Max Payne

OT:  Max Payne   -  100 Minuten -  Action 
Max Payne
Kinostart: 21.11.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Max Payne

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Darf man sich von der Verfilmung eines Computerspiels wirklich was erwarten? Die Antwort lautet nein. Egal wie gut das Spiel auch sein mag, die Verfilmungen scheitern meist, deshalb ist es von Anfang an besser, sich nichts zu erhoffen, wenn man sich ins Kino setzt und eine derartige Verfilmung anschaut. Aber irgendwie ist es auch verständlich, dass Computerspielverfilmungen stets scheitern. Zu viele Schwierigkeiten, die irgendwie zufriedenstellend gelöst werden müssen, stellen sich dem Filmemacher in den Weg. Dennoch darf man das natürlich nicht als Ausrede benutzen, wenn man die Herausforderung annimmt und ein Spiel verfilmt. Gerade die Fans des Spiels sind das Zielpublikum und müssen zufriedengestellt das Kino verlassen.

Wie verhält sich das nun im Falle von Max Payne? Das Spiel kann man getrost unter die besseren Actionspiele der vergangenen Zeit einreihen. Doch das bedeutet nicht automatisch, dass der Film ebenfalls zu den besseren Actionfilmen gehört. Die Handlung des Films ist simpel. Max Payne (gespielt von einem vollkommen fehlbesetzten Mark Wahlberg) will Rache an den Mördern seiner Frau und seines Kindes. Das war’s, schlicht und ergreifend. Doch das bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Film schlecht sein muss, und sich fern jeglicher Komplexität und Zwiespältigkeit bewegt. Denn Rache ist nie simpel. Selbst eine derart einfache Handlung, kann zu durchaus komplexen und vielschichtigen Filmen und Figuren führen, man denke da nur mal an Mad Max, Memento oder Spiel mir das Lied vom Tod.

So gesehen wird deutlich, dass ein Rachefilm nicht zwangsläufig ein schlechter Film, oder eine Geschichte ohne Ambiguität, oder ohne zwielichtige Figuren sein muss. Rachefilme können sehr wohl für viel Abwechslung und großen Tiefgang sorgen, den man vielleicht auf den ersten Blick nicht vermuten würde. Rache ist eine im Menschen überaus tiefsitzende und starke Emotion, weil sie oft ein Resultat des Verlustes von Gerechtigkeit und moralischen Werten ist, und sich letztlich in Gewalt und Vigilantismus manifestiert. Eigentlich wäre Max Payne daher prädestiniert dafür gewesen, dem Zuschauer eine Geschichte zu präsentieren, die zum einen actiongeladen, und zum anderen voll von komplexen Emotionen und fragwürdigen Handlungen ist.

Max Payne ist ohne Zweifel actiongeladen, doch letzteres (komplexe Emotionen und fragwürdige Handlungen) sucht man in diesem Film vergebens. Die Handlung bleibt den ganzen Film über simpel gestrickt. Die Figur von Max Payne ist eindimensional und viel zu einfach dargestellt. Es wird überhaupt kein Augenmerk auf seine innere Zerrissenheit oder die immensen seelischen Qualen, die er durchleidet, gelegt. Es findet keinerlei Beachtung und wirkt beinahe so, als wäre er eigentlich ohnehin schon längst über den Tod seiner Familie hinweggekommen, übt aber trotzdem Rache, einfach aus dem Grund, weil es im Drehbuch steht.

Was bleibt ist ein actiongeladener Film, ohne Sinn und Verstand, ohne dem Actiongenre irgendwelche neuen Facetten abzuverlangen, ohne dem Zuschauer etwas neues zu bieten. Aber dafür bietet der Film ein hübsches Setting und eine düstere Szenerie, die dem Spiel ziemlich getreu nachempfunden ist und dem ganzen zumindest einen gewissen Reiz verleiht. Leider ist dafür die Handlung an sich, enorm schlecht ausgearbeitet und viel zu leicht zu durchschauen. Von Anfang an ist klar, welche Figur welche Rolle spielt und wie sich die Handlung weiter entwickeln wird.

Die netten, aber etwas unoriginellen Actionszenen, retten den Film vor dem völligen Untergang. Was Max Payne ebenfalls Pluspunkte verleiht ist die gelungene, dunkle Atmosphäre des Films, die wohl auch großteils eher dem Spiel zu verdanken ist, als dem Regisseur. Doch trotz seiner zahlreichen negativen Eigenschaften, schafft der Film etwas, was viele andere, gleichermaßen irrelevante Filme ebenfalls zu leisten in der Lage sind, er schafft es, den Zuschauer dennoch zu unterhalten. Wobei es sich aber naturgemäß, um eine sehr kurzweilige und belanglose Art der Unterhaltung handelt.

Fazit:
Max Payne bietet dem Zuschauer ein schlechtes Drehbuch, einfallslose Regie und fehlbesetzte Schauspieler (mit Ausnahme von Olga Kurylenko, die immer hübsch anzusehen ist, aber hier leider nur eine sehr kleine Rolle spielt). Zudem ist der Film ein Paradebeispiel an einer, von vorne bis hinten durchsichtigen Handlung, Logikfehler inklusive, und schwachen, eindimensionalen Figuren. Auf der anderen Seite gelingt es dem Film eine sehr düstere Stimmung zu etablieren, er hat ein dunkles Setting und einige Actionszenen, die zumindest schön gemacht sind, wenn auch nicht immer ganz sinnvoll wirken. Außerdem schafft es der Film, trotz seiner zahlreichen Fehler und Schwächen, den Zuschauer zu unterhalten. Wer sich also kein Meisterwerk des modernen Actionkinos erwartet, sondern den Film als das nimmt, was er ist, nämlich eine nebensächliche Berieselung, bestens geeignet zum Abschalten jeglicher zerebralen Aktivitäten, wird zumindest eine unterhaltsame Zeit im Kino verbringen und bestens vom Alltagsstress abschalten können. Wer jedoch etwas mit mehr Substanz und Inhalt genießen möchte, sollte einen ganz großen Bogen um diesen Film machen, denn der wird mit Max Payne zwangsläufig seine Zeit und sein Geld verschwenden.

Wertung:

5/10 Punkte

Filmering.at
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