![]() ![]() Milk OT: Milk Regie: Gus Van Sant Drehbuch: Dustin Lance Black Filmstart: 20.02.2009 | Laufzeit: | Drama |
1972: Harvey Milk (Sean Penn) will gemeinsam mit seinem Partner Scott Smith (James Franco) New York verlassen. Gemeinsam suchen sie in San Francisco ihr neues Glück. Im Arbeiterviertel Castro, eröffnen sie den kleinen Fotoladen „Castro Camera“, der sich bald schon zum Treffpunkt des Viertels entwickelt. Die schwule Gemeinschaft, die nirgendwo akzeptiert wird, hat plötzlich ein Zuhause – und einen Anführer: Harvey Milk. Zunächst beginnen kleine Proteste gegen die Diskriminierung, aber bald schon will Harvey mehr, und beschließt in die Politik zu gehen. Doch unter Harveys Kampf gegen die Unterdrückung, beginnt seine Beziehung mit Scott zu leiden…
Gus Van Sant hat ja bereits einige Wendungen in seiner, durchaus interessanten, Karriere erlebt. Nachdem er dank Good Will Hunting auch beim Mainstreampublikum einen Erfolg feiern konnte, und diesem auch mit seinem Psycho Remake und Finding Forrester treu blieb hat er sich ab 2003 wieder verstärkt dem Independent Film, mit experimentellen Einschlägen gewidmet. So entstanden Filme wie Gerry, Elephant, Last Days und Paranoid Park. Nun wendet er sich mit Milk zumindest stilistisch wieder etwas von diesen Filmen ab, und versucht auf betörender Weise dem Leben von Harvey Milk ein Denkmal zu setzen.
Über all dem thront ein unglaublicher, ja beinahe mystischer Sean Penn, der hier den neuerlichen Beweis dafür liefert, dass er einer der größten unserer Zeit ist. Gemeinsam mit der fablenhaften Leistung von Mickey Rourke in The Wrestler ist dies wohl die denkwürdigste Performance des Jahres. Sean Penn legt seinen Harvey Milk nicht als Helden an, sondern einfach als Menschen, der mit der Situation unzufrieden ist, und beschließt etwas dagegen zu unternehmen. Wer ihn in Dead Man Walking und Mystic River gesehen hat, wird verblüfft sein, mit welcher galanten Leichtigkeit er hier in diese feinfühlige Rolle schlüpft, und mit welcher Präzision er hier ans Werk geht. Es sind vor allem die kleinen Gesten und die winzigen Details, die von Sean Penn so virtuos herausgearbeitet werden, die diese Leistung so atemberaubend werden lassen. Das ist ganz große Schauspielkunst, und Sean Penn ist ein Musterbeispiel für einen Vollblutdarsteller.
Milk ist also durch und durch ein Highlight geworden. Der Film schafft es, so gut wie ohne nennenswerte Schwächen, eine bedeutende Zeitepoche zum Leben zu erwecken, und trotz der tragischen Handlung eine bemerkenswerte Verve aufrecht zu halten, die den Zuseher durch den Film trägt. Gus Van Sants Milk ist ein mutiger, weitsichtiger und vor allem intelligenter Film, der darauf verzichtet seine Botschaft durch zu hämmern und Feinde an den Pranger zu stellen, sondern stattdessen einfach auf wunderbare Weise für mehr Toleranz wirbt. Ein wirklich großer Film, und mit Sicherheit einer der Besten des Jahres (und wohl auch ein heißer Kandidat auf so manche Oscarnominierung).
Fazit:
Gus Van Sant kann mit Milk erneut seine Klasse als Regisseur beweisen. Er versteht es virtuos die 70er Jahre zum Leben zu erwecken. 2008 wurde der erste schwarze Präsident Amerikas gewählt, und Milk zeigt den Kampf eines Menschen, der als erster bekennender Homosexueller in ein öffentliches Amt gewählt werden wollte. Sean Penn kann dabei sein scheinbar unbegrenztes Talent in die Waagschale werfen, und betört mit einer der besten Schauspielleistungen des Jahres. Vor allem aber ist Milk ein ehrlicher, weitsichtiger und intelligenter Film geworden, den man sich um nichts in der Welt entgehen lassen sollte. Ein ganz großer, kleiner Film.
Wertung:
9/10 Punkte
10.11.2008 - Milk - Deutscher Trailer
04.09.2008 - Milk - Englischer Trailer 01
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