März

OT:  März   -  83 Minuten -  Drama 
März
Kinostart: 16.01.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu März

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Der Dramatiker Klaus Händl, der jetzt Händl Klaus geschrieben werden will, ist ursprünglich ein Theatermensch. Zwar hatte er bereits einige kleine Auftritte in diversen Fersehserien und Filmen absolviert (darunter in Werner Herzogs Invincible), aber mit seinem ersten Spielfilm als Regisseur betritt er mit März dennoch Neuland. Dabei ist ihm ein durchaus interessantes Werk gelungen, das es trotz aller Sperrigkeit schafft zu faszinieren. Doch insgesamt ist März ein etwas ambivalenter Film geworden, und für die breite Masse sowieso völlig ungeeignet.

Nachdem drei Studenten aus Tirol noch ein letztes Mal gemeinsam Handball gespielt haben, fahren sie mit dem Auto ein Stück raus, legen einen Schlauch vom Auspuff in die Fahrerkabine, kleben das Fenster ab, und beschließen in den Freitod zu gehen. Hinterlassen haben sie nichts. Keinen Brief, keine Erklärung, keinen sichtbaren Grund. Die Angehörigen der drei Studenten versuchen mit dem Ereignis klar zu kommen, flüchten sich in den Alltag, und kämpfen damit das Unaussprechliche endlich zum Thema zu machen…

Händl Klaus’ März ist ein äußerst unbequemer und sperriger Film geworden. Hier wird aus einem tragischen Ereignis im Leben von drei Familien kein groß angelegtes Drama erzeugt, sondern viel eher eine stille Tragödie erschaffen, die im Kopf des Zusehers weiter wächst. Denn Händl Klaus verzichtet darauf das Geschehen moralisch zu lenken. Sein Film wird, mit Ausnahme des Anfangs, völlig aus der Sicht der Hinterbliebenen erzählt, und der Zuseher wird somit auf eine durchaus interessante Fahrt durch ihr Leben geschickt.

Es sind die kleinen alltäglichen Gesten, die hier im Vordergrund stehen. Trotz des tragischen Ereignisses geht der Alltag normal weiter. Zumindest nach außen hin, doch in sich tragen alle Figuren etwas verborgen, das der Zuseher für sich finden muss. Denn oberflächlich betrachtet ist März nur eine Ansammlung von Alltagsszenen, doch im Gegensatz zu manch anderem solchen Film, steckt hier tatsächlich mehr dahinter. Denn die Figuren verbergen etwas im Dunkeln, sind nicht fähig es anzusprechen, und so setzt sich die Geschichte im Kopf des Zusehers weiter fort.

Denn März ist auch ein Film der Lücken. Immer wieder räumt Händl Klaus Platz ein, damit der Zuseher seine eigene Fantasie mit einbringen kann, und es werden auch genug offene Stellen gelassen, dass man die Geschichte selbst weiterspinnen kann. Gerade dieses Mysterium, und die offene Auslegung der Figuren, machen März zu etwas so besonderem. Denn es ist tatsächlich ein Film geworden, den viele Zuseher wohl grob unterschiedlich aufnehmen werden, und der für jeden eine andere Wirkung erzielt.

Natürlich bleibt es auch nicht aus zu erwähnen, dass dieses Konzept speziell zu Beginn noch nicht so gut funktioniert, und der Film so an manchen Stellen etwas langweilig ist. Auch war die Idee dahinter wohl vielleicht ein bisschen besser als die tatsächliche Umsetzung. Schlussendlich muss auch gesagt werden, dass März nichts für ein Mainstreampublikum ist, das wohl nur unruhig auf den Sitzen herumscharren wird. Doch trotz allen Schwächen ist März ein durchaus besonderer Film, sofern man sich darauf einlassen kann.

Fazit:
März ist ein sehr eigenwilliger, aber auch besonderer Film geworden. Durch die vielen Lücken im Handlungsraum, den Geheimnissen der Figuren und dem generellen offenen Zugang, wächst die Geschichte im Kopf des Zusehers fort, und man kann durchaus seine eigene Fantasie einbringen. Doch speziell zu Beginn wirkt März noch sehr gewöhnungsbedürftig, und es haben sich auch einige langweilige Stellen eingeschlichen. Für die breite Masse ist der Film ohnehin nicht geeignet, aber ein interessierter Zuseher, der über die Schwächen hinwegsehen kann, bekommt einen durchaus interessanten Film geboten.

Wertung:

6/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 6/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
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