Quarantäne (2008)

OT: Quarantine - 88 Minuten - Horror
Quarantäne (2008)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
5276
Bewerten:

Filmkritik zu Quarantäne

Von am

Vor nicht allzu langer Zeit sorgte ein spanischer Horrorfilm mit dem Titel [REC] international für Aufsehen. Der Film schaffte es schließlich am 30.05.2008 in die österreichischen Kinos. Die Amerikaner scheinen jedoch nicht viel von ausländischen Filmen zu halten. Bevor man einen Film in den USA untertitelt oder synchronisiert, scheint man lieber gleich ein Remake in Auftrag zu geben. Tatsächlich hat es nun nicht einmal ein Jahr gedauert, bis mit Quarantäne die US-Neuauflage von [REC] fertig wurde. Tatsächlich ist der Film im Wesentlichen dasselbe wie [REC], aber trotzdem würde ich jedem abraten sich den Film anzusehen. Denn diese übertriebene, sture und geldgeile Politik der Amerikaner sollte man nicht auch noch mit einem Kinobesuch füttern. Wer Interesse hat, soll sich bitte einfach das Original ansehen. So unterstützt man auch wirklich denjenigen, der die künstlerische Leistung erbracht, und nicht den der sie gestohlen hat.

Angela (Jennifer Carpenter) und ihr Kameramann Scott (Steve Harris) berichten für eine Reality-TV-Show vom Leben der Berufsfeuerwehr in Los Angeles. Zunächst beginnt alles wie ein ganz normaler Arbeitstag, doch der nächste Einsatz soll sie in die Hölle auf Erden bringen. Es wurden Schreie aus einer Wohnung gemeldet, und als die Truppe eintrifft, wird sie von einer blutenden alten Frau attackiert. Doch als man das Gebäude verlassen will, muss die Gruppe entdecken, dass sie vom Militär unter Quarantäne gestellt wurden…

Schön langsam kann man sich nur mehr an den Kopf schlagen, wenn man sich über die aktuelle Remake-Politik der US-Filmindustrie Gedanken macht. Warum benötigt ein Film, der erst im Jahr 2008 erschienen ist ein Remake? Den Vogel schießt aber die kürzliche Meldung ab, dass Chris Rock plant den Film Sterben für Anfänger, aus dem Jahre 2007 neu zu verfilmen. Warum das so besonders ist? Weil hier nicht einmal mehr das Sprachargument gilt, denn Sterben für Anfänger ist ein britischer Film. Man möge mir verzeihen, dass ich Quarantäne hier vielleicht etwas übertrieben kritisiere, denn im Wesentlichen ist der Film wirklich genau wie [REC] (den ich übrigens auch für überschätzt halte), aber diese Remake-Politik ist einfach längst über den tolerierbaren Rahmen hinausgeschossen.

Natürlich gibt es immer wieder Remakes, die positiv auffallen, man denke nur an Alexandre Ajas großartiges The Hills Have Eyes Remake, oder an Martin Scorseses meisterhaften Film The Departed, das erste Remake, das mit dem Oscar als Bester Film geehrt wurde. Doch diese beiden Remakes haben etwas, was so gut wie kein Remake hat: Sie schaffen es wirklich die Fehler des Originals auszubessern. The Hills Have Eyes ist beispielsweise viel intensiver und imposanter gefilmt als das Original, und The Departed schlägt Infernal Affairs auch auf allen Ebenen (ist zumindest meine subjektive Meinung). Doch Quarantäne ist einfach nur mehr die genaue Kopie von [REC], und das ist ein künstlerisches Armutszeugnis.

Und somit ergeben sich für das Remake genau die selben Kritikpunkt wie für das Original. Zum Beispiel wurde natürlich erneut das Prinzip der Fake-Doku aufgegriffen, das den Zuseher näher an die Figuren bringen soll, und das Gezeigte echter wirken lässt. In Wahrheit kann man aber überhaupt keine Bindung zu den Figuren aufbauen (was ja auch schon ein Problem des ähnlich gedrehten Cloverfield war), und so ist es einen völlig egal wenn diese sterben. Dabei will ich aber ausdrücklich erwähnen, dass sich die Kritik nicht gegen die Darsteller richtet, die sich wirklich bemüht und engagiert zeigen.


Genau wie in [REC] erweist sich auch in Quarantäne der Einstieg etwas zäh, aber sobald die Protagonisten ins verseuchte Haus gelangen, beginnt der Film für kurze Zeit zu funktionieren. Teilweise liegt hier wirklich Spannung in der Luft, aber im Laufe der Zeit, wirkt das Konstrukt der Geschichte immer unglaubwürdiger, und der Film kann kaum noch beeindrucken. Die Schockmomente wirken abgestanden, das Prinzip wiederholt sich immer wieder, und das Fehlen filmischer Mitteln, dämpft die Intensität noch zusätzlich. Quarantäne ist, wie übrigens auch [REC], einfach nicht interessant genug. Zugegeben, [REC] hatte seine Ideen wenigstens noch aus eigener Kraft bezogen, aber dass Quarantäne einfach alles stur kopiert, macht das ganze natürlich völlig überflüssig. Irgendwie fehlt mir auch die Muse weiter zu schreiben, da ich ja bereits [REC] besprochen habe, und Quarantäne in jeder Hinsicht das Selbe ist. Nur eben völlig unnötig, denn jeder der den Film sehen will, sollte sich lieber gleich das Original ansehen.

Fazit:
Wer [REC] gesehen hat verschwendet definitiv seine Zeit, wer [REC] nicht gesehen hat, der sollte lieber diesen Nachholen, anstatt sich mit der Kopie herumzuschlagen. Für den Film an sich genommen ist die Kritik wohl eine Spur zu hart, aber da Quarantäne jede Form von künstlerischer Qualität fehlt, und der Film nur die Aufgabe hat das Geld aus den Taschen der Leute zu ziehen, kann ich mich einfach nicht dazu überwinden ein gutes Wort zu diesem durch und durch unnötigen Film zu verlieren. Ich persönlich mochte ja [REC] schon nicht besonders, aber wenn man die Geschichte sehen will, dann auch bitte in der Form wie sie angedacht war. Und nicht so, wie es ein profitgieriges US-Unternehmen nachkopiert hat.

Wertung:

4/10 Punkte 

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 4/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
10 /10
0%
9 /10
0%
8 /10
0%
7 /10
0%
6 /10
0%
5 /10
0%
4 /10
100%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Keine Empfehlungen gefunden!
Der Film ist in diesen Listen
Keine Listen gefunden!