The Midnight Meat Train (2008)

OT: Midnight Meat Train - 85 Minuten - Mystery / Thriller
The Midnight Meat Train (2008)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: 07.03.2011 - Blu-ray-Start: 07.03.2011
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Filmkritik zu The Midnight Meat Train

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So gut wie jeder, der sich in irgendeiner Form mit der Entertainmentbranche beschäftigt, wird über kurz oder lang über den Namen Clive Barker stolpern. Beginnend natürlich mit seinen dunklen und blutigen literarischen Werken, hat Barker sein Netz quer durch alle Branchen gesponnen. Seien es Computerspiele wie Clive Barker’s Jericho, oder Filme wie sein selbst geschriebener und inszenierter Hellraiser, der eine Forsetzungslawine nach sich zog. Nun nimmt sich der japanische Genrespezialist Ryuhei Kitamura Barker’s Kurzgeschichte The Midnight Meat Train an, und zaubert daraus ein atmosphärisches Schlachtfest. Nichts für schwache Nerven und Horrorabstinenzler.

Leon Kauffman (Bradley Cooper) ist ein aufstrebender Fotograf und will es mit seinen Bildern in eine Kunstgalerie schaffen. Dazu müssen die Bilder aber auch etwas abseits des Gewöhnlichen sein, und so zieht er in der Nacht los, um die wahre Seele der Stadt abzubilden. Die Ausstellungsleiterin Susan Hoff (Brooke Shields) ist begeistert von seinen ersten Bildern, die zeigen wie eine junge Frau von einer Gang überfallen wird, und will noch mehr Bilder dieser Art von ihm. Doch in der Zeitung muss er plötzlich lesen, dass die junge Frau, die er vor der Gang gerettet hat, tot aufgefunden wurde. Nach erneutem durchsehen seiner Bilder entdeckt er eine mysteriöse Gestalt (Vinnie Jones), die er auch schon bald wieder in der U-Bahn trifft. Und er heftet sich an seine Fersen…

The Midnight Meat Train beginnt bereits durchaus gefällig. Am Anfang vermutet man noch eine relativ gewöhnliche Serienkillergeschichte, doch der Film entwickelt sich nach und nach zu etwas Anderem. Durch die Augen des Fotografen Leon Kauffman steigen wir immer weiter in die Dunkelheit herab, bis wir erkennen müssen, was wirklich hinter allem steckt. Ryuhei Kitamura hat es dabei vortrefflich geschafft dem Gezeigten Atmosphäre zu geben, und somit einen durchaus berauschenden Bilderreigen zu kreieren.

Es hat etwas betörendes, wie er selbst am Tag die, nicht näher benannte Großstadt, als einen sehr dunklen und schattenreichen Ort zeigt, und dann in der Nacht vollends auf die Stimmungsarmaturen drückt. Im Gegensatz dazu stehen aber die brutalen Morde, die im kalten Neonlicht der U-Bahnbeleuchtung stattfinden, und somit keine Dunkelheit über die Grausamkeiten legen, sondern dem Zuseher alles in beinharter Konsequenz und brutalem Nihilismus vor die Augen werfen.

The Midnight Meat Train wird somit wohl nur ein Geheimtipp für Genrefreunde bleiben, denn ein Mainstreampublikum wird wohl seine Probleme mit herausgerissenen Zungen, ausgebrochenen Zähnen, und aus den Höhlen fliegenden Augen haben. Denn Vinnie Jones führt uns eindrucksvoll vor was man mit einem schweren Metallhammer alles anrichten kann. Leider muss man aber auch erwähnen, dass bei so manchem Effekt aufdringlich mit CGI nachgeholfen wurde, was dem Gezeigten leider etwas an Stimmung raubt. Vor allem da The Midnight Meat Train viel eher als handfester, altmodischer Horrorfilm funktioniert, was man ja auch schon an den altmodischen Tötungsmethoden von Vinnie Jones sieht.

Der Aufbau der Geschichte, inklusive einem durchaus gefälligem Abschluss (wenngleich das Finale davor nicht astrein ist) erweist sich als sehr stimmig. Das einzige Problem ist nur, dass The Midnight Meat Train eben als knappe Kurzgeschichte erfunden worden ist, der Film ihn aber natürlich auf Spielfilmformat ausdehnt. Dies muss per se nichts schlechtes sein, aber hier merkt man leider einige Lückenfüller und Durchhänger, die das kompakte Seherlebnis etwas trüben. Kaschiert wird dies zwar durch den sympathischen Bradley Cooper in der Hauptrolle, und den diabolischen Vinnie Jones als sein Gegenspieler, aber der Film wird dadurch leider dennoch gebremst. Für Genrefans bleibt The Midnight Meat Train aber dennoch ein Tipp.

Fazit:
The Midnight Meat Train hält das, was der Titel verspricht: Eine rasante Zugfahrt mit jede Menge Fleisch. Die brutalen Tötungsszenen werden ein Mainstreampublikum zwar abschrecken, aber für Genrefans bleibt der Film durchaus empfehlenswert. Leider wurden einige Goreszenen mit CGI nachbearbeitet, was nicht so recht in den Film passt, aber das kann man verschmerzen. Etwas schade ist, dass man die Kurzgeschichte etwas zu sehr für den Film gestreckt hat, und auch das Finale hat einige Schwachpunkte. Doch insgesamt bleibt The Midnight Meat Train eine atmosphärische Schlachtpalette, die sich Genrefans nicht entgehen lassen sollten.

Wertung:
7/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.8/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 4
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Liste von NastjaNastya
Erstellt: 18.12.2014