Der Ja-Sager

OT:  Yes Man   -  104 Minuten -  Komödie 
Der Ja-Sager
Kinostart: 20.02.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Der Ja-Sager

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Wer kennt ihn nicht, den manischen Grimassenschneider mit der gummiartigen Gestik und der schier unglaublichen Mimik? Die Rede ist natürlich von Jim Carrey, und auch wenn er vielleicht den Zenit seines Erfolges überschritten hat, will ich in Zusammenhang mit ihm immer noch von einem Star sprechen. Mit brachialer Komik, wie in Ace Ventura, Die Maske, Dumm und Dümmer und Der Dummschwätzer spielte er sich in die Publikumsherzen, und mit ernsten Filmen wie Die Truman Show, Der Mondman und Vergiss mein nicht zeigte er, dass er auch ein guter Darsteller ist. Sein Der Ja-Sager beweist nun, dass immer noch komödiantisches Potential in ihm steckt.

Carl Allen (Jim Carrey) arbeitet in einer Bank und seit seiner Scheidung hat er sich vom Leben zurückgezogen. Einladungen und Gelegenheiten schlägt er von vorne herein aus, und die Anrufe seiner Freunde ignoriert er. Doch dann bringt ihn ein Bekannter auf die Idee ein Selbsthilfeseminar zu besuchen. Guru Terrence Bundley (Terence Stamp) predigt die Macht des Ja-sagens und veranlasst das neue Mitglied Carl dazu ab sofort zu allen Gelegenheiten Ja zu sagen, da man so das Leben erst richtig wahrnimmt. Und Carl zieht das Programm auch kompromisslos durch, und lernt so die liebenswerte Allison (Zooey Deschanel) kennen. Doch wie lange kann es gut gehen, wenn man zu allem Ja sagt?

Wie steht es also um den neuen Jim Carrey Film Der Ja-Sager, Top oder Flop? Die Antwort liegt in diesem Fall wohl ziemlich in der Mitte, aber ich persönlich tendiere eher in Richtung gut. Denn obwohl sich der Einstieg noch etwas gewöhnungsbedürftig zeigt, und das Ende nicht wirklich überzeugt, sorgt doch der schwer unterhaltsame Mittelteil insgesamt für einen stimmigen Film, in dem Jim Carrey einmal wieder zeigen kann, dass er noch immer ein sehr guter Komödiant ist.

Das Problem ist lediglich, dass sich die gewohnt elastischen Körpereinlagen von Jim Carrey, und die wenigen Slapsticknummern unpassend anfühlen, und im Film eher wie ein Fremdkörper wirken. Sie wirken schlussendlich einfach überzogen, und es wäre wohl besser gewesen, wenn man die abstrusen Situationen einfach für sich stehen gelassen hätte, ohne durch überzogene Gestik noch eins drauf zu setzen. Doch dies verzeiht man dem Film vollständig, wenn er dann seine Stärken ausspielt.

Denn aus der Prämisse, dass Carl zu allem Ja sagen muss, hat man einige schwer unterhaltsame Situationen gezaubert. Die Parallelen zu der Ausgangslage von Der Dummschwätzer kann man da auch getrost verzeihen. Natürlich ist es jetzt nicht unbedingt die raffinierteste Message, dass man mehr Möglichkeiten des Lebens nutzen sollte, da diese Botschaft auch reichlich plakativ übermittelt wird, aber es ergeben sich doch zahlreiche charmante Situationen, sodass es Der Ja-Sager wirklich schafft den Zuseher mit frischem Tatendrang aus dem Kinosaal zu entlassen.

Dazu trägt großteils ein Jim Carrey bei, der sich zwar nicht in der Bestform seines Lebens zeigt, aber trotzdem die benötigte Starpower mitbringen um den Film gehörig aufzuwerten. Denn die „Story“ ist bewusst simpel, sodass die Darsteller ihr ganzes Engagement einbringen müssen um den Film zu tragen. Zooey Deschanel ist die zweite wichtige Komponente, die zum Unterhaltungsfaktor beiträgt, da sie perfekt mit Jim Carrey harmoiniert, und die beiden eine sehr gute Chemie aufbauen. Bradley Cooper muss auch positiv erwähnt werden, da auch er Sympathiewerte und Glaubwürdigkeit mit ins Spiel bringt.

Der letzte Akt des Films raubt Der Ja-Sager aber schließlich die höhere Wertung, die ich ihm wirklich gerne gegeben hätte. Denn hier wird der Feel-Good Fluss des Films unterbrochen, und das bekannte emotionale Tief der Figuren vor dem Ende herbeigeführt. Leider raubt dies dem Film schließlich etwas von seinem Spaßfaktor, der seine große Stärke ist. Da sich auch ansonsten einige kleine Schwächen, wie zum Beispiel die Oralsex liebende, alte Nachbarin, in den Film geschlichen haben, bleibt es bei guten sechs Punkten. Auch wenn ich Der Ja-Sager für seinen doch ziemlich unterhaltsamen Mittelteil gerne mehr gegeben hätte.

Fazit:
Der Ja-Sager ist dank einem durchschnittlichen Auftakt und einem eher mauen Ende keiner der wirklich herausragenden Jim Carrey Komödien, aber dank des wirklich unterhaltsamen Mittelteils bleibt der Film doch als positiv in Erinnerung. Gut, einige Aspekte sind missglückt, die Botschaft gibt sich aufdringlich, und so mancher Seitenhieb auf das aktuelle Zeitgeschehen sitzt nicht so ganz, aber dafür gibt sich der Film sehr charmant, die Chemie zwischen den Darstellern passt und für Unterhaltung ist auch gesorgt. Gerne hätte ich für den amüsanten Mittelteil noch einen Punkt drauf gelegt, aber die kleinen Schwächen, und vor allem der etwas schwache Schluss (da der Feel-Good Fluss unterbrochen wird) verhindern dies leider.

Wertung:
6/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 5.8/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 39
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