![]() ![]() Der fremde Sohn OT: Changeling Regie: Clint Eastwood Drehbuch: J. Michael Straczynski Filmstart: 23.01.2009 | Laufzeit: | Drama |
Christine Collins (Angelina Jolie) ist alleinerziehende Mutter und arbeitet bei einer Telefongesellschaft. Als sie eines Tages nach Hause kommt ist ihr Sohn Walter (Gattlin Griffith) plötzlich spurlos verschwunden. Nach 10 monatiger Stille hat die Polizei dann aber eine gute Nachricht: Walter wurde gefunden und kann zurück zu seiner Mutter. Doch bei der Übergabe muss Christine feststellen, dass es gar nicht ihr Sohn ist, den sie da bekommt. Doch die Polizei will mit dem Fall unbedingt ihr Image aufpolieren, und so entkräftet man alle Argumente von ihr. Als Christine dann aber an die Öffentlichkeit geht, wird es Captain J.J. Jones (Jeffrey Donovan) zu viel, und er lässt sie in eine Nervenheilanstalt einweisen…
Wie bereits erwähnt ist Clint Eastwood eine Bank als Regisseur, und wenn man seinen Namen im Vorspann liest, kann man sich sicher sein, dass der folgende Film zumindest auf handwerklicher Ebene großartig wird. Denn Clint Eastwood lässt sich nicht vom hektischen Treiben der MTV-Generation und der immer schneller werdenden Schnittfrequenz im US-Kino beeindrucken. Seine Filme sind stets ruhig, bedächtig, stilsicher und scheinen ihre eigene Zeitrechnung zu haben. Denn der eher ruhige Aufbau lässt seine Filme schon gerne einmal auf große Längen anschwellen.
Thematisch erinnert das Kapitel Polizeikorruption, verbunden mit dem inszenatorischen Arrangement natürlich an große Filme wie L.A. Confidential und Chinatown, wenngleich diese beiden Meisterwerke ihren Schatten natürlich etwas weit voraus werfen. Schlussendlich verlässt sich Eastwood auch nicht auf dieses Zugpferd, sondern teilt seinen Film in mehrere Handlungsstränge auf. Da währe natürlich die zentrale Episode rund um Christie Collins, der Handlungsstrang rund um Pastor Gustav Briegleb (John Malkovich) der gegen die Korruption kämpft und natürlich noch die Episode über den Serienmörder Gordon Northcott (Jason Butler Harner).
Alle sind sie gut, in gewohnter Eastwood-Manier stilsicher und sie ergeben auch insgesamt gesehen ein stimmiges Ganzes, doch leider ist dieses Ganze eben kein Meisterwerk wie Erbarmungslos, Mystic River oder Million Dollar Baby. All diese Filme drangen tief in ihr Millieu ein, warfen eine unglaublich dichte Atmosphäre in den Kinosaal und konnten vor allem zutiefst menschliche und bewegende Charakterschicksale erzählen. Der fremde Sohn verfügt zwar ebenso über ein großartiges Ebsemble, das sich durch die Bank von seiner besten Seite zeigt, und vor allem über eine atemberaubende Angelina Jolie verfügt, aber trotzdem geht das Schicksal der Figuren nicht so nahe, wie in Eastwoods Meisterstücken. Man könnte auch einfach sagen, dem Film fehlt das gewisse Etwas, um etwas ganz Großes zu werden. Doch wie oben bereits ausgeführt ändert dies nichts daran, dass Der fremde Sohn ein starkes und eloquentes Stück Film ist, das den gewohnten Eastwood Flair versprüht. Und da es kein Geheimnis ist, dass ich diesen Stil liebe, kann ich auch für diesen Film nur meine Empfehlung aussprechen.
Fazit:
Wo Clint Eastwood drauf steht, da ist auch Clint Eastwood drin. Der fremde Sohn bietet ein gewohnt stilsicheres Ambiente, äußerst stimmige Bilder und viel Gespür für den Stoff. Zusätzlich verfügt der Film auch noch über ein interessantes Thema und wirklich toll agierende Darsteller. Doch trotz dieses Lobes ist der Film kein Meisterwerk, wie andere Eastwood Filme. Dazu fehlt ihm das gewisse Etwas. Eine Empfehlung bleibt er aber dennoch, da Clint Eastwood mit seinem souveränen Stil die meisten Schwächen geschickt kaschiert.
Wertung:
8/10 Punkte

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