Ballast (2008)

OT: Ballast - 96 Minuten - Drama
Ballast (2008)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Ballast

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Als letzter Beitrag der Berlinale gezeigt, beim Sundance Filmfestival mit dem Preis für die Beste Regie und die Beste Kamera bedacht, und nun auch auf der heimischen Viennale aufgeführt. Das alles betrifft das äußerst eigenwillige Regiedebüt von Lance Hammer, mit dem Titel Ballast. Und der Titel ist hier auch Programm, denn der Film gibt sich durchgehend überaus schwermütig, lässt gute Laune noch nicht einmal aufblitzen, und schafft es den Zuseher gewaltig nach unten zu ziehen. Wie Ballast eben.

Der stille, bullige Lawrence (Micheal J. Smith Sr.) lebt gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder in einem einsamen Haus, irgendwo im Mississippi-Delta. Sein Bruder hat die Trennung von seiner Ehefrau Marlee (Tarra Riggs) nie überwunden, und nimmt sich das Leben. Geschockt versucht auch Lawrence sich umzubringen, doch sein Nachbar findet ihn, und rettet ihm das Leben. Nach seiner Rückkehr nach Hause, verliert Lawrence aber jeden Willen zu leben, und vegetiert nur mehr vor sich hin. Währenddessen kämpfen sich Marlee und ihr Sohn James (JimMyron Ross) durchs Leben…

Regisseur Lance Hammer wollte sich scheinbar in jeder Beziehung vom Mainstream abwenden. Für das Publikum ist es deshalb auch sehr leicht sein Werk nicht zu mögen. In der Tat ist sein Film auch weniger gefällig, als viel mehr imposant, auf Grund seiner Konsequenz. Naturgemäß wird es Ballast deshalb zwar sehr schwer haben einen Verleiher und ein Publikum zu finden, aber für Cineasten und Freunde des amerikanischen Independentkinos ist der Film sicher einen Blick wert.

Stilistisch schert sich Hammer dabei reichlich wenig um ein verwöhntes Publikum. Ballast ist rau, wirkt fast dokumentarisch und hält sich scheinbar an sämtliche Dogma-Regelungen. Auf künstliches Licht wird genauso gerne verzichtet, wie auf alle anderen gekünstelten Dinge, inklusive einer musikalischen Untermalung. Somit fühlt sich Ballast sehr untypisch an, und gewährt einen sehr intensiven Blick auf die Kehrseite des amerikanischen Traums.

Dabei wird man gar nicht erst lange bei der Hand genommen, sondern direkt und unbequem (wie Ballast die ganze Zeit über ist) in die große Depression geschubst. Und ebenso ohne Vorwarnung wird man auch wieder aus dem Film gerissen. Das Mississippi-Delta muss hier als leuchtendes Beispiel für die Missstände in der amerikanischen Gesellschaft herhalten, und Ballast zeigt unter welch schwierigen Verhältnisse die Menschen unter der Armutsgrenze leben müssen.

Man kann es sich nun bereits denken, dass Ballast alles andere als leicht zu verdauen ist. Unterstützt auch durch seine ruhige und vielleicht sogar träge, Art ist Ballast ein Film, der sich sehr leise anschleicht, aber den Zuseher mit Sicherheit berührt. Dennoch haben sich einige Passagen eingeschlichen, die reichlich unpointiert wirken, und obwohl die trostlose Atmosphäre stets stimmig eingefangen wurde, nicht so richtig überzeugen. Somit ist Ballast ein zweifellos beeindruckender Film, der aber trotz allem an einigen Schwächen zu leiden hat.

Fazit:
Ballast, das ist vor allem ruhiges und träges Independent Kino, das sich ausgiebig Zeit nimmt um die tragischen Geschichten seiner Figuren zu zeigen. Der Film erweist sich dabei als atmosphärisch äußerst stimmig, und unterstützt durch die minimalistische Stilistik auch das trostlose Setting. Leider hat sich aber auch eine Prise Langeweile in den Film geschlichen, sodass eine generelle Empfehlung, trotz zweifellos vorhandenen Stärken, nicht so einfach möglich ist. Überhaupt wird man Ballast eher zu schätzen wissen, als dass man sich in den Film verliebt.

Wertung:

6/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 6/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
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