The Strangers

OT:  The Strangers   -  85 Minuten -  Horror 
The Strangers
Kinostart: 21.11.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Ein junges Paar (Liv Tyler und Scott Speedman) wird während seinem Aufenthalt in einem isolierten Urlaubshaus, von einer Bande maskierter Unbekannter terrorisiert. Funny Games lässt grüßen. Doch The Strangers setzt, ganz im Gegensatz zu Hanekes kontroversem Leerstück über Gewalt, weniger Wert auf gesellschaftliche und mediale Kritik, und stellt stattdessen den Angstfaktor und diverse Schockmomente in den Vordergrund. Ob das nun positiv oder negativ zu bewerten ist, sei mal dahingestellt und jedem Zuschauer selbst überlassen. Dennoch bleibt The Strangers bloß ein schwacher Aufguss einer interessanten und vielversprechenden Ausgangsituation.

In erster Linie sind es die drei maskierten Eindringlinge, die sowohl durch ihre, stets gekonnt in Szene gesetzten Auftritte und ihre überaus stimmig ausgewählten Masken, für einen gewissen Faktor an ängstlicher Unterhaltung sorgen, die dem Film, abgesehen davon, leider gänzlich fehlt. Die drei Unbekannten sind eindeutig der interessanteste und unterhaltsamste Aspekt des Films. Allerdings sind diese drei Unbekannten leider auch der Ursprung vieler Logikfehler, welche die Handlungslücken des Drehbuchs entlarven. Viel zu oft wird man mit Situationen und Handlungen der Figuren (in diesem Fall nicht nur Handlungen der Angreifer, sondern auch des jungen Paares) konfrontiert, die einfach keinen Sinn ergeben und beim Zuschauer das Gefühl keimen lassen, dass ganz besonders die Protagonisten nicht gerade die hellsten Köpfe sind. Auf der anderen Seite vollführen die Angreifer geistige und körperliche Kunststücke, die für Menschen in dieser Situation, mehr als erstaunlich sind, sofern es sich bei den Angreifern um normale Menschen handelt.

Dabei entpuppt sich eine weitere Schwachstelle des Films. Natürlich ist es in Filmen dieses Genres üblich und verständlich, dass die Angreifer, von denen der Schrecken ausgeht, stets bedrohlicher und gefährlicher sind, als die Protagonisten. Doch im Falle von The Strangers ist das Kräfteverhältnis zwischen der antagonistischen und protagonistischen Kraft einfach zu sehr auf die Seite der Bedrohenden verschoben, sind doch die maskierten Bösewichter ungemein stärker, klüger und besonnener, als ihre Gegenspieler, um eine glaubhafte Geschichte abzuliefern. Dieses, zu übertrieben verschobene Kräfteverhältnis, sorgt dafür, dass es nicht nur der gesamten Handlung an Überzeugung mangelt, sondern auch den Aktionen der Figuren, die einfach bar jegliches menschlichen Instinktes reagieren. Dies gilt ganz besonders für die zwei Helden der Geschichte.

Trotzdem bleibt es positiv anzumerken, dass den Angreifern, an manchen Stellen des Films, zumindest ein Anflug menschlicher Schwächen eingeräumt wird, die allerdings im Großen und Ganzen des Films betrachtet, für kein sonderlich stimmiges Bild sorgen. In dieser Hinsicht ist The Strangers leider viel zu inkonsequent. Abgesehen davon sorgen aber die maskierten Unbekannten für die einzigen wirklich gelungenen Szenen des Films, ganz im Gegensatz zu den zwei Helden, die stets außerhalb der Grenzen des menschlichen Verstandes handeln und scheinbar andauernd darum bemüht sind, die Klischees des Horrorgenres zu bezeugen und auf unoriginelle Weise auszuführen. Die Protagonisten verhalten sich immer wieder genau so, wie es schon von unzähligen anderen Horrorfilmen bekannt ist. Sie lassen sich nichts Neues einfallen. Das Gleiche gilt im übrigen auch oft für die Maskierten.

The Strangers bedient so ziemlich jedes gängige Horrorklischee, ohne es auf irgendeine neue oder originelle Art und Weise zu verwenden. Damit bleibt die Handlung während der gesamten Laufzeit immer vorhersehbar und durchschaubar. Von Anfang an ist klar, was als nächstes geschehen wird. Und wenn das Vorhergesehene dann wahrhaftig eintrifft, ist man weder schockiert, noch ängstlich, sondern lediglich enttäuscht darüber, dass sich der Film offenbar nicht die Mühe macht, dem Zuschauer etwas, zumindest ansatzweise Neues zu bieten. Das höchste der Gefühle ist vielleicht ein müdes Lächeln darüber, dass man ohnehin schon alles weiß, und sich durch nichts mehr aus der Ruhe bringen lässt. So gesehen bietet einem The Strangers zumindest die Zeit seinen Verstand mal auf Urlaub zu schicken und sich einfach von der Banalität und überraschend spannungsarmen Geschichte des Films betäuben zu lassen, ohne sich irgendwelchen angsteinflößenden Momenten aussetzen zu müssen.

Dabei handelt es sich vielleicht auch um den schwerwiegendsten negativen Aspekt des Films. Die Logikfehler, die nicht ausreichend durchdachten Situationen und die vorhersehbaren Wendungen, könnte man dem Film ja eventuell noch verzeihen, wäre da nicht das erschreckende Fehlen des Gefühls der Angst. Der Regisseur schafft es einfach nicht, beim Zuschauer ein Gefühl des Terrors und der Bedrohung zu erzeugen. Es genügt nicht, hin und wieder ein paar nette Schockmomente einzubauen, die einem vielleicht erschrecken, wenn man sie nicht ohnehin schon von Anfang an kommen sieht. Schade ist nur, dass die ursprüngliche Ausgangssituation des Films, durchaus das Potenzial gehabt hätte, dieses anhaltende Gefühl der Angst und des Schreckens beim Zuschauer zu manifestieren. Schon alleine das optische Erscheinungsbild der Angreifer wäre dafür prädestiniert gewesen.

Fazit:
Was ein durchaus guter Horrorfilm hätte werden können, verkommt leider zu einer schwachen und misslungenen Schablone, die angefüllt mit Logikfehlern und Klischees, nicht mal annähernd für Gänsehaut oder gar Angst und Schrecken sorgen kann. Wirkliche Hardcorefans des Horrorgenres sollten um diesen Film unbedingt einen Bogen machen. Aus Neugier kann man ihn ja zu späteren Zeitpunkt mal in der Videothek ausborgen. Zugegeben, Liv Tyler und Scott Speedman liefern eine passable schauspielerische Leistung und die Masken der unbekannten Angreifer sind allemal stimmig ausgewählt. Und jeder, der sich sehr, sehr leicht ängstigen lässt, kann sich den Film mal zu Gemüte führen, doch selbst für solche Zuschauer gibt es bessere Filme aus diesem Genre.

Bewertung:

3/10 Punkte

Filmering.at
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Liste von Cineast90
Erstellt: 09.06.2013