an jeglichem Humor mangelt. Dadurch wirken die Schauspieler und ihre Leistungen großteils einfach lächerlich.

In gleichem Maße wie Frank Miller als Drehbuchautor versagt, wird ihm diese zweifelhafte Ehre auch als Regisseur zuteil. Erst durch The Spirit wird einem bewusst, wie wichtig die Arbeit von Robert Rodriguez an Sin City war. Denn in The Spirit zeigt Miller, dass er als Regisseur keinerlei Gespür für diesen Beruf hat. Es mangelt ihm an eigenen Ideen zur Umsetzung seines Drehbuchs. Dazu gesellt sich noch der Umstand, dass es ihm nicht gelingt die Geschichte in ein stimmiges Gesamtwerk zu verwandeln. Viel mehr hat man das Gefühl bloß die Bruchstücke und übriggebliebenen Fetzen eines Films vorgesetzt zu bekommen. Einen positiven Aspekt muss man ihm als Regisseur aber zugestehen. Er schafft es die weibliche Besetzung auf überaus anmutige Art und Weise in Szene zu setzen.

Überhaupt stellen die Frauen einen der wenigen, aber dafür umso helleren Glanzpunkte des gesamten Films dar. Scarlett Johansson und Eva Mendes sind erotisch wie eh und je. Gleiches gilt auch für die gesamte restliche weibliche Besetzung. Stets werden die femininen Vorzüge ihrer Körper gekonnt dargestellt und ins Bild gebracht. Unterstützt werden sie von einer ganzen Reihe aufreizender Kostüme. Im Gegenzug zeigt der männliche Hauptdarsteller Gabriel Macht auch was er hat und lässt zumindest einmal seinen durchtrainierten Körper sehen. Vom schauspielerischen her muss sich jedoch keiner der genannten und ungenannten Darsteller sonderlich anstrengen. Manch einer spielt seine Rolle routiniert ab, wie auf dem Fließband, andere wirken einfach nur Hölzern und bei einigen hat man das Gefühl, dass sie sich vielleicht sogar langweilen, weil sie derart unterfordert sind.

Leider ist Frank Millers erster eigener Kinofilm ein kleines Debakel geworden. Für Fans der Vorlage dennoch ein Muss, nicht unbedingt weil der Film so gut ist, sondern einfach um die Neugierde zu befriedigen. Abgesehen davon kann man auf The Spirit verzichten, bleibt es doch ein großteils ereignisloses und eigentlich langweiliges Werk. Schade ist das nur für die eigentlich großartige Besetzung und dem ursprünglichen selbstironischen Stoff. Natürlich ist die Optik nach wie vor faszinierend und ein Augenschmaus, aber der Regisseur/Drehbuchautor hätte sich lieber mehr auf das wesentliche des Comics konzentrieren sollen, anstatt auf eine coole Optik. Denn eine coole Optik alleine macht noch lange keinen guten Film aus, schon gar nicht wenn es an inhaltlichem, dramaturgischem und substanziellem an allen Ecken und Enden mangelt.

Fazit:
Es ist verständlich, warum dieser Film nicht zu uns in die Kinos kommt. Andererseits gibt es weitaus schlechtere Filme, die es Ungerechtfertigterweise dennoch ins Kino schaffen. Kurzweilig bietet der Film ein gewisses Maß an Unterhaltung, dank einer scharfen Optik und noch schärferen Frauen. Ein bisschen Selbstironie der Vorlage scheint stellenweise im Film durch. Doch der Rest ist ziemlich zum vergessen. Schlechtes Drehbuch, ideenlose Regie und unterforderte Schauspieler runden das Negativbild ab. Der Humor funktioniert absolut nicht und führt dazu, dass manche Figuren (eine im speziellen!) anstatt witzig zu sein, einfach nur mehr nerven und den Film damit ins lächerliche ziehen. Es wäre besser wenn Frank Miller das Filmemachen sein lässt und sich lieber wieder auf das Schreiben von Comicbüchern konzentriert. Hollywood wird ohnehin bald neue brauchen.

Bewertung:

3/10 Punkte

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Ø Wertung: 4.6/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 12
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