In 3 Tagen bist du tot 2

OT:  In 3 Tagen bist du tot 2   -  95 Minuten -  Horror 
In 3 Tagen bist du tot 2
Kinostart: 25.12.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu In 3 Tagen bist du tot 2

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Im Jahr 2006 wollte Regisseur Andreas Prochaska beweisen, dass es durchaus möglich ist einen österreichischen Genrefilm nach amerikanischen Vorbild zu drehen. Er wollte sich vom traditionellen österreichischen Kino entfernen und abgesehen von sperrigen Sozialdramen und Kabarettfilmen auch einmal etwas Anderes machen. Das Ergebnis konnte sich durchaus sehen lassen, und kam auch beim Publikum an. Deshalb folgt nun auch der Nachfolger, der zwar optisch durchaus etwas bietet, aber insgesamt dennoch hinter dem ersten Teil zurück bleibt.

Mittlerweile sind 18 Monate seit den tragischen Ereignissen in Ebensee vergangen. Nina (Sabrina Reiter) hat sich aus ihrem Heimatort verabschiedet und lebt nun in Wien. Mit ihrer besten Freundin Mona (Julia Rosa Stöckl) hat sie keinen Kontakt mehr. Die tragischen Morde an ihren Freunden waren einfach zu schlimm, um danach noch normal weiter zu machen. Doch plötzlich klingelt mitten in der Nacht Ninas Telefon. Es ist Mona, die nur ein knappes “Nina, bitte hilf mir, schnell!“ heraus bringt, bevor die Verbindung abreisst. Perplex beschließt Sabrina nach Ebensee zu fahren um Mona zu suchen. Dort muss sie jedoch erfahren, dass ihre Familie nach Tirol gezogen ist. Die Spur führt Nina zu einem Berggasthof, der entfernten Verwandten von Mona gehört. Doch überall im Ort warnt man sie vor diesem Gasthof, da die Besitzer scheinbar verrückt sein sollen…

Andreas Prochaska legte großen Wert darauf, dass In 3 Tagen bist du tot 2 nicht einfach das Konzept des ersten Films übernehmen, und daraus eine neue Geschichte machen sollte, sondern dass Teil 2 die Geschichte des ersten Films weitererzählt und mit neuen Genrevesatzstücken experimentiert. Waren es im ersten Teil noch die klassischen Slasherfilme, die nach dem „10 kleine Negerlein“ Prinzip vorgehen, die für das Projekt Pate standen, orientiert sich In 3 Tagen bist du tot 2 nun eher an Survival-Horrorfilmen.

Zu Beginn bekommt man davon aber noch nicht viel zu sehen. Denn zunächst ist In 3 Tagen bist du tot 2 eher ein Drama, als ein Horrorfilm. Überhaupt war es den Machern wichtig nicht einfach ein Gemetzel ohne Sinn zu veranstalten, sondern besonders Hauptfigur Nina genügend zu beleuchten, damit man auch mit ihr mitfiebert, wenn sie bedroht wird. Doch leider kommt der Film speziell im ersten Drittel noch kaum in die Gänge, da Spannung hier nur durch abgestandene Effekte, wie dem guten alten Spiegel-Trick erzeugt wird (wenngleich dieser immer noch funktioniert). Vielleicht ist es auch das Problem, dass im ersten Teil noch eine Clique vorhanden war, die während der Einführung für Unterhaltung sorgte, während sich Teil 2 etwas schwerfälliger gibt.

Danach folgt die Spurensuche, die das zweite Drittel einnimmt, und Nina schließlich auf den Berg führt. Hier wird mit leichten Suspense-Tricks gearbeitet, die im Großen und Ganzen zwar durchschaubar bleiben, aber dank dem interessanten Szenenwechsel in das verschneite Tirol dennoch stimmungsvoll bleiben. Ein großer Bonus des Films ist dabei natürlich, dass er in Österreich spielt, und sich dadurch um einiges frischer anfühlt als die klischeelastigen amerikanischen Vertreter. Überhaupt ist es schön, dass sich der Film traut nicht einfach nur das alte Konzept neu aufzuwärmen, sondern die Geschichte in eine neue Richtung bewegt.

Denn im letzten Drittel ist In 3 Tagen bist du tot 2 klassischer und schnörkelloser Survival-Horror, der zwar natürlich ausgiebig das Hinterwäldler Klischee bedient, aber dennoch überzeugt. Spannung ist genau wie die nötige Härte vorhanden, und besonders dank dem intensiven und wirklich stimmigen Spiel von Hauptdarstellerin Sabrina Reiter fiebert man auch tatsächlich mit dem Geschehen mit, und lässt es nicht nur, wie etwas bei den Saw Filmen, über sich ergehen. Positiv ist auch, dass sich der Film, wohl auch durch das geringe Budget, richtig dreckig und glaubhaft anfühlt, was man ja nicht von jedem solchen Film behaupten kann.

Der Härtegrad ist auch ziemlich ideal gewählt worden. Das Genre verlangt nun mal nach einem gewissen Blutanteil, und in der Tat hat sich dieser Anteil im Vergleich zum Vorgänger spürbar erhöht, aber man geht auch nie zu weit. Die wahrscheinlich brutalste und intensivste Szene des Films spielt sich zum Beispiel völlig in unseren Köpfen ab. Zart besaitete Gemüter sollen dennoch lieber die Finger vom Film lassen, da die Atmosphäre über eine gewisse Intensität verfügt, und auch der Brutalitätsgrad über dem durchschnittlichen Niveau ist. Somit macht In 3 Tagen bist du tot 2 also zumindest auf diesem Gebiet alles richtig.

Doch natürlich ist nicht alles positiv. So muss man doch einige kleine Durchhänger bemängeln, und es wäre vielleicht auch gut gewesen, wenn man einige Klischees des Genres ausgelassen hätte. Doch der größte Kritikpunkt bleibt die Auflösung der Geschichte, die ich zwar nicht verraten möchte, die aber den gesamten Film in ein äußerst dämliches Licht rückt. Natürlich werden sich die Geister am Versuch Mstery-Elemente einzubringen scheiden, aber für mich war es Grund genug den Kinosaal sehr enttäuscht zu verlassen. Abwerten will ich den Film zwar nicht, da er sich diese Wendung bis zum Ende aufspart und ansonsten recht gut funktioniert, aber man sollte sich auf einen großen Schwachsinn einstellen, der die gesamte Handlung plötzlich völlig unglaubwürdig werden lässt. Insgesamt ist In 3 Tagen bist du tot 2 dennoch solide Kost, die aber hinter dem schlüssigeren und besseren Vorgänger zurückbleibt.

Fazit:
Nachdem In 3 Tagen bist du tot das Slashergenre nach Österreich brachte, versucht der Nachfolger nicht etwa das alte Konzept neu aufzuwärmen, sondern die Geschichte weiterzuführen. Dabei leidet der Film am Anfang unter einer gewissen Trägheit, kann aber dann doch überzeugen und für Spannung sorgen. Leider folgt am Ende eine dämliche Wendung, die den gesamten Filmverlauf unglaubwürdig werden lässt, und zumindest mich sehr enttäuscht hat. Der unverbrauchte Schauplatz, inklusive verschneitem Setting und ländlichen Ambiente reißt allerdings einiges wieder raus.  Genrefreunde können also einen Blick riskieren, auch wenn der erste Teil sicher schlüssiger und stimmiger war.

Wertung:
6/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 2
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