Secret Sunshine (2007)

OT: Miryang - 142 Minuten - Drama
Secret Sunshine (2007)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
5085
Bewerten:

Filmkritik zu Secret Sunshine

Von am
Chang-dong Lee war unter anderem von 2003 – 2004 als Südkoreas Kulturminister tätig und konnte bereits mit seinen Filmen "Green Fish", "Peppermint Candy" und "Oasis“ Erfolge auf diversen Festivals feiern. Besonders letzterer sorgte beim Filmfestival von Venedig für Aufsehen, und ermöglichte Lees nächstem Film schließlich einen Start in Cannes. Secret Sunshine (oder auch Miryang) konnte auch gleich einen der begehrten Preise an der Côte dAzur gewinnen: Und zwar wurde Do-yeon Jeon völlig zurecht als Beste Hauptdarstellerin geehrt. Nun bringt die Viennale eben diesen Film auch zu uns ins Kino.

Shin-ae Lee (Do-yeon Jeon) beschließt, nach dem Ableben ihres Mannes, gemeinsam mit ihrem Sohn Jun in die Heimatstadt ihres Mannes, Miryang, zu ziehen. Miryang bedeutet übersetzt Secret Sunshine, doch zunächst begegnen ihr die Einheimischen eher reserviert. Nur Jong Chan (Kang-ho Song) ist ihr behilflich und versucht Kunden für ihre neu gegründete Klavierschule zu finden. Doch all diese kleinen Probleme sollen sich kurze Zeit später als nichtig erweisen. Denn als Shin-ae vom Ausgehen heimkommt, ist ihr Sohn plötzlich spurlos verschwunden. Es stellt sich raus, dass irgendwer ihn entführt hat und nun Lösegeld erpressen will…

Secret Sunshine beginnt zunächst nur sehr langsam. Regisseur Chang-dong Lee versucht seine Bilder so einfach wie möglich zu halten, will die Geschichte möglichst wenig durch auffällige Inszenierungskriterien beeinflussen und erschafft somit eine durchaus einprägsame Inszenierung, die vor allem durch ihre Schlichtheit zu begeistern weiß. Obwohl die Bildsprache somit etwas rau ist, und der Film sich dadurch auch stellenweise sehr spröde anfühlt, unterstützt Lees Inszenierungsstil seine Geschichte dennoch auf sehr wirksame Art und Weise.

Denn obwohl sich der Film zunächst als sehr unspektakulär erweist, und nur Alltagsbilder serviert, kommt er ab dem großen Wendepunkt der Story doch spürbar in Fahrt. Spätestens ab diesem Zeitpunkt zeigt sich auch warum Do-yeon Jeon den Preis in Cannes gewonnen hat, denn ihre Darbietung als leidende Mutter, angelegt als Tour de Force, ist der zentrale Pluspunkt des Films, und gemeinsam mit der Leistung von Kang-ho Song (bekannt aus The Host) der darstellerische Höhenflug des Films.

Die ersten beiden Drittel des Films vermag es Secret Sunshine auch wirklich zu packen und den Zuseher in die Geschichte zu zerren, doch danach beginnt der Film doch spürbar zu bröckeln. Die Geschichte nimmt eine merkwürdige Wendung, inklusiver einer fast peinlich offensiven Attacke auf die Kirche und Gott selbst, und kann ab diesem Zeitpunkt kaum noch überzeugen. So kommt es auch, dass die 142 Minuten Laufzeit doch stellenweise zur Geduldsprobe werden. Vor allem am Ende zieht sich Secret Sunshine wie Kaugummi in die Länge, ohne jemals ein stimmiges Ende zu finden. Somit ergibt sich ein stellenweise wirklich ausgezeichneter Film, der in seiner Gesamtheit aber leider nicht völlig überzeugen kann.

Fazit:
Die ersten beiden Drittel des Films sind sicher gut gelungen. Dazu trägt vor allem die subtile Inszenierung und das großartige Ensemble bei, aber wenn der Film dann seine letzte Wendung einschlägt, beginnt das Konzept zu zerfallen. Secret Sunshine kann in seinem letzten Drittel kaum noch überzeugen, zieht sich qualvoll in die Länge und findet noch auch kein würdiges Ende. Somit ergibt sich leider viel verschenktes Potential, denn gesamt betrachtet, kann man für Secret Sunshine, trotz seinen starken Momenten, leider keine definitive Empfehlung aussprechen.

Wertung:

6/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 6/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
10 /10
0%
9 /10
0%
8 /10
0%
7 /10
0%
6 /10
100%
5 /10
0%
4 /10
0%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Keine Empfehlungen gefunden!
Der Film ist in diesen Listen
Keine Listen gefunden!