Piranha 2 - Fliegende Killer

OT:  Piranha Part Two: The Spawning  -  84 Minuten -  Horror 
Piranha 2 - Fliegende Killer
Kinostart: 08.07.1983
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Piranha 2 - Fliegende Killer

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Es ist schon reichlich kurios mit was James Cameron („True Lies“, „Titanic“) das Publikum in seinem Regiedebüt beglückt. Der spätere Kult- und Erfolgsregisseur nahm nicht nur den Umweg über die Studios von Roger Corman (u .a. Second Unit Director bei „Galaxy of Terror“), sondern verdingte sich zunächst auch als Art Director bei Filmen wie „Battle Beyond the Stars“ und „Escape from New York“. Camerons erste Regiearbeit verlief dann auch gleich extrem konfus. Der einschlägig bekannte Schundfilmemacher Ovidio G. Assonitis, am ehesten durch Machwerke wie „Mondo cannibale“ oder „Tentacoli“ bekannt, feuerte ihn noch während der, im übrigen mit niederländischen Geldern finanzierten, Dreharbeiten und stellte den Film dann selbst fertig. Ob Camerons Cutterqualitäten am abgeschmackten Italohorrortrash noch was bewirken hätten können, darf jedoch bezweifelt werden.

Die Fortsetzung des auch nicht gerade gehaltvollen Originals „Piranha“ von Joe Dante („Gremlins“, „Looney Tunes: Back in Action“) schwimmt selbstverständlich weiterhin im Fahrwasser von Steven Spielbergs „Jaws“ und beinhaltet so ziemlich alle Elemente, die der passionierte Genrefan bis in die Achtziger hinein so ertragen musste oder durfte. Kann man sich aussuchen.

Schon der obligatorischen Knusper-Opener folgt der ungeschriebenen Genreregel, dass Sex zwangsläufig im weiteren Verlauf zum Tod führt, so dass die brodelnden Killerfischchen hier zum ersten Mal auf den Plan treten. Es folgen die üblichen Standards: Ein Club mit sturem Manager, der nur seine Kohle zählen will, eine fickrige Damenriege, die meist ihre Möpse freizügig präsentiert, ein schwarzer Dynamit-Schiffer nebst zurückgebliebenen Sohnemann, eine Wissenschaftlerin mit Filius, die den Braten riecht und Camerons späterer Spezi Lance Henriksen (war ja in „The Terminator“, „Aliens“ und als Erzähler bei „Expedition: Bismarck“ tätig) als immerhin markiger, verschwitzter Brody-Ersatz.

Gemäß den Spielregeln wird nach einer zähen ersten Hälfte dann die Katze aus dem Sack gelassen. Das böse Militär hat sich genetisch mal wieder quer durch die Evolution gekreuzt und dabei einen fliegenden Killerfisch geschaffen, der auch an Land leben kann, versehentlich aber verloren gegangen ist und nun das Wasser zum Brodeln bringt.

Logiklocher noch und nöcher (der zerkaute Hilfssheriff positioniert sein Funkgerät fachgerecht im Sand, bevor es ihn in die Fluten reißt) und saubillige Attacken (die mit Kunstblut beschmierten Opfer halten sich die Gummifische an die Backe und zappeln dann eifrig) häufen sich und alles was so ungelenk eingefügt wurde, wird durch den Reißfisch gedreht. Nur unserer wieder zusammenfindendes Heroehepaar natürlich nicht.

Während Henriksen seinen Modellhubschrauber zu Bruch fliegt, taucht seine holde Maid gen Behausung des Schwarms (ein Schiffswrack), um eine bombige Überraschung zu platzieren. Als ob da wirklich alle gefräßigen Exemplare bei drauf geben würden... Als echter Heuler entpuppt sich, neben der putzigen Szene in der Leichenhalle (Huch, da hatte sich noch einer im toten Body versteckt), aber das große Fischfest am Strand. Denn wenn da die gesamte Gästeriege Zombie-like und fackelbewehrt gen Strand marschiert und dabei „Wir wollen Fisch“ vor sich hinbeschwört, gibt es kein Halten für die Lachmuskeln mehr. Biss auf Biss surren Fischfledermäuse durch die Clubanlage und tun sich gütlich am Nahrungsoverkill.

Fazit:
James Camerons Handschrift ist hier nirgends zu erkennen. Wer denn nun unbedingt mal sein Regiedebüt goutieren möchte, sei vorgewarnt. „Piranha Part Two: The Spawning” ist saublöder, billig gemachter Italohorror mit allen Klischees und Motivklauereien die dazugehören. Wird abgeharkt unter der Kategorie „Er war jung und brauchte die Erfahrung“. Wir wissen ja, dass er das später viel besser machen sollte.

Wertung:
2/10 Punkte
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