Shooter

OT: -  124 Minuten -  Action
Shooter
Kinostart: 20.04.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Shooter

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Antoine Fuqua, der Regisseur von Training Day, versucht sich mit seinem neusten Film Shooter laut eigenen Angaben an einem Polit-Thriller. Jetzt stellt sich natürlich die Frage ob ein Film, der den Titel Shooter trägt, wirklich ein politischer Film wird. Man kann zweifellos sagen dass Shooter eine politische Handlung, rund um eine Verschwörung, transportiert, aber die Bezeichnung Actionfilm würde dem ganzen doch mehr entsprechen. In Wahrheit ist es nämlich so dass gerade die temporeichen Sequenzen, in denen Mark Wahlberg alles aus sich rausholt, die überzeugenden des Films sind, und die politische Handlung, die zusätzlich zur Verschwörung erzählt wird, eigentlich fast zum Ballast wird.

 

Der Elitescharfschütze Bob Lee Swagger (Mark Wahlberg), verliert bei einem Einsatz in Afrika seinen Partner. Nachdem er sich durch die feindlichen Reihen kämpfte, trat er von seinem Posten zurück und lebt von nun an in den einsamen Bergen Arkansas. Abgeschieden von der restlichen Welt und nur mit seinem Hund als Gesprächspartner lebt er dort bis eines Tages eine Truppe der Regierung, angeführt von Colonel Isaac Johnson (Danny Glover) zu ihm kommt und ihn um Hilfe bittet. Sie wissen das bei einer der nächsten Reden des Präsidenten ein Anschlag auf ihn verübt werden soll und sie wollen Swagger als Berater, da es auf der ganzen Welt keinen besseren Scharfschützen als ihn gibt.

 

Zuerst lehnt er ab, doch nach dem Johnson ihm ins Gewissen redet stimmt er dem Auftrag zu. Doch dadurch ist er mitten in eine Verschwörung hineingeraten und während der Ansprache des Präsidenten wird dieser angeschossen. Drahtzieher dieses Mordanschlages ist Senator Charles F. Meachum (Ned Beatty) und sein wichtigster Handlanger ist Swaggers Auftraggeber Johnson. Der Mordanschlag wird Swagger in die Schuhe geschoben, doch der Anschlag auf dessen Leben scheitert. Swagger kann mit zwei Kugeln im Körper entkommen. Jetzt ist allerdings das ganze Land auf seinen Fersen und seine einzige Chance ist es die wahren Drahtzieher zu finden. Ein blutiger Rachefeldzug beginnt...

 

Shooter ist vor allem eines: Eine gekonnte Mischung aus einer Vielzahl an Filmen. Zu Beginn, als sich Swagger weigert wieder zu kämpfen und er zurückgezogen auf einem Berg lebt, würde man auch jederzeit glauben dass man gerade Rambo 4 sieht. Auch als der verwundete Swagger sich mit einer heissen Injektionsnadel und selbst gemixten Medikamenten behandelt ist die Inspirationsquelle Rambo offensichtlich. Auch bei der Bourne-Franchise und von Der Staatsfeind Nummer Eins wurde, speziell bei Swaggers Versteckspiel sehr viel abgeschaut. Doch man soll sich über diese Schachzüge nicht aufregen, denn dieser Mix funktioniert sehr gut. Lediglich eine Zutat passt rein gar hinein: Man versuchte auch ploitisch, alá Syriana zu erzählen und durch die überzogenen Actionelemente erweist sich dieser Teil der Geschichte als sehr unglaubwürdig.

 

Die erste Stunde von Shooter ist sehr gut gelungen. Bereits die Einführung in Afrika, als Swagger seinen Partner verliert ist sehr stimmungsvoll und auch das Folgende weiß zu gefallen. Hier besinnt sich der Film noch auf einen schnörkellosen Action-Thriller und schafft es sogar in seinen Attentatsszenen unweigerlich an John F. Kennedys Tod zu erinnern. Auch die Flucht und das anschließende Versteckspiel kann noch fesseln und als sich nach und nach eine Verschwörung herauskristallisiert, ist man schon der Meinung einen wirklich guten Film zu sehen. Die Mischung aus Thriller und Verschwörungsgeschichte funktioniert hier sehr gut und der Film kann das Interesse des Zusehers durchgehend auf sich ziehen.

 

Dann kommt jedoch ein Einbruch und Shooter kann bis zum Ende nicht mehr das Niveau der ersten Stunde erreichen. Die Balance zwischen ruhigen Szenen und Actionszenen funktioniert gar nicht mehr. Mal ist der Film zu langatmig und dann in den Actionszenen wieder viel zu überzogen. Man hätte den Film doch etwas straffen müssen, da vor allem durch das sehr rasante Tempo der ersten Stunde der weitere Film ziemlich lahm wirkt. Auch beginnt sich die Polit-Story etwas zu verheddern. Sie versucht über eine blosse Verschwörungsgeschichte hinauszugehen und bringt Elemente über die Ölindustrie und ihr grausames Vorgehen in Afrika ein. Doch leider verpuffen diese politischen Ansätze, da man sie auf Grund der überzogenen Inszenierung einfach nicht mehr ernst nehmen kann. Ein weiters störendes Element ist dass in der zweiten Stunde der FBI Agent, der Swaggers Geschichte glaubt, so etwas wie sein Scharfschützenlehrling wird. Dies nimmt noch zusätzlich Fahrt aus der Geschichte und bremst Shooter etwas aus.

 

Darstellerisch ist Shooter eigentlich sehr gut geworden. Jedoch ist es auch hier zu großen Teilen eine Sympathiefrage. Wer Mark Wahlberg bisher nicht mochte, wird seine Meinung durch Shooter auch nicht ändern und sollte den Film meiden, da er mit Wahlbergs Performance steht und fällt. Wahlberg spielt den Antihelden mit viel Coolness und erinnert mit seiner sehr packenden Performance an die Ein-Mann-Armeen der 80er Jahre. Ihm gegenüber fallen seine Kollegen etwas ab. Besonders Michael Pena, als Wahlbergs Assistent, kann nicht wirklich überzeugen, aber die Last des Filmes liegt eindeutig auf Mark Wahlberg und dieser kann sie auch bravourös tragen.

 

Auf technischer Seite kann man an Shooter nicht viel meckern. Man kann dem Film sein großes Budget ansehen und bereits die erste Szene, in der die Kamera einen Fluss entlang schwebt, zieht den Zuseher in seinen Bann. Die Kameraarbeit erweist sich im Laufe des Films auch als seine größte technische Stärke. Wunderschöne Landschaftsaufnahmen werden gekonnt in die sehr dynamische Kameraführung eingebaut und auch die Action wird sehr stilsicher eingefangen. Der Soundtrack ist zwar nicht herausragend, da er an manchen Stellen etwas dick aufträgt, aber insgesamt kann man ihn doch als gelungen betrachten. Die Action selbst wird wie gesagt im zweiten Abschnitt etwas übertrieben, auch wenn Mark Wahlberg als Ein-Mann-Armee durchaus zu gefallen weiß.

 

Shooter hatte sicher das Potential ein wirklich guter Actionfilm zu werden, der wohltuend an die Klassiker des Genres erinnert. Wenn der gesamte Film so wäre wie die erste Stunde, dann wäre er diesem Anspruch auch gerecht geworden. Leider kommt dann jedoch ein Einbruch und sowohl die politische Seite des Films, als auch die Tatsache dass Mark Wahlberg ein Partner zur Seite gestellt wird, bremsen den Film etwas. Die Balance stimmt nicht mehr so richtig und deshalb wird der Film nach der ersten Stunde deutlich schwächer. Unterhaltsam bleibt er allerdings dennoch und er ist meiner Meinung nach einen Blick wert.

 

Fazit:

Nach der ersten Stunde war ich davon überzeugt einen wirklich sehr guten Actionfilm zu sehen, doch dann ging es leider bergab. Der Film findet seine Balance nicht mehr und die ruhigen Szenen wirken langatmig, dafür wirkt die Action überzogen. Auch die politische Rahmenhandlung wirkte durch die überzogene Action nicht mehr glaubwürdig. Dennoch bleibt Shooter ein sehenswerter Film, der unterhaltsam ist, aber das Potential zu mehr dank seinem zweiten Abschnitt verschenkt.

 

Wertung:

6/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 37
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