Far Cry

OT:  Far Cry   -  94 Minuten -  Action 
Far Cry
Kinostart: 09.01.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Far Cry

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Welche Worte soll man noch großartig finden, wenn es mal wieder ein Boll Film in die Videotheken, oder gar die Kinos des Landes findet? Denn eigentlich sind die Werke der deutschen Regielegende (oder auch dem „Son of Ed Wood“) nicht mehr als Nummern, die er seiner lieblosen Filmographie anhängt. Als klugen Schachzug kauft er sich vorher die Lizenzen von Videospielen, und hofft, dass sich niemand durch seinen Namen abschrecken lässt, um zumindest den ahnungslosen Fans der Vorlage das Geld aus der Tasche zu ziehen. Erstaunlicherweise nützt es auch gar nichts unvoreingenommen in den Film zu gehen, da Bolls Handschrift so überdeutlich erkennbar ist, dass man bereits in der ersten Minute weiß, dass der Trashlehrling wieder mal einen neuen Flop gelandet hat.

Dr. Krieger (Udo Kier) betreibt eine Forschungsstation, und versucht genetisch manipulierte Supersoldaten für das US-Militär zu erschaffen. Doch die Forschung verläuft nicht ganz nach Plan, da er zwar schafft die Soldaten mit gigantischen Kräften und kugelsicherer Haut auszustatten, aber danach keine Kontrolle mehr über sie hat. Der von ihm engagierter Söldner Colonel Max (Ralf Moeller), zeigt sich von den Forschungen nicht begeistert, und informiert seine Nichte Valerie (Emmanuelle Vaugier), eine aufstrebende Journalistin. Diese chartert das Schiff von Jack Carver (Til Schweiger), einem ehemaligen Soldaten der Special Forces, und versucht sich in die Forschungsstation zu schleichen, um Näheres zu erfahren...

Das äußerst beliebte Computerspiel Far Cry, der deutschen Entwicklerschmiede Crytek, konnte vor allem durch das betörende Tropen-Feeling überzeugen und schickte zwar eine ziemlich vorpreschende technische Brachialgewalt ins Rennen, musste sich aber doch spielerische Einfallslosigkeit und Eintönigkeit nachsagen lassen (das selbe gilt übrigens auch für dessen Nachfolger Far Cry 2, nur das hier keine Insel, sondern Afrika als Schauplatz dienen muss). Was sagt uns dies nun über die bollsche Adaption? Denn aus finanziellen Gründen wurde auf das Tropenflair verzichtet, und stattdessen in den kanadischen Nadelwäldern gedreht. Und handwerkliche Brillanz sucht man ebenfalls vergeben. Das einzige was man schlussendlich vom Spiel übernommen hat, ist die Eintönigkeit. Nur noch deutlich stärker ausgeprägt.

Es ist ja immer dasselbe. Da versucht ein ehemaliger Elite-Soldat irgendwo seine Ruhe zu finden, und wird durch irgendein dämliches Storykonstrukt doch wieder in die Schlacht gezogen. Das ist eben Paragraph 1 des B-Movie Klischeehandbuchs. Überraschenderweise ist Far Cry dabei zu Beginn noch so schlecht, dass man tatsächlich über den Film lachen kann, was bei einem Uwe Boll am Regiestuhl wahrlich nicht garantiert ist. Denn Boll kann noch nicht einmal Trash richtig machen, und verfällt meist in langweilige Actionszenen, die mehr einschläfern, als in irgendeiner Form unterhalten.

Doch wie gesagt, bei Far Cry ist das zumindest teilweise anders. Dies ist vor allem den unglaublich dämlichen Dialogen zu verdanken, die wohl selbst aus dem abgebrühtesten Optimisten einen Lachanfall herauskitzeln werden. Und Boll macht dies auch gleich in der ersten Szene klar, wenn er einen Soldaten entdecken lässt, dass jemand eine Wegfahrsperre in seinem Wagen eingebaut hat, um zu verhindern, dass er von hier wegkommt. Doch klar ist auch, dass man sich in keiner Sekunde von diesem Schundfilmchen unterhalten fühlt, sondern nur daran Spaß hat sich über die Dämlichkeiten von Far Cry schlapp zu lachen.

Doch Boll ist noch nicht einmal fähig dieses Trashlevel aufrecht zu halten. Denn bald schon driftet er in die üblichen, langweiligen Banalitäten ab, die man noch nicht einmal auslachen will. Da gibt es völlig unübersichtliche, schlampig gefilmte Actionszenen, in denen nicht einmal der erfahrenste und aufmerksamste Zuseher die Übersicht behalten wird (was auch gar nicht möglich ist, da Boll absolut nicht im Stande ist auch nur die simpelste Szene vernünftig zu filmen). Das führt dazu, dass sich Far Cry bald schon zur monotonen Endlosschleife entwickelt und nur mehr vor sich hinläuft, ohne nennenswerte Akzente zu setzen.

Dabei ist es kaum zu glauben, dass Boll nicht weiß, dass seine Filme Müll sind. Denn wer so abgestandene und peinliche Gegenspieler serviert, und uns ernsthaft mit dem völlig verfehlten Koch Emilio den wahrscheinlich miserabelsten Sidekick der jüngeren Filmgeschichte vorsetzt, uns zusätzlich ein Sammelsurium an unterirdischen Dialogen und verkappten Klischees aufzwingt, der muss entweder wissen, dass er nichts Gutes zustande bringt, oder unter Realitätsverlust leiden. Leid tun kann einem hier vor allem Til Schweiger, der sich zum Affen machen muss, und ein Ralf Moeller, der sich als schreckliches C-Movie Ungeheuer durch die Szenen kämpft. Lediglich Udo Kier zeigt sich routiniert, aber alle anderen werden durch die unfähige Regie Bolls wahrlich auf die Schlachtbank geführt.

Boll kann es sich auch nicht verkneifen, und gibt dem Kritiker gleich einen Wink, wie er denn den Film bewerten soll. Denn nach einem kleinen sexuellen Abenteuer (zu recht viel mehr sind Frauen in Boll Filmen nur selten gut), bekommt Jack Carver nur eine Wertung von 1/10 Punkten. Dank seinen Überzeugungskünsten kann er die Wertung sogar auf 3 Punkte aufbessern. Man kann natürlich annehmen, dass sich Boll hier auf seine schlechten Kritiken bezieht, aber als bissigen Nachsatz wirft er auch noch ein „Wenn es wirklich nur 3 Punkten wären, würde sie doch nicht wiederkommen, oder?“ hinterher. Und hier will ich dann doch ein Statement meinerseits abgegeben. Denn ich versuche wirklich jedem Boll Film unvoreingenommen entgegen zu treten, und will keinesfalls, dass die niedrige Wertung schon vor dem Besuch feststeht. Doch Far Cry ist eben wirklich so mies, dass es nicht anders geht als erneut eine Wertung am untersten Spektrum der Skala abzugeben.

Fazit:
Far Cry ist erneut eine wirklich miese Produktion aus dem Hause Boll geworden. Zunächst scheint es so, als wäre der Film so schlecht, dass man tatsächlich noch darüber lachen könnte, doch bald schon stellt sich der gewohnte, monotone Trott ein, und dank der unterirdisch schlecht inszenierten Actionszenen, die so hektisch, unübersichtlich und uninspiriert sind, dass man sich nur dank der dämlichen Dialoge vom Schlafen abhalten kann. Ins Kino muss man für diesen Schund wirklich nicht. Wenn schon, dann aus der Videothek leihen, doch auch das sollte man sich gut überlegen.

Wertung:

1/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 1/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
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