![]() ![]() Das Rückgrat des Teufels (The Devil's Backbone) OT: El espinazo del diablo Regie: Guillermo del Toro Drehbuch: Guillermo del Toro, Antonio Trashorras Filmstart: 20.04.2001 | Laufzeit: | Fantasy-Horror |
Gleichzeitig ist der Film, gemeinsam mit Pan’s Labyrinth, Teil von del Toros übernatürlicher Allegorie gegen den spanischen Faschismus. Die immer gewalttätigeren Konfrontationen zwischen dem Aufsichtspersonal im Waisenhaus sind eine deutliche Wiederspiegelung der Machtergreifung des Franco-Regimes. Im gleichen Sinne werden anhand der Waisenkinder die Konsequenzen dieser Machtergreifung gezeigt und die Auswirkungen die sie auf die Bevölkerung hatte. Am Ende haben die wahren Leidtragenden es zwar erfolgreich geschafft sich gegen das Regime durchzusetzen, aber nicht ohne einen Preis dafür zu zahlen. Zerschunden, verletzt und nur auf sich selbst gestellt, müssen sie letztlich genau jenen Ort verlassen, der ihnen eigentlich Schutz hätte bieten sollen, für sie aber zu einer lebensbedrohlichen Falle geworden ist. Das erschütternde Resümee scheint zu heißen, dass in dieser düsteren Welt nichts sicher ist und keinem wirklich Schutz geboten werden kann.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht der junge Waisenknabe Carlos (Fernando Tielve), der neu im Waisenhaus von Carmen (Marisa Paredes) ankommt. Vor dem Hintergrund des blutigen spanischen Bürgerkrieges, der 1939 zu Ende gegangen ist, stellt Carmens Waisenhaus so etwas wie einen Zufluchtsort für Kinder dar, die ihre Eltern im Krieg verloren haben. Während Carlos sich nun langsam in seine neue Umgebung einlebt, wird er auch immer mehr mit der unheimlichen Geschichte des Hauses konfrontiert. Genau an jenem Tag, als die Bombe einschlug, verschwand ein kleine Junge spurlos, seitdem wird sich erzählt, dass es im Haus spukt. Der freundliche und liebevolle Professor Casares (Federico Luppi) hält diese Geschichte für Unfug. Aber für Carlos wird bald klar, dass diese Geschichte keineswegs ein Hirngespinst ist. Doch was (und wer?) dahinter steckt ist weitaus erschreckender.
Neben dem gelungenen Drehbuch und einer fantastischen Regie, darf man keinesfalls die hervorragend agierenden Darsteller vergessen, die del Toros Figuren zum Leben erwecken. Eine gelungene Besetzung sorgt dafür, dass auch die Kinderdarsteller ihre Tour de Force grandios meistern und beachtliche schauspielerische Leistungen abliefern. Selbst Jacinto (Eduardo Noriega), eine Figur die man durchaus als bösartig bezeichnen kann, wird nicht zur Eindimensionalität verdammt, vielmehr gibt sie dem Schauspieler die Gelegenheit auch ihm ein gewisses Maß an Menschlichkeit zu verleihen und in manch einer Szene, die inneren Wunden und tiefe Verletzlichkeit seiner Figur zu offenbaren.
Fazit:
El espinazo del diablo ist ein kleiner, feiner Film, der vielleicht den bisherigen Höhepunkt im Schaffen von Guillermo del Toro darstellt. Der Film lebt vor allem von der lebhaften und unverbrauchten Bildsprache seines Regisseurs und den durchwegs emotionalen schauspielerischen Leistungen. Abgesehen davon ist es zusätzlich noch die stille, aber bedrohliche Atmosphäre, die über dem ganzen Werk schwebt und die El espinazo del diablo absolut empfehlenswert macht.
Bewertung:
8/10 Punkte
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