Momma's Man

OT:  Momma's Man   -  94 Minuten -  Tragikomödie 
Momma
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Momma's Man

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Ken Jacobs war ein, speziell in den 60ern erfolgreicher, Experimentalfilmer. Sein Sohn, Azazel Jacobs, macht sich nun auf um das Independent Kino zu erobern. Nachdem sein neuster Film Momma’s Man bereits beim Sundance Filmfestival sehr positiv aufgenommen wurde, ist Jacobs auch zum ersten Mal Gast bei der heimischen Viennale. Überraschenderweise, sorgt sein Film für großen Publikumsandrang und ausverkaufte Kinos. So zeigte sich vor der ersten Vorstellung des Films nicht nur Festivaldirektor Hans Hurch vom großen Interesse am Film überrascht, sondern auch ich selbst war etwas verwirrt, als ich plötzlich vor einem aus den Nähten platzenden Gartenbaukino stand. Ein völlig unbekannter Filmemacher, der noch dazu das erste Mal während der Viennale gezeigt wird, zieht also magisch das Publikum an. Respekt, aber natürlich kann man diskutieren, ob sein Film einen solchen Andrang verdient hat. Denn trotz interessanten Ideen ist leider nicht mehr als solide Unterhaltung dabei herausgekommen.


Mikey (Matt Boren), der gemeinsam mit seiner Frau Laura (Dana Varon) und seinem neugeborenen Baby in Kalifornien lebt, muss aus beruflichen Gründen nach New York reisen. Jene Stadt in der er aufgewachsen ist, und in der seine Eltern (Ken und Flo Jacobs) immer noch leben. Als seine Arbeit abgeschlossen ist, sollte er eigentlich wieder nach Hause reisen. Aber irgendwie scheint er daran kein Interesse zu haben. Stattdessen bleibt er weiterhin bei seinen Eltern, ignoriert die Anrufe seiner Frau, und lebt vor sich hin…

Momma’s Man ist ein meistens unterhaltsamer Film, der aber hauptsächlich aus versteckten Gründen interessant ist. Denn der Film verfügt über eine amüsante Ausgangslage, die den meisten Zuseher noch nicht einmal bekannt ist. Denn wie eingangs erwähnt ist der Experimentalfilmer Ken Jacobs der Vater von Momma’s Man Regisseur Azazel Jacobs. Dieser hat nun seine eigenen Eltern als Eltern im Film besetzt und den Film auch gleichzeitig als Hommage an seine eigene Kindheit und vor allem an das Künstlerloft, in dem er aufgewachsen ist, angelegt.

Faszinierender Weise versprüht Momma’s Man auch tatsächlich viel vom vibrierenden Flair New Yorks der 60er Jahre und im Speziellen von den in Tribeca lebenden Künstlern. Obwohl der Film örtlich großteils auf das Künstlerloft beschränkt ist, und auch in den Aussenarealen sehr eingeschränkt wirkt, meint man dennoch die Luft Manhattans zu atmen. Es ist vor allem der Flair, den Jacobs Film so großartig einzufangen weiß, und die spezielle Bildsprache, die an eine längst vergessene Periode erinnert.

Doch abgesehen von dieser versteckten Ebene des Films, zeigt sich Momma's Man als lediglich netter Unterhaltungsfilm, der sich als Kunstfilm tarnt. Der Film erzählt von einem Mann, der offensichtlich genug von der Verantwortung des Lebens und im Speziellen der Verantwortung für die Familie hat, und sich deshalb vom Familienoberhaupt zurück zum Kind entwickelt. Zurück in Mamma’s Schoß sozusagen. Momma’s Man holt aus dieser Ausgangslage sicher nicht alles heraus, sorgt aber auf subtile Weise für Unterhaltung und gleichzeitig auch für eine Prise Tragik. Zwar läuft der Film nicht immer rund, und manche Szenen erweisen sich als etwas seltsam, aber insgesamt ist Momma’s Man dennoch einen Blick wert.

Fazit:

Momma’s Man erzählt die amüsante Geschichte eines Mannes, der beschließt die Verantwortung seines Lebens hinter sich zu lassen, und stattdessen wieder als Kind zu Hause zu leben. Azazel Jacobs schafft es dabei sowohl eine interessante Hommage an seine eigene Kindheit als Sohn von Ken Jacobs zu kreieren, als auch gleichzeitig die Atmosphäre der Künstlerhochburg Tribeca einzufangen. Doch abgesehen davon ist Momma’s Man ein relativ unspektakulärer Unterhaltungsfilm mit einer Prise Tragik.


Wertung:

6/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 4.5/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 2
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