Saw 5

OT:  Saw 5  -  88 Minuten -  Horror 
Saw 5
Kinostart: 15.01.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Saw 5

Von am

Was haben wir nicht mit der Saw-Serie mitleiden müssen? Doch nicht etwa, weil die Filme immer brutaler wurden, sondern vor allem weil wir mit ansehen mussten, wie aus einem bösen, kleinen Film, eine herzlose Reihe wurde, die nur mehr das Geld aus den Taschen der Zuseher ziehen wollte. Der Rhythmus von einem Saw Film pro Jahr wurde konstant beibehalten. Überraschenderweise, sind die Fans immer mit der Serie mitgezogen, und somit kann man davon ausgehen, dass auch der fünfte Teil hier keine Ausnahme sein wird.

Nachdem sowohl Jigsaw (Tobin Bell), als auch seine Assistentin Amanda (Shawnee Smith) gestorben ist, bleibt nur noch Jigsaws letzter Handlanger Det. Mark Hoffman (Costas Mandylor) um dessen Taten weiterzuführen. Doch FBI Agent Strahm (Scott Patterson) und Hoffmans Vorgesetzter Dan Erickson (Mark Rolston) sind ihm bereits auf der Schliche. Dies hindert diesen jedoch nicht sein nächstes Spiel auszuführen: Fünf Menschen werden in verschiedenen Stationen auf Leben und Tod getestet…

Zuerst muss einmal erwähnt werden, dass der langjährige Pate der Saw-Fortsetzungen, Darren Lynn Bousman nicht mehr am Regiestuhl sitzt. Nachdem Saw noch von James Wan inszeniert wurde, übernahm Bousman die Regie und inszenierte die Teile zwei bis vier. Doch nun ist auch diese Ära zu Ende, und Bousman wandte sich seinem Projekt Repo! The Genetic Opera zu. Nun ist der langjährige Production Designer der Saw-Filme, David Hackl, an der Reihe, und darf mit Saw 5 sein Regiedebüt geben.

Um es kurz zu sagen: Allzu stark wirkt sich der Regiewechsel nicht aus, da Hackl auch brav den visuellen Stil der Reihe kopiert. Lediglich durch einige Close-ups auf die Ausstattung macht er klar, dass er früher für diesen Bereich verantwortlich war. Doch genauso wie bei Saw 4, fällt auf, dass Saw 5 scheinbar nicht mehr weiß worauf man hinaus will. Es ist nun einmal eine Tatsache, dass der Reiz bei Saw daraus besteht die Zuseher quasi auf die Folterbank zu spannen und durch den Reißwolf zu drehen.

Da man aber mit Saw 3 scheinbar die Grenze des Härtegrads erreicht hat, der einem größeren Publikum zumutbar ist, schaltete man beim vierten Teil einen Gang zurück und setzte weniger auf Gore. Saw 5 treibt dies vielleicht sogar noch einen Schritt weiter, denn im Vergleich zum dritten Teil bekommt man deutlich laschere Fallen serviert, was sicher einige Fans enttäuschen wird. Hinzu kommt das altbekannte Problem, das ab Teil 2 die Serie heimsuchte: Nämlich, dass uns die Figuren völlig egal sind, und es uns somit auch kaum berührt wenn diese sterben.

Die einzige Figur, die nach dem ersten Film überhaupt noch für Interesse sorgte, war der Mörder Jigsaw. Hier ergibt sich allerdings auch die prekäre Lage, dass dieser eben seit dem Ende des dritten Teils tot ist. Es mag vielleicht hart klingen, aber eigentlich liegt die Saw-Franchise seit diesem Augenblick im Wachkoma und dümpelt uninspiriert vor sich hin. Als Ersatz für Jigsaw wurde in Teil 4 Det. Mark Hoffman eingeführt. Nun ja, sowas nennt man wohl gemeinhin einen gewaltigen Schuss in den Ofen.

Der interessante Killer ist weg, und es bleibt nur noch ein furchtbarer Ersatz, der auch noch dazu schrecklich von Costas Mandylor verkörpert wird. So etwas wie die Faszination des Bösen gibt es nicht mehr, stattdessen einen banalen Handlanger, der stoisch durch die Szenen stolziert, und das Publikum nervt. Parallel dazu wird in Rückblenden erklärt wie er zu Jigsaws Partner wurde. Man muss doch auch schließlich irgendwie die einzige Figur in den Film bringen, um die sich die Fans noch scheren können.

Überhaupt fällt auf, dass Saw 5 kaum eine nennenswerte Geschichte zu erzählen hat. Die große Falle des Films zeigt fünf Menschen als Versuchsratten. Doch natürlich gibt dies kaum etwas her, hatte man eine ähnliche Situation doch auch schon in Saw 2. Auch die Autoren scheinen sich dessen bewusst zu sein, und bessern das ganze mit Rückblenden auf, die den Fans in diversen Internetforen die Möglichkeit zu Diskussionen bieten. Denn hauptsächlich werden Fallen aus den ersten beiden Filmen beleuchtet, in dem man zeigt wie Jigsaw diese mit Det. Hoffman arrangierte.

Besonders interessant wird auch, wie die Fans auf das Ende des Films reagieren, das tatsächlich anders als bisher ausgefallen ist. Doch darauf will ich erst gar nicht zu sprechen kommen, da jeder unvoreingenommen darauf reagieren soll. Sicher ist nur, dass die Saw Reihe weiterhin vor sich hinplätschert ohne jemals ein Ende in Sicht zu haben. Im Wesentlichen ist die Serie seit Saw 3 im Wachkoma und vegetiert nur mehr vor sich hin. Spannung ist kaum noch vorhanden, keine einzige Figur kann das Publikum berühren und der Killer hat keinerlei Reiz mehr, seit Jigsaw tot ist. Saw 5 bietet immer noch unterdurchschnittliche Unterhaltung, und die Fans werden auch diesmal wieder ins Kino laufen. Doch irgendwann sollten die Produzenten einmal einen Schlussstrich ziehen. Denn wie viele versteckte Handlanger ohne Charisma wollen sie denn noch aus dem Hut ziehen?

Fazit:
Was soll man sagen? Saw 3 hat die Serie eigentlich beendet, und jeder weitere Teil zögert den Tod nur mehr hinaus. Jigsaw ist tot, sein Handlanger ein stoischer Igor ohne Charisma, und wie lange will sich die Reihe noch hinauszögern, bevor man sich endlich eingesteht, dass man nur mehr auf dem Zahnfleisch herumkriecht? Noch nicht einmal die Fallen und das Ende sorgen in Saw 5 noch für Nervenkitzel. Stattdessen rundherum nur farblose Figuren, deren Schicksal uns kaum interessiert. Solange die Zuseher weiterhin in die unterdurchschnittlichen Filme pilgern, und solange Fans die Filme in den Himmel loben wird es wohl auch noch die Saw Reihe geben. Obwohl es wohl am besten gewesen wäre, es einfach beim starken Saw zu belassen.

Wertung:

4/10 Punkte 

Filmering.at
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Ø Wertung: 5.6/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 5
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Liste von Al
Erstellt: 21.06.2014