Water

OT: -  118 Minuten -  Drama
Water
Kinostart: 04.05.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Water

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Bollywoodfilme finden in letzter Zeit durchaus auch in der westlichen Welt anklang. Die kitschigen und bunten Filme aus Indien, die mit Gesangseinlagen aufgelockert werden, fanden zwar lange Zeit überhaupt keine Abnehmer in unseren Breitengraden, aber heutzutage können sich die Menschen durchaus für solche Filme begeistern. Schade nur dass die ernsteren Filme indischer Regisseure noch nicht wirklich ein Publikum finden. Water ist einer dieser Film, gedreht von der in Kanada lebenden indischen Regisseurin Deepa Metha. Ausserdem ist es der dritte Teil ihrer Elemente Trilogie nach Fire und Earth, die sich mit den Misständen in Indien beschäftigen.

 

Indien 1938: Der Ehemann der erst achtjährigen Chuya (Sarala) ist gestorben. Laut ihrem Glauben stirbt eine Hälfte der Frau, sobald ihr Mann tot ist. Ihr wird der Kopf kahl geschoren und ihr wird der Schmuck abgenommen. Ausserdem wird sie von ihrer Familie getrennt und muss bei anderen Witwen in einem Ashram leben. Dorthin werden die indischen Frauen abgeschoben, nachdem ihre Männer gestorben sind. Im Ashram findet sich Chuya nur schwer zurecht und erst langsam kann sie sich mit Shakuntala (Seema Biswas), und Kalyani (Lisa Ray) anfreunden. Nach und nach stellt sich jedoch heraus dass der Glaube nur vorgeschoben wird um die Witwen loszuwerden. Auch der Ashram ist nicht wirklich ein heiliger Ort: Kalyani wird von der Leiterin Madhumati (Manorama) zur Prostitution gezwungen...

 

Deepa Metha hatte es von Beginn an sehr schwer mit ihrem neusten Projekt Water. Durch ihre beiden ersten Teile der Elemente Trilogie, die von der Beziehung zweier Frauen (Fire) und der Auseinandersetzung zwischen Muslime und Hindus (Earth) handelten, wurde sie zur meistgehassten Person vom radikalen Hinduführer Bal Thackeray. Deepa Methas kritische Auseinandersetzung mit den alten Werten der indischen Kultur führten schließlich dazu dass die Sets zum Film Water im Ganges versenkt wurden und sowohl die Schauspieler, als auch die Regisseurin Morddrohungen erhielten. Deshalb beschloss die indische Regierung auch die Dreharbeiten zu stoppen. Jahre später wurde der Film unter falschem Titel in Sri Lanka fertig gestellt. Dennoch wurde der Regisseurin von Hindu-Führern nahe gelegt den Film nicht im Westen zu veröffentlichen, da man dort die indische Mentalität nicht verstehen würde. Dennoch startet Water in unseren Kinos und wurde als Lohn für Deepa Methas Leistung sogar für den Oscar als Bester Fremdsprachiger Film nominiert.

 

Das titelgebende Wasser findet sich wirklich in jeder Einstellung des Films wieder. Egal ob die mächtigen Wellen des Ganges, starkem Regen oder nur Trinkwasser. Wasser ist in diesem Film allgegenwärtig. Überhaupt wird Water durch wunderschöne Aufnahmen aufgewertet. Besonders gelungen ist es wie die visuelle Schönheit des Films im Kontrast zur inhaltlichen Hässlichkeit gestellt wird. Auch der Soundtrack erweist sich als gelungen und die Sets wirken sehr detailiert und liebevoll gemacht. Kurz gesagt ist Water ein wunderschöner Film.

 

Auch inhaltlich hat er einiges zu bieten: In der westlichen Welt weiß man kaum etwas von der menschenunwürdigen Behandlung der indischen Witwen und deshalb schockiert Water zu Beginn doch etwas. Der Diskurs ob es sich wirklich um starken Glauben, oder nur simple Abschiebung handelt ist sehr gut gelungen und verleiht Water eine wichtige Aussagekraft. Das Problem ist nur dass Deepa Metha sich sehr viel Zeit nimmt und den Film sehr gemächlich inszeniert. Viel Zeit verbringt sie mit der Beschreibung des Lebens in einem Ashram und speziell in diesen Szenen wirkt Water etwas langatmig. Am Ende zieht die Geschichte zwar wieder merkbar an, aber dennoch spürt man die Längen deutlich.

 

Auch ist es wichtig zu sagen dass man schon etwas mit der indischen Kultur anfangen muss um Water zu mögen, da sich der Film doch deutlich mit dieser auseinander setzt. Also wenn jemand nichts mit solch einem Material anfangen kann, dann soll er den Film ruhig auslassen. Optische Schönheit und inhaltliche Stärke sind zwar eindeutig vorhanden, aber dennoch muss man erwähnen dass dem Film im Mittelteil etwas die Luft ausgeht. Als gesamtes bleibt Water natürlich dennoch sehenswert.

 

Fazit:

Water ist ein visuell sehr gelungener Film, der speziell durch seine wichtige Botschaft, rund um Menschenrechtsverletzungen in der indischen Kultur begeistern kann. Leider hat der Film in der Mitte einen ziemlichen Durchhänger und wird etwas langatmig. Ansehen lohnt sich dennoch.

 

Wertung:

7/10 Punkte

Filmering.at
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