Underworld 3: Aufstand der Lykaner

OT:  Underworld 3: Rise of the Lycans  -  92 Minuten -  Fantasy / Action 
Underworld 3: Aufstand der Lykaner
Kinostart: 20.02.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
6135
Bewerten:

Filmkritik zu Underworld 3: Aufstand der Lykaner

Von am

Was macht man, wenn ein Film erfolgreich ist? Natürlich einfach immer weitermachen, solange es geht. Der dritte Teil der Underworld Reihe ist nun ein Prequel, und rollt den Kampf zwischen Vampiren und Lykanern von hinten auf, zeigt also wie alles begann. Pate für die Geschichte stand wohl ein gewisses Werk von William Shakespeare, denn die Anleihen an Romeo und Julia, springen einen schon förmlich entgegen. Wirklich gelungen ist Underworld 3 aber deswegen noch lange nicht.

Lucian (Michael Sheen) ist ein Werwolf und lebt Zeit seines Lebens in Sklaverei. Für Vampirkönig Viktor (Bill Nighy) muss er sich den Rücken krumm arbeiten und seine eigenen Artgenossen töten. Im Geheimen unterhält er aber eine Liebesbeziehung zu Viktor’s Tochter Sonja (Rhona Mitra). Die einzige dauerhafte Lösung für die beiden ist die Flucht. Gemeinsam mit seinen Artgenossen bereitet er alles vor, aber gleichzeitig steht das Geheimnis seiner Liebe kurz davor aufgedeckt zu werden…

Zunächst einmal muss gesagt werden, dass Underworld 1+2 Regisseur Len Wiseman den Regiestuhl geräumt hat, und das Projekt nur noch als Produzent betreut hat. Statt ihm inszenierte Patrick Tatopoulos, bisher hauptsächlich als Special Effects und Make-up Fachmann bekannt. Leider fehlt diesem jedoch das nötige Gespür für die Materie, sodass Underworld 3 leider aus einer an sich interessanten Geschichte kaum emotionale Höhepunkte herausholen kann.

Dabei hätte die Ausgangslage, die übrigens bereits in einer Rückblende in Underworld geschildert wurde, wirklich einiges hergegeben. Die Unterdrückung der Lykaner, der sich aufstauende Hass und die anschließende blutige Revolution, all das hätte man wunderbar in einen guten Actionfilm bringen können. Gut, die Romeo und Julia Affäre schreit ja förmlich nach Hollywoodkitsch, aber da wäre innerhalb der starken Thematik sicher mehr drinnen gewesen als es schließlich umgesetzt wurde.

Nur Patrick Tatopoulos fällt leider nicht allzu viel ein, was er mit seiner Geschichte hätte anfangen können. Die Actionsequenzen können kaum beeindrucken, ausserdem beisst sich der hippe Stil, inklusiver MTV-Hektik, etwas mit dem mittelalterlichen Setting. Zusätzlich fehlen optische Reize, die das Ganze etwas aufwerten könnten. In der lieblos gestalteten Liebeszene, oben auf dem Turm, manifestieren sich schließlich alle Probleme des Films: Was visuell atemberaubend sein könnte, wird ohne kreative Inspiration zerstört.

Ausserdem ist der Film viel zu dunkel geraten, sodass man noch nicht einmal die sporadischen visuellen Glanzlichter genießen kann. Leider können noch nicht einmal die beiden, unbestritten talentierten, Darsteller Bill Nighy und Michael Sheen überzeugen, weswegen Underworld 3 schlussendlich sogar auf darstellerischer Ebene zum Flop wird. Michael Sheen fehlt einfach die nötige physische Präsenz für diese Rolle, sodass man ihn leider kaum als Anführer ernst nehmen kann. Bill Nighy schließlich nervt mit krampfhaften Overacting, das den letzten Funken Stimmung zerstört.

Was bleibt also schließlich über, das einen Kinogang rechtfertigen könnte? Hardcore-Fans der Reihe werden sich ohnehin nicht von der schlechten Kritik hindern lassen, und vielleicht könnten sogar Vampirfans einen Blick riskieren. Doch wer nicht wirklich einschlägiges Genreinteresse mitbringt, sollte sich lieber eine Alternative suchen, denn ausser der stimmigen Grundthematik und wenigen gelungenen Szenen hat Underworld 3 leider kaum etwas zu bieten.

Fazit:
Die Grundthematik, vom Aufstand der Lykaner aus der Sklaverei, hätte wirklich viel hergegeben, und auch von der Liebesgeschichte der Marke Romeo und Julia hätte man sich mehr erhoffen können. Doch schlussendlich leidet Underworld 3 an einer einfallslosen Regie, überraschend schwachem Schauspiel und einer generell lieblosen Aufbereitung ohne jedes Gespür für die Dramatik der Story. Da wäre mehr drinnen gewesen.

Wertung:
4/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 6.4/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 7
10 /10
14%
9 /10
0%
8 /10
14%
7 /10
14%
6 /10
14%
5 /10
29%
4 /10
14%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Der Goldene Kompass
Der Sternwanderer (Stardust)
Schwerter des Königs
Wächter des Tages
Harry Potter und der Orden des Phönix
Die Legende von Beowulf
Sleepy Hollow
Terminator 4: Die Erlösung
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Will ich sehen
Liste von Missdavies
Erstellt: 18.10.2015