1 1/2 Ritter - Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde (2008)

OT: 1 1/2 Ritter - xx Minuten - Komödie
1 1/2 Ritter - Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde (2008)
Kinostart: 19.12.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu 1 1/2 Ritter - Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde

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Til Schweiger ist schon ein kleines Phänomen. Lange galt er als der Zusehermagnet des deutschen Kinos, und Held der deutschen, romantischen Komödie. Danach versuchte er Hollywood zu erobern, verkaufte sich aber großteils unter Wert. Schließlich gelang ihm letztes Jahr zur Weihnachtszeit, sein erfrischender und schwer unterhaltsamer Keinohrhasen, bei dem er sich auch für die Regie verantwortlich zeigte. Doch nun gibt es ein kleines Auf und Ab in seiner Karriere: Da ist auf der einen Seite sein weitestgehend enttäuschender 1 ½ Ritter, bei dem er auch wieder auf dem Regiestuhl Platz nimmt, sein desaströser Auftritt in Uwe Bolls Far Cry, aber auf der anderen Seite auch eine Rolle im Quentin Tarantino Film Inglourious Basterds. Man darf gespannt sein wie es mit ihm weitergeht, vor allem da für nächstes Jahr schon Keinohrhasen 2 angekündigt wurde.

König Gunther (Thomas Gottschalk) hat den reichen Luitpold Trumpf (Udo Kier) auf seine Burg eingeladen. Dieser will die Tochter des Königs, Prinzessin Herzelinde (Julia Dietze) heiraten, und dafür die Kassen des Königreichs aufbessern. Das Problem ist nur, dass Herzelinde in ihren Leibwächter Lanze (Til Schweiger) verliebt ist. Dieser teilt ihre Gefühle, ist aber im Umgang mit Frauen bei weitem nicht so geschult wie im Umgang mit dem Schwert. Doch während eines Ausflugs wird Herzelinde plötzlich vom Schwarzen Ritter entführt. Nun ist Lanze plötzlich auf die Hilfe des Kleinganoven Erdal (Rick Kavanian) angewiesen, der behauptet zu wissen wo sich der Schwarze Ritter versteckt…

Man hat es sich ja bereits nach dem Trailer denken können: Vom spritzigen Charme, und dem durchgehenden Spaßfaktor von Keinohrhasen hat es nur wenig in 1 ½ Ritter geschafft. Stattdessen rutscht der Film durchgehend auf einem sehr seichten Klamaukniveau herum, ohne jemals wirklich großartig zu unterhalten. Denn das Problem ist einfach, dass die Gags wenig eigenständiges haben, sondern nur eine plumpe Nummernrevue und eine Ansammlung von Versatzstücken sind, zusammenklaut aus anderen mauen Komödien, sodass man die großen Lacher hier vermissen wird.

Auf produktionstechnischer Seite gibt es dafür wenig zu meckern. Als Regisseur gibt sich Til Schweiger solide, und erzeugt durchaus ansehnliche Bilder, die es tatsächlich schaffen den Zuseher in die Welt der Ritter zu ziehen. Auch die Ausstattung und die Kostüme sind durchwegs hochwertig geworden, und da der Film keine ganz so stupide Ansammlung von Dämlichkeiten ist, wie man nach dem Trailer vermuten könnte, schleichen sich tatsächlich Momente ein, in denen man sich auf die Abenteuergeschichte einlassen kann. Doch dies bewirkt weniger, dass man 1 ½ Ritter wirklich genießt, sondern weckt eher den Wunsch, dass man einmal wieder einen wirklich hochwertigen Ritterfilm sieht.

Auffällig ist auch, dass 1 ½ Ritter an einigen Stellen doch etwas an Shrek erinnert, so komisch das auch zunächst klingen mag. Til Schweiger gibt dabei den etwas stinkigen Shrek, der nur den Auftrag erfüllen will, während Rick Kavanian den Esel spielt, der durch seine lockere Klappe und sein lebenslustiges Verhalten für die Unterhaltung sorgt. Doch natürlich ist 1 ½ Ritter ein gutes Stück von der Qualität des Animationshighlight entfernt, sodass natürlich zusätzlich zum Plagiatsvorwurf auch noch der bitter Nachgeschmack der „schlechten Kopie“ eingeräumt werden muss.

Zusätzlich wirft natürlich der grandiose Monty Python Film Die Ritter der Kokosnuss seinen Schatten weit voraus. Denn dieser Film hat bewiesen welch komödiantische Kraft man aus dem Rittergenre herausholen kann, wenn man denn die nötigen Fähigkeiten mitbringt, und sich nicht darauf verlässt nur bereits ausgelutschte Klischees erneut zu servieren. Auch Schweigers Film hat tatsächlich Momente, in denen das Konzept stellenweise funktioniert. Als Beispiel möchte ich nur die Hippie-Kommune des „Schwarzen Ritters“ nennen, in denen der Film es schafft auf weniger penetrante Art zu unterhalten, und so auch wirklich sein Ziel erreicht.

Denn der restliche Film gibt sich reichlich aufdringlich, überzogen und billig. Dazu tragen auch die äußerst bemühten Schauspieler bei, denen man beinahe in jeder Szene die Anstrengung anmerkt, die sie aufbringen müssen, um auch nur einen geraden Satz herauszubringen. Natürlich gibt es trotz aller Kritik einige wenige Lacher, aber speziell Til Schweiger wirkt etwas fehlbesetzt, da er die trottelige Seite von Lanze bei weitem nicht so sicher wie seine heldenhafte Seite spielt. Was übrig bleibt ist reichlich seichte Unterhaltung, die man wirklich nicht gesehen haben muss. Aber Schweigers Film ist auch nicht so mies, dass man aus dem Kino stürmen möchte.

Fazit:
Nach Keinohrhasen hätte man sich durchaus einen weiteren unterhaltsamen Film von Til Schweiger erwarten können, aber leider spürt man in 1 ½ Ritter nur wenig vom Charme den man aus Keinohrhasen kennt. Die Witze sind so gut wie ausnahmslos billige Versatzstücke aus bekannten Dämlichkeiten, sodass sich der Film leider schlechter macht, als möglich gewesen wäre. Denn an manchen Stellen blitzt der Abenteuerfilm durch den Mantel der billigen Komödie durch, und dann würde man sich wünschen, dass 1 ½ Ritter nur ein bisschen weniger auf den tiefsten Humor aus wäre.

Wertung:
4/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 4.5/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 22
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