Krabat

OT:  Krabat   -  120 Minuten -  Fantasy 
Krabat
Kinostart: 28.11.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Krabat basiert auf dem gleichnamigen Jugendbuch des deutschsprachigen Kinderbuchautors Otfried Preußler, der sich dafür wiederum von einer sorbischen Volkssage inspirieren ließ. Die Geschichte handelt von dem 14-jährigen Waisenknaben Krabat (David Kross), der in einer geheimnisvollen Mühle als Lehrling zu arbeiten anfängt. Doch schon bald stellt sich die Mühle als eine Schule der schwarzen Magie heraus, in der Krabat und elf weitere Mühlknappen, vom Müllermeister (Christian Redl) in der schwarzen Kunst unterrichtet werden. Am Anfang ist Krabat auch vollauf begeistert von der Mühle, dem Meister und den Geheimnissen der schwarzen Magie. Er findet schnell einen guten Freund in dem Altgesellen Tonda (Daniel Brühl) und fühlt sich endlich als Mitglied einer Familie. Doch früher oder später bekommt diese heile Welt Risse, die nicht mehr zu verbergen sind, und Krabat muss die dunkle Wahrheit um den Müllermeister und sein Geschäft mit der schwarzen Magie erkennen.

Das Ganze mag auf den ersten Blick stark an eine deutsche Variante von Harry Potter erinnern, doch dem sei entgegengestellt, dass der Roman Krabat 1971 zum ersten Mal veröffentlicht wurde, also ganze 26 Jahre vor dem ersten Harry Potter Band. Andererseits erinnert der Film Krabat stellenweise leider sehr stark an die Verfilmungen der J.K. Rowling Romane. Ob das nun gut oder schlecht zu bewerten ist, sie mal dahin gestellt. Fakt ist, dass dieser Film einige Schwächen in der Handlung und Figurenzeichnung besitzt, die nicht zu leugnen sind. Was wiederum dazu führt, dass die Geschichte in manchen Situationen nicht genügend Interesse zu erwecken vermag, und man zu den Figuren keine ausreichend starke Bindung aufbauen kann.

Aber in gewisser Weise wirken sich die Schwächen der Handlung und die fehlende Identifikation nicht allzu stark auf den gesamten Film aus, da der Film viel eher als Vehikel für eine simple, aber deshalb nicht weniger bedeutungsvolle Botschaft dient. Das Gute kann über das Böse siegen. Gut und Böse sind in diesem Film klar zu erkennen und in den meisten Fällen strikt voneinander getrennt, auch wenn sich beide Enden des Spektrums in ein- und derselben Mühle befinden.

Trotzdem hat der Film einen etwas faden Beigeschmack. Der Regisseur und Co-Autor Marco Kreuzpaintner gibt sich zwar alle Mühe, aus dem Film das Beste herauszuholen, aber letzten Endes scheint es so, als wüsste er selbst nicht so recht, wie er seinen Film machen will. Zu oft springt die Geschichte hin und her, greift Nebenhandlungen auf und lässt sie dann für viel zu lange Zeit vollkommen unberücksichtigt. Der Anfang des Films kommt zu langsam in die Gänge, überhaupt mangelt es dem Streifen hin und wieder an Tempo, weshalb sich manche Situationen zu stark in die Länge ziehen. Andere Elemente der Handlung finden wiederum keine Erklärung und werden einfach offen gelassen, wodurch es zeitweise so wirkt, als würden diese Elemente einfach nur dazu verwendet werden, um einen spektakulären Effekt zu erzielen. An viel zu vielen Stellen erscheint der Film daher wie simple Effekthascherei.

Was wiederum schade ist, da dadurch die Möglichkeit verschenkt wurde, eine wirklich interessante Geschichte zu erzählen. Stattdessen versucht man eher spektakuläres Kino zu bieten, das weit mehr Wert auf Effekte und Bombast legt, als auf gute Figuren und eine stimmige Handlung. Klar, die Aussage des Films wird trotzdem vermittelt, und das ist auch gut so, immerhin sorgt das dafür, dass Krabat nicht vollends untergeht. Aber man hätte die Aussage auch in einen weitaus besseren Film einbetten können, wenn man sich bloß mehr Mühe gemacht hätte, die Story, mit allem drum und dran, etwas besser für den Film auszuarbeiten, anstatt es derart halbherzig auf die Leinwand zu bringen.

Wo wir beim Thema der Adaption wären. Soll die Verfilmung eines Romans, dem Originalwerk so treu wie möglich sein, oder soll die Adaption ein vollkommen freier und eigenständiger Film sein? Nun, es ist nahezu unmöglich darauf eine allgemein gültige Antwort zu finden, da es dabei auf zu viele verschiedene Faktoren ankommt. Krabat ist jedenfalls keine 100%ig gelungene Adaption des Jugendromans von Otfried Preußler. Dazu trägt auch die Besetzung bei, da manche Schauspieler einfach nicht wie hart arbeitende Mühlgesellen, sondern eben wie Schauspieler aussehen, auch wenn alle Versuche unternommen wurden, sie dreckig und abgearbeitet erscheinen zu lassen. Andererseits liefert ganz besonders Christian Redl, als böser, aber überaus verlockender Müllermeister, eine gute schauspielerische Leistung ab.

Fazit:
Krabat ist ein nettes Fantasyspektakel, mehr braucht man sich davon nicht erwarten. Es bietet solide Unterhaltung, aber leider auch einen fehlenden Identifikationswert mit den Figuren. Zudem lässt die Handlung manchmal stark zu wünschen übrig. Andererseits hat der Film, vor allem für jüngere Zuschauer, eine nette, moralische Botschaft. Das edelmütige Gute wird dem verlockenden Bösen gegenübergestellt. So gesehen eine zeitlose Parabel, die auch in der heutigen Zeit nichts an Aktualität eingebüßt hat. Ein Kinobesuch ist sicher keine Fehlinvestition, vor allem da der Film mehr Wert auf Effekte legt, als auf seine Geschichte, und das kommt im Kino immer besser an, als zu Hause.


Bewertung:
5/10 Punkte

Filmering.at
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Liste von mausmaus
Erstellt: 11.11.2013