Madagascar 2

OT:  Madagascar: Escape 2 Africa   -  89 Minuten -  Animation 
Madagascar 2
Kinostart: 05.12.2008
DVD-Start: 22.01.2015 - Blu-ray-Start: 22.01.2015
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Filmkritik zu Madagascar 2

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Die westliche Animationsbranche teilt sich im Wesentlichen unter den drei Marken Disney, Pixar und Dreamworks auf. Gut, Disney hat Pixar vor einiger Zeit übernommen, aber trotzdem sollte man einen Trennstrich zwischen den späten Disney Produktionen und den Pixarfilmen ziehen. Während Pixar also versucht qualitativ äußerst hochwertige Filme zu produzieren, die nicht nur vom Moment leben, sondern wirklich eine kraftvolle Geschichte erzählen, hat sich Dreamworks den kurzweiligeren, oberflächlicheren Filmen verschrieben. Eine Fortsetzung des Hits Madagascar war also eigentlich nur mehr reine Formsache. Überraschend ist nur, dass das Sequel den ersten Teil quasi in jedem Punkt schlägt.

Nachdem sie vor einiger Zeit auf Madagascar gestrandet sind, haben der egozentrische Löwe Alex, die hypochondrische Giraffe Melmen, das freiheitsliebende Zebra Marty und das liebenswerte Nilpferd Gloria endlich eine Möglichkeit nach Hause zu reisen. Denn der durchgeknallte König Julian hat ihnen sein leicht marodes Flugzeug geschenkt, das die schräge Pinguintruppe Richtung New York steuern soll. Doch natürlich hält das Gefährt nicht was es verspricht, und die Truppe stürzt in Afrika ab. Dort trifft Alex auf seine Mutter und seinen Vater und wird gleich in den Machtkampf in der Löwensippe hineingezogen…

Das Erfolgsrezept hinter Madagascar und seinem Nachfolger (der in den USA mehr als zufriedenstellend im Kino gestartet ist), ist denkbar einfach. Zu aller erst bürgt ein gigantisches Starensemble für die nötige mediale Resonanz und parallel dazu hat man auch schon äußerst talentierte Synchronsprecher an der Hand. Denn zu den bekannten Stimmen wie Ben Stiller, Chris Rock, Jada Pinkett Smith, David Schwimmer, Sacha Baron Cohen und Cedric the Entertainer sind im zweiten Teil auch noch Alec Baldwin und der leider kürzlich verstorbene Bernie Mac gestoßen. Von den großartigen Sprechern hat man aber leider nur im Original etwas, weshalb die englische Version natürlich vorzuziehen ist.

Zusätzlich zur Star-Power kommt das Konzept der Einfachheit. Denn im Gegensatz zu den Kollegen bei Pixar spielt die Story in Madagascar 2 nur eine untergeordnete Rolle. Positiv erwähnen muss man allerdings, dass man sich in diesem Punkt gegenüber dem, zugegeben etwas uninspirierten, ersten Teil deutlich gebessert hat. Gleich zu Beginn bekommt man die Geschichte von Alex erzählt, wie er aus den weiten Steppen Afrikas in den Zoo von New York kam, und danach schildert man dessen Rückkehr und seine Probleme mit der Löwensippe. Neben dieser Hauptstoryline gibt es natürlich auch noch reichlich interne Reibereien in der Gruppe zu klären. Insgesamt hat man hier für ein deutlich stimmigeres Handlungsgerüst als im ersten Teil gesorgt.


Dazu trägt sicher auch das fabelhafte Setting bei. Denn man hat den etwas klein wirkenden Handlungsraum Madagascar hinter sich gelassen, und hat nun in Afrika viel mehr Möglichkeiten die Landschaft und die Tiere in Szene zu setzen. Zwar sieht man hier, dass Dreamworks technisch noch ein Stück hinter Pixar hinterherhinkt, aber durch die satten Farben und die visuell schöne Gestaltung bringt man trotzdem eine ordentliche visuelle Pracht auf die Leinwand. Natürlich ist es fast ein Muss, dass die Fortsetzung größer, lauter und greller werden muss als sein Vorgänger, aber im Fall von Madagascar 2 fühlt sich das ganze nicht abgestanden an, sondern schafft es tatsächlich alle relevanten Punkte gegenüber dem Vorgänger zu verbessern.

Das Wichtigste am reinrassigen Unterhaltungsfilm Madagascar 2 ist aber, dass er auch tatsächlich deutlich witziger ist als der erste Teil. Die Gagdichte ist erfrischend hoch, und obwohl es so manchen Fauxpass gibt, besonders mit den Musik- und Tanznummern hat man es etwas übertrieben, schafft es Madagascar 2 durchgehend besser als Madagascar zu unterhalten. Ein besonderes Highlight sind wieder die Pinguine, die wohl die besten Gags auf ihrer Seite haben und der herrliche selbsternannte König Julian, aber auch die Haupttruppe kann überzeugen, was für einen sehr runden und durchgehenden Unterhaltungsfaktor sorgt.


Als besonders nervig erweist sich aber der scheinbare Zwang möglichst viele bekannte Figuren einzubauen. Dies betrifft besonders die alte Frau, die im ersten Teil Alex mit ihrer Handtasche verprügelt hat. Denn sie befindet sich auf Urlaub in Afrika und bekommt eine viel größere Rolle, als es nötig ist. Ein kleiner Cameo wäre vielleicht nett gewesen, aber dadurch, dass man ihr einen ganzen Handlungsstrang widmet beginnt sie schon bald zu nerven, und man wünscht sich, dass sich Madagascar 2 doch bitte wieder auf die Tierwelt konzentrieren möge, und die Menschenhandlung aussen vor lässt. Vor allem da dieser Handlungsstrang der mit Abstand abgestandenste des  Films ist, und wirklich nur einen lauen Gag nach dem anderen serviert.

Doch man kann sicher auch über so manchen anderen Handlungsstrang diskutieren. So erweisen sich die aufgearbeiteten Probleme, rund um Freundschaft, Familie und Liebe als sehr kinderfreundlich aufgearbeitet, und sehr oberflächlich abgespult, und man hat sich auch so manch peinliche Idee geleistet. Besonders die völlig identischen Zebras, die zu einer Identitätskrise bei Marty führen, gehen schon bald auf den Nerv, und auch die angedeutete Liebesgeschichte rund um Gloria wirkt nicht vollends gelungen, ganz zu schweigen von so mancher überflüssigen Slapstickeinlage. Doch auch Teil 1 hatte viele solche Schwächen zu bieten, und da Madagascar 2 trotz diesen Schwächen sehr witzig geworden ist, und auch spürbar besser als der Vorgänger ist, sollten Freunde des ersten Teils keine Bedenken haben.

Was soll man sich also erwarten wenn man ins Kino geht? Am besten geht man in gut gelaunter Runde, oder mit seiner Familie, und erwartet sich einfach einen netten, kurzweiligen Unterhaltungsfilm, der seine Momente hat. Denn von der Qualität der Pixarfilme ist auch Madagascar 2 noch ein gutes Stück entfernt. Macht aber nichts, denn Madagascar 2 schafft es seinen Vorgänger in jeder Beziehung zu toppen und sorgt für gute Unterhaltung mit einer erfrischend hohen Gagdichte.

Fazit:
Musste man zunächst noch befürchten, dass der zweite Teil nur ein lauer Aufguss wird, der noch einmal Geld schäffeln sollte, muss man nun doch anerkennen, dass sich Dreamworks mit Madagascar 2 wirklich Mühe gegeben hat. Denn obwohl man immer noch deutlich vom Pixarniveau entfernt ist, zeigt sich der Film seinem Vorgänger in allen Punkten überlegen. Die Gagdichte ist höher, visuell wird mehr geboten, und auch in Punkto Story tut sich eine Spur mehr als beim, in diesem Punkt mäßigen, ersten Teil. Gut, man übertreibt es etwas mit den Tanz- und Musiknummern und auch den menschliche Handlungsstrang hätte man sich sparen können, ganz zu schweigen von so mancher unnötigen Slapstickeinlage, aber insgesamt sorgt Madagascar 2 garantiert für einen witzigen Kinoabend.

Wertung:

7/10 Punkte 

Filmering.at
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