Vicky Cristina Barcelona

Vicky Cristina Barcelona
Vicky Cristina Barcelona
OT: Vicky Cristina Barcelona

Filmstart: 05.12.2008 | Laufzeit: | Romantikkomödie

Barcelona-Scene02.jpgDie Liebe, ein absolut unergründliches Thema, das wohl nie seinen Reiz verlieren wird. Seit Jahrhunderten widmen sich Künstler der Thematik, und solange es Menschen gibt, wird das Thema wohl auch immer aktuell bleiben. Doch Liebe ist ein solch vielschichtiges Wort, dass es wohl unendlich viele Möglichkeiten gibt, von ihr zu erzählen. Woody Allen hat nun genau dies zum Thema seines neuen Films Vicky Cristina Barcelona gemacht, und zeigt uns Charaktere, die mit den unterschiedlichsten Formen der Liebe konfrontiert werden.

Die beiden Freundinnen Vicky (Rebecca Hall) und Cristina (Scarlett Johansson) beschließen den Sommer in Barcelona, bei entfernten Verwandten Vickys zu verbringen. Die beiden unterscheiden sich dabei in punkto ihrer Lebenseinstellung gravierend. Während Vicky ihr Leben streng verplant hat, und den soliden Weg gewählt hat, treibt Cristina nur vor sich hin, und schaut was sich ergibt. In Barcelona lernen sie auch schon bald den charmanten Künstler Juan Antonio (Javier Bardem) kennen, der sie zu einem Trip nach Oviedo einlädt. Obwohl sich Vicky zunächst wehrt, begleiten ihn die Freundinnen, und werden bald schon in seine komplizierte Beziehung zu seiner Ex-Frau Maria Elena (Penélope Cruz) hineingezogen...

Barcelona-Scene01.jpgNachdem es mit Woody Allens Karriere bergab ging, beschloss er sein geliebtes New York zu verlassen, um in London neue Inspiration zu finden. Das Ergebnis war mit Match Point einer seiner besten Filme. Doch so unerwartet er dieses Meisterwerk aus der Hüfte feuerte, so schnell ging es auch wieder bergab. Nun folgte nach Scoop und Cassandra’s Traum, die ebenfalls in London gedreht wurden, der erneute Ortswechsel. Raus aus dem verregneten England, hinein ins sonnige Katalonien.

Und man kann es Woody Allens Film auch deutlich ansehen, dass der Ortswechsel einen neuerlichen Aufschwung mit sich brachte. Denn das erste Mal nach Match Point traut er sich die Thematik völlig zu wechseln, und serviert einen erfrischenden, leichten und vor allem warmen Unterhaltungsfilm, der zwar bei weitem nicht an die Klasse eines Match Point heran reicht, aber der dafür durch ein großartiges Ensemble und vor allem durch wundervolle Locations, die förmlich die katalonische Kultur versprühen, überzeugen kann.

Barcelona-Scene11.jpgMit dabei ist natürlich wieder Allens Muse Scarlett Johansson, mit der ihm seit Match Point ein freundschaftliches, aber vor allem künstlerisches Band verbindet. Doch es ist nicht Johansson, die hier die großartige Leistung vollbringt. Im Vergleich zu den anderen wirkt sie gar nur durchschnittlich. Besser gefällt da schon die überraschende Rebecca Hall, aber die Glanzlichter sind ohnehin die beiden spanischen Darsteller, die den Film nicht nur ihre Note aufdrücken, sondern ihn ganz und gar für sich einnehmen.

Über jeden Zweifel erhaben ist der großartige Javier Bardem, der erst letztes Jahr für seine beängstigende Darbietung im Coen Film No Country for Old Men mit dem Oscar geehrt wurde. Hier darf er sich wieder einmal von seiner charmanten Seite zeigen, und kann als sympathischer Freigeist das Publikum verzaubern. Doch das wahre Highlight ist die unglaublich explosiv agierende Penélope Cruz, die als feurige Künstlerin ordentlich Schwung in den Film bringt.

Barcelona-Scene12.jpgVor allem ist Vicky Cristina Barcelona natürlich eine Geschichte über die Liebe, und eine Liebeserklärung an das wundervolle Katalonien. Allen schafft es hervorragend die Orte in Szene zu setzen und wunderbare Locations aufzutreiben, sodass sein Film wirklich den Charakter eines sommerlichen Urlaubstrip hat, und den Zuseher für kurze Zeit in eine ferne Welt entführt. Natürlich ist das Ganze mit reichlich Liebesstress garniert, da die Stimmung (auch dank der großartigen musikalischen Untermalung wie den Song „Barcelona“ von Giulia y Los Tellarinis) aber immer heiter und fröhlich bleibt, wird Vicky Cristina Barcelona allerdings nie schwermütig.

Doch obwohl der Film insgesamt zu überzeugen weiß, gibt es auch einige Schwächen, die man nicht unkommentiert dastehen lassen kann. Der Off-Kommentar, im Original gesprochen von Christopher Evan Welch ist beispielsweise ein waschechtes Ärgernis, und erweist sich nicht nur als völlig unnötig, sondern auch noch als unmotiviert vorgetragen. Denn Welch erzählt viel zu teilnahmslos und monoton, hat aber auch darunter zu leiden, dass Woody Allen den Kommentar völlig unsinnig anlegt und kein Konzept damit verfolgt. Er macht es sich somit nur leicht, in dem er Dinge schnell abspulen kann, ohne sie zeigen zu müssen. Auch fehlt es dem Film natürlich an der nachdrücklichen Wirkung eines Match Point, und die Charakterzeichnung ist etwas gar klischeehaft ausgefallen, sodass Vicky Cristina Barcelona nur ein kurzlebiger Urlaubstrip ist, der zwar Spaß macht, der aber nicht wirklich über dauerhafte Qualitäten verfügt.

Fazit:
Mit Vicky Cristina Barcelona liefert Woody Allen einen Film ab, der erfrischend leicht und angenehm ist, aber keinesfalls über die Qualitäten eines Match Point verfügt. Besonders der deplatzierte Off-Kommentar ist ein Ärgernis, aber auch ansonsten ist Vicky Cristina Barcelona nichts Nachhaltiges, sondern nur eine erfrischende Gelegenheit um für kurze Zeit die Seele baumeln zu lassen. Besonders die Darsteller sind großartig, und ganz besonders Javier Bardem und Penélope Cruz spielen wirklich fabelhaft. Insgesamt ist Vicky Cristina Barcelona sicher für einen netten Kinoabend geeignet, aber einen Match Point sollte man sich nicht erwarten.

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6/10

Ich bin wahrlich kein wirklich Woody Allen Fan

allerdings hat mir dieser Film überraschend gut gefallen. Kurzweilig, unterhaltsam und eine unglaublich tolle Penelope Cruz, die den Oscar für diese Rolle wirklich verdient hat.
Allerdings darf man sich natürlich keine großartige Geschichte erwarten und wirklich nachvollziehbare, reailstische Handlungen. Aber, hey: in welchem Film über das Thema Liebe gibts sowas auch?

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2/10

Bardem kriegt sie alle

Der langweiligste Woody Allen, den ich kenne. Alle möglichen Spielarten der Liebe werden hier nur ausdiskutiert bis zum Abwinken. Ein Lesestück also, wenn es nicht - und das ist noch das Beste daran - die leichte spanische Gitarrenmusik gäbe. Xavier Bardem nimmt man durchaus den Womanizer ab und seine problematische Ex (Penelope Cruz) ist die Einzige, die ein paar Szenen hat, wo ihr Temperament zum Einsatz kommt. Doch das ist aber auch schon alles. Hall und Johansson verkörpern die personalisierte Langeweile, sind unsicher, mit sich und der Welt im Unklaren und ihr Tun ist nicht nachvollziehbar. Was für ein Drehbuch?! Ohne Charme, ohne Witz und letztlich auch ohne Ziel plätschern Figuren und Dialoge so dahin. Allens Drehbuch ist einfach nur geschwätzig. Die Grundaussage ist gleich Null bzw. alles kalter Kaffee. Dabei ist diese Problematik sowohl literarisch als auch filmisch schon hundert Mal beschrieben worden - und auch noch wesentlich besser. Was hat den Altmeister da nur geritten?
Na gut, Promiskuität kann ja vielleicht heute angesagt sein. Wenn man mit sich sonst nichts anzufangen weiß, genügend Zeit und Geld hat, kann das ein wohltuender Zeitvertreib sein. In eine filmische Form gegossen, muss es aber schon amüsant, geistreich und voller Überraschungen sein. Und es darf dann nicht auch noch ausgehen wie das Hornberger Schiessen. Ärgerlich! K-V.

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2/10

Nur ein Wort ...

... fällt mir zu diesem Film ein: anstrengend.
Es ist unendlich mühsam, die Darsteller zu beobachten. Das ist bei Woody-Allen-Filmen ja nichts Neues, aber hier ist es befremdlich, weil alle ja so attraktiv sind. Trotzdem: Man fängt an seine Kinokarte zu zerpflücken und leicht zu knurren ... und nach dem Film geht man ganz sicher auf einen Drink. Oder vier.

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