Twilight - Bis(s) Zum Morgengrauen (2008)

OT: Twilight - 122 Minuten - Romantik / Fantasy
Twilight - Bis(s) Zum Morgengrauen (2008)
Kinostart: 16.01.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Catherine Hardwicke verfilmt in ihrer vierten Regiearbeit Twilight, den gleichnamigen Bestseller von Stephenie Meyer. Die Geschichte handelt von einem jungen Mädchen, das auf den bezeichnenden Namen Bella Swan (Kristen Stewart) hört. Als ihre Mutter wieder heiratet und viel auf Reisen ist, zieht Bella eine Weile zu ihrem Vater in das verregnete, kleine Städtchen Forks. Dort lernt sie den Schüler Edward Cullen (Robert Pattinson) kennen und nach anfänglichen Schwierigkeiten verlieben sie sich ineinander. Doch Blöderweise handelt es sich bei Edward um einen Vampir, und obwohl er zwar auf Vegetarier macht und „nur“ tierisches Blut trinkt, birgt seine Beziehung zu Bella doch ein gewisses Risiko in sich.

Eigentlich hört sich die Handlung wie eine typische Mischung aus Fantasy und High-School Romanze an, und größtenteils ist es auch genau das! In den schlechteren Augenblicken ist Twilight nichts anderes als eine weitere Teenieromanze mit schlechten, beinahe unaussprechlichen Dialogen, einer Ansammlung übertrieben hübscher Darsteller und einer Liebesgeschichte die einem vollkommen kalt lässt. Doch dann gibt es tatsächlich auch bessere Momente, die aus Twilight einen durchaus akzeptablen Film machen. Ganz besonders Billy Burke, der die Rolle von Bellas Vater Charlie Swan spielt, sorgt für einige der besten Szenen im Film. Die restlichen Darsteller spielen das Potenzial ihrer Rollen aus, bleiben aber trotzdem irgendwie blass.

Das Gute an dem Film ist, dass er manchmal sogar richtig erfrischend und unverbraucht wirkt. Neben den Szenen mit Charlie Swan, ist auch das Baseballspiel der Vampire sehr ansehnlich geraten. Irgendwie ist überhaupt der ganze Film ziemlich unterhaltsam, und das trotz seiner zahlreichen Schwächen. Allen voran die Regie von Catherine Hardwicke. Zu viel technische Trickserei verwirrt das Auge und lenkt von der eigentlichen Geschichte und den Figuren ab. Ständig wird man mit optischen Auffälligkeiten vom eigentlichen Geschehen abgelenkt und stattdessen auf die Präsenz eines Regisseurs verwiesen. Es scheint so als dient die Inszenierung an manchen Stellen lediglich dem Zweck zur Selbstdarstellung der Regisseurin.

Ein weiteres großes Manko des Films ist der überaus lieblos eingesprochene und manchmal vollkommen deplazierte Off-Kommentar der Hauptfigur. Der Film wäre viel besser ausgekommen, wenn man den Kommentar von Bella Swan vollständig weggelassen hätte, anstatt dem Zuschauer genau zu sagen, was in ihr vorgeht. Zum einen deutet es an, dass die Regisseurin kein volles Vertrauen in das schauspielerische Talent ihrer Hauptdarstellerin hat, zum anderen wirkt die Qualität des Off-Kommentars oft so, als wurde er direkt aus einer Seifenoper übernommen.

Das nächste Problem sind die Vampire an sich. Obwohl es durchaus akzeptabel ist gewisse Aspekte des Vampirmythos zu verändern, gibt es doch ein Merkmal das unbedingt erhalten werden muss. Vampire brauchen menschliches Blut! Diesen Teil des Mythos darf man einfach nicht ändern und aus Vampiren Vegetarier machen, die auch ohne menschliches Blut überleben können. Das nimmt ihnen ihre ganze Bedrohlichkeit und Ursprünglichkeit (und auch einen Teil ihrer Romantik) weg und macht aus ihnen nichts weiter als eine andere Art von Superhelden. Denn übernatürliche Kräfte besitzen sie nach wie vor. Twilight bezieht sich zwar durchaus darauf, dass das Fehlen menschlichen Blutes für sie auf eine gewisse Art und Weise gefährlich ist, dennoch bleiben sie letzten Endes nichts weiter als gezähmte Tiere, und verlieren das was sie zu Vampiren macht, nämlich der Durst und die Notwendigkeit nach menschlichem Blut.

Natürlich ist es beabsichtigt, dass Edward und seine Familie gezähmte und zivilisierte Vampire sind, um ihnen die Bedrohlichkeit zu nehmen. Aber irgendwie sollen sie trotzdem bedrohlich wirken. Hier merkt man, dass die Regisseurin nicht genau wusste, in welche Richtung der Film hier gehen soll und sie deshalb versucht hat zu viele Kompromisse einzugehen. Es wäre durchaus möglich gewesen Edward und seine Familie als sympathische Vampire darzustellen, die aber trotzdem menschliches Blut trinken.

Trotzdem bleibt zu sagen, dass Twilight durchaus für kurzweilige Unterhaltung sorgen kann und ein gewisses Maß an Sympathie erweckt. Und obwohl es durchaus möglich gewesen wäre daraus einen besseren Film zu machen, ist das endgültige Produkt dennoch halbwegs sehenswert und macht zumindest Spaß, auf einer recht simplen und teilnahmslosen Ebene. In erster Linie lebt der (kommerzielle) Erfolg des Films aber von der enorm großen Anhängerschaft des Bestsellerromans und weniger von der eigentlichen Qualität des Films.

Fazit:
Alles in allem ist Twilight ein unterhaltsamer Film mit einigen guten Szenen und einer netten Performance von Billy Burke. Hin und wieder lässt der Film sein mögliches Potenzial durchblicken und zeigt, was er wirklich auf dem Kasten hätte, dann funktioniert sogar der romantische Teil der Story. Doch eine schlechte Regie, ein unnötiger Off-Kommentar und eine negativ behaftete Demontage des Vampirmythos trüben den Gesamteindruck und verhindern, dass der Film aus der Masse hervorsticht. Wenn man sich nicht zu viel erhofft, wird man sicher nicht enttäuscht werden und bekommt unterhaltsame zwei Stunden geboten, mehr aber auch nicht.

Bewertung:

5/10 Punkte

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Ø Wertung: 4.8/10 | Kritiken: 3 | Wertungen: 48
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