Let's Make Money

OT:  Let's Make Money   -  110 Minuten -  Dokumentation 
Let
Kinostart: 31.10.2008
DVD-Start: 04.12.2015 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Let’s Make Money ist der neue Dokumentarfilm von Erwin Wagenhofer, der zuletzt mit We Feed The World eine hochgelobte und überaus erfolgreiche Dokumentation abgeliefert hat. In seinem neuen Werk geht es diesmal um die Mechanismen der Finanzwelt, Immobilien, Banken und Kapitalismus, kurz gesagt, der Film folgt der Spur des Geldes. Und dass diese Spur, keine schöne ist, wird von Anfang an klar gemacht. Teils langatmig, teils eindrucksvoll, wird geschildert, dass der ach so schöne Slogan der Banken („Lassen Sie ihr Geld arbeiten!“), eine Verblendung der aller schlimmsten Sorte ist. Geld kann nicht arbeiten, aber Tiere, Menschen und Maschinen schon.

Die Mechanismen zu enthüllen und zu entwirren, die hinter den Finanzmärkten, Immobilienmachenschaften und überhaupt dem ganzen geldorientierten System stecken, ist keine leichte Aufgabe. Zu kompliziert und undurchsichtig sind die Machenschaften, die hinter diesen Mächten stecken. Aber genau das wird von den Verantwortlichen auch beabsichtigt. Genau da setzt der Film an. Let’s Make Money versucht nun, etwas Licht ins Dunkle zu bringen. Doch leider gelingt dies dem Film nur teilweise.

Grob gesagt, könnte man den Film in zwei Teile zerlegen. Die erste Hälfte zeigt einem nichts neues. Die dritte Welt wird ausgebeutet, und die Reichen sind daran schuld. Das ist nun wirklich keine Neuigkeit, die ein halbwegs aufgeschlossener Zeitgenosse, der mit offenen Augen durch die Welt geht, nicht schon längst weiß. Was man da zu sehen bekommt, zielt einzig und allein auf die Emotionalität des Zuschauers ab. Er wärmt lediglich alte Reste auf und zeigt dem Zuschauer Szenen, die man schon aus anderen Dokumentationen oder Reportagen kennt. Daher kommt der Film nur schleppend voran und bemüht sich (erfolgreich oder erfolglos?)  das Publikum in einen emotionalen Sog zu ziehen, der ihn auf die später folgende Flutwelle an Informationen nicht nur vorbereiten soll, sondern auch bereits dazu bringen soll, Stellung zu beziehen.

Leider sorgt dieser schleppende, wenn auch mit Gefühlen angereicherte Anfang dafür, dass der Dokumentation eine gewisse Langatmigkeit verliehen wird. Dies mag vielleicht daran liegen, dass der Regisseur zu viel in seinen Film unterbringen wollte. Aber, sobald diese anfängliche Hürde gemeistert ist, die trotz allem mit einigen erstaunlichen, manchmal sogar in höchstem Maße zynischen Bildern auffahren kann, erwacht Let’s Make Money zu neuem Leben. Plötzlich wird einem ein derart tiefer und intensiver Einblick in die Mechanismen der Finanzwelt und der Banken geboten, der nicht nur neues zu Tage fördert, sondern auch Altbekanntes auf erschreckende Art und Weise zeigt. Besonders erschütternd ist die Erkenntnis, wie weitreichend der Einfluss des Geldes tatsächlich ist. Hierbei zeigt sich mit einem Schlag die Wahrhaftigkeit des Sprichwortes „Geld regiert die Welt“.

Dies ist leider eine Tatsache. Das Traurige daran sind vor allem die Auswirkungen, welche die Macht des Geldes auf die Menschheit hat. Doch neben den Auswirkungen, die sehr wohl auch behandelt werden, geht es dem Film vorwiegend um andere Fragen. Woher kommt das Geld? Wohin geht es? Was wird damit gemacht? Wie lange kann ein derartiges System noch aufrecht erhalten werden? Wer bezahlt und wer kassiert? Nicht alle Fragen können ausreichend beantwortet werden. Das wäre von einem einzigen Dokumentarfilm wohl auch zu viel verlangt. Aber eigentlich ist es gar nicht notwendig, dass ein Film diese Fragen für uns beantwortet, viel wichtiger ist, dass es der Regisseur und sein Film schaffen, diese Fragen aufzuwerfen. Beantworten müssen wir sie selbst.

Fazit:
Let’s Make Money ist nicht unbedingt ein Film, den man im Kino sehen muss, aber es ist auf keinen Fall verschwendetes Geld, falls man es doch tut. Während die erste Hälfte, trotz der schön gefilmten und aussagekräftigen Bilder, größtenteils zum Vergessen ist, ist es ganz besonders die zweite Hälfte des Films, die zu überzeugen weiß. Und zwar auf ganzer Länge. Als vollkommen gelungen kann man Let’s Make Money leider dennoch nicht bezeichnen, da sich die zu schwache erste Hälfte bemerkbar macht. Zudem wird der Zuschauer, vor allem gegen Ende des Films, mit einer enormen Flut an Informationen überrollt, das es schwer ist, da noch mitzuhalten. Alles in allem, trotz seiner Schwächen, ein guter Dokumentarfilm.

Bewertung:

6/10 Punkte

Filmering.at
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Liste von Tasse
Erstellt: 18.09.2012