Die Letzten beissen die Hunde

OT:  Thunderbolt and Lightfood -  115 Minuten -  Action 
Die Letzten beissen die Hunde
Kinostart: 26.09.1974
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Die Letzten beissen die Hunde

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Einen legendäre Ruf unter seinesgleichen zu genießen, ist wohl für jeden Regisseur ein Traum. Michael Cimino („The Deer Hunter“, „Year of the Dragon“) aber könnte darauf wohl gut und gern verzichten. Mit seinem ambitionierten Traumprojekt „Heaven's Gate“ manövrierte er United Artists fast in den finanziellen Kollaps, ruinierte seine eigene Karriere und gilt deshalb immer noch als Verursacher einer der größten, finanziellen Filmkatastrophen der Geschichte. Seine Karriere begann er früh als Werbe- und Dokumentarfilmer, sowie Drehbuchautor. Niemand anderes als Clint Eastwood („Dirty Harry“, „Unforgiven“) war von seiner Überarbeitung des „Magnum Force“ – Skripts so begeistert, dass er ihn dazu aufforderte selbst ein Drehbuch zu verfassen und es dann auch zu inszenieren. Das Ergebnis hieß „Thunderbolt and Lightfoot“.

Ciminos Debüt kommt als Heist-Thriller vom alten Schlag daher. Mit reichlich Humor, Action und Spannung ausgestattet, gehört „Thunderbolt and Lightfoot“ zwar nicht zu den Prunkstücken der Filmografien von Eastwood und Cimino ist aber weit mehr als durchschnittliche Genreunterhaltung.

Neben Ciminos ruhiger und stilsicherer Regie überzeugen vor allem die Akteure. Clint Eastwood, ganz in seiner Paraderolle aufgehend, gibt hier den ehrgeizigen, intelligenten und wortkargen Bankräuber Thunderbolt, der irrtümlich von seinen Ex-Kollegen Eddie (Geoffrey Lewis, „Dillinger“, Joshua Tree“) und Red (George Kennedy, später Pilot diverser „Airport“ – Katastrophen) gejagt wird. Auf seiner Flucht trifft er auf den jungen, stets gut aufgelegten, unbekümmerten Lightfoot (Jeff Bridges, „The Big Lebowski“, „Arlington Road“). Schon kurze Zeit später stellen die beiden fest, dass sie ähnlich denkende Individuen sind, die auf das schnelle Geld aus sind. Nachdem sie sich wieder mit Red und Eddie zusammenraufen, planen sie einen großen Coup sorgfältig durch...

Es macht unglaublichen Spaß zunächst der sich entwickelnden Beziehung zwischen dem sich ablehnend verhaltenden Thunderbolt und dafür umso anhänglicheren Lightfoot zu folgen. Aus der anfänglichen Zweckgemeinschaft entwickelt sich schnell so etwas wie eine Freundschaft. Aberwitzige Vorfälle, wie das Treffen auf einen irren, übermotorisierten Amokfahrer, der im Kofferraum eine ganze Hasenzucht spazieren fährt und diese später mit einer doppelläufigen Schrotflinte jagt(!), kreuzen sich mit vagen Vorstellungen, die sich schließlich zu detaillierten Plänen formen. Action in Form von mit Bleispritzen versetzten Autoverfolgungsjagden gibt es zuhauf, der Wortwitz zündet ebenfalls und langsam aber sicher wächst das Duo dem Publikum auch ans Herz. Was man von dem opportunistischen Eddie und dem cholerischen, gar nicht gut auf den jungen, frechen Lightfoot zu sprechenden Red nicht gerade behaupten kann. Geoffrey Lewis brodelt hier übrigens sichtlich vergnügt missgelaunt nur so vor sich hin.

Während der Vorbereitung des Coups wird dann weniger auf vielen zu beachtenden Sperren, Alarmmöglichkeiten und Zeitprobleme eingegangen. Der Schwerpunkt liegt ganz eindeutig auf der Figurenkonstellation. Jeff Bridges, hier noch jung und am Anfang seiner Karriere, hat sichtlichen Spaß so ganz respektlos und provozierend insbesondere Red gegenüberzutreten und später auch noch in ein Frauenkostüm zu schlüpfen.

Dem mit tollen Landschaftaufnahmen gekoppelten traurigen Ende, geht eine, wenn auch konstruierte, Überraschung vorweg, die dann doch zum Traumziel führt. Die letzten Minuten selbst weisen dann schon überdeutlich auf ein kommendes Drama hin. So wenig willkommen es nach der vorangegangenen locker-flockigen Unterhaltung auch ist, es führt „Thunderbolt and Lightfoot“ zu einem absolut würdigen Abschluss.

Fazit:
Gutes, wenn auch nicht glänzendes Regiedebüt von Michael Cimino, das mit hervorragend aufgelegten Schauspielern, einer souveränen Regie, Humor und Action überzeugt. Um etwas wirklich Außergewöhnliches darzustellen, fehlt „Thunderbolt and Lightfoot“ jedoch die Einzigartigkeit. Damit bleibt ein weiterer guter Eastwood-Streifen, der vorzüglich zu unterhalten weiß und noch ganz vom alten Schlag ist.

Wertung:
7/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 8.5/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 2
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