Redbelt

OT:  Redbelt   -  99 Minuten -  Drama 
Redbelt
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Redbelt

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Erst kürzlich gab es einen Film, in dem Djimoun Hounsou als Martial Arts Lehrer auftrat, und dort versuchte durch platte Predigten dem flachen Prügelfilm eine politisch korrekte Dimension zu verleihen. Dieser Film war The Fighters, und wer ihn gesehen hat, wird vielleicht ein kleines Déjà-vu-Erlebnis haben, wenn er sich Redbelt ansieht. Nur mit dem Unterschied, dass Redbelt den prinziptreuen Martial Arts Trainier völlig in den Fokus rückt und dessen Ansichten völlig ernst nimmt. Doch leider ist das Ergebnis nicht ganz so geworden, wie man es hätte hoffen können.

Mike Terry (Chiwetel Ejiofor) hat seine eigene Schule, wo er brasilianisches Jiu-Jitsu unterrichtet. Im Zentrum seines Lebens steht allerdings nicht sein Unternehmen, sondern seine Geisteshaltung. Denn Mike hat strenge moralische Grundsätze, und obwohl es finanziell nicht gerade rosig aussieht, bleibt er sich treu. Sein bester Schüler Joe (Max Martini), ein Polizist, ist kurz davor den schwarzen Gürtel zu bekommen, doch plötzlich wird sein Leben durcheinander gebracht, als die Anwältin Laura Black (Emily Mortimer) durch einen dummen Unfall die Frontscheibe seines Dojos zerstört. Bereits diese Kleinigkeit stellt Mike vor unüberwindbare Probleme, denn seine finanzielle Situation lässt es nicht zu, dass er die Scheibe reparieren lässt. Doch alles scheint sich zu klären, als er dem Schauspieler Chet Frank (Tim Allen) in einer Schlägerei beisteht, und dieser sich erkenntlich zeigt. Doch die Welt des Showbusiness scheint nicht das richtige für Mike zu sein…

David Mamet, seines Zeichens vorwiegend als großartiger Drehbuchautor von Filmen wie Glengary Glen Ross, The Verdict oder Wag the Dog bekannt, liefert mal wieder einen neuen Film ab. Natürlich wie im späteren Abschnitt seiner Karriere üblich, nicht nur als Autor, sondern auch als Regisseur. Dabei hätte man sich durchaus etwas erwarten können, wenn der talentierte Autor sich dem Martial Arts Genre zuwendet, einem Genre, das in den letzten Jahren nicht unbedingt durch Innovationen geglänzt hat. Doch einen Kreativschub sollte man sich auch von Redbelt nicht erwarten, sonst wird man wohl unweigerlich enttäuscht werden.

Denn obwohl der Film ganz klar versucht sich von den Mustern normaler Martial-Arts Filmen abzugrenzen, dabei Methoden des Thrillers beimischt, aber im Endeffekt ganz klar ein ruhiges Charakterdrama bleibt, kann er doch nicht das große Dogma des Genres abschütteln. Denn am Ende muss es, komme was wolle, einen finalen Endkampf geben, und hier kann sich auch Redbelt nicht abgrenzen. Denn obwohl sich der Film die ganze Zeit gegen das Klischee sträubt, und stattdessen völlig gegen die inszenierten Schaukämpfe Partei bezieht, hat er doch nicht den Mut um am Ende den Showdown wegzulassen.

Doch die restliche Zeit über bleibt Mamet seinen Absichten treu, und zeigt einen, laut seinen Vorstellungen, idealen Männertypus, der sich gegen die Welt der Korruption durchsetzt. Diese korrupte und schwache Welt wird in Redbelt natürlich durch das Showbusiness repräsentiert. Dabei fällt es natürlich auf, dass David Mamet die Figuren stark überzeichnet, und auf der einen Seite seine Hauptfigur als makellosen Helden skizziert, gleichzeitig aber auch noch die Geschäftsleute ausschließlich als glatte Geldhaie zeichnet, die keine andere Eigenschaft haben als eben die angesprochene Geldgier.

Dies lässt das Drehbuch etwas abflachen, und gleichzeitig baut sich der Film weitere Hürden, die ihn noch zusätzlich bremsen. Denn um in der filmischen Welt zu bleiben, muss man so manches Drehbuchkonstrukt und so manch offensichtlich konstruierte Wendung hinnehmen, um nicht aus dem Erlebnis geschleudert zu werden. Doch auch wenn man über die Schwächen hinwegsieht, arrangiert sich Redbelt schon fast zu leise und ruhig um eine nachhaltige Wirkung zu erzeugen. Verstärkt wird dieser Eindruck noch zusätzlich durch die nüchterne, fast schon passive Regie, die zwar an sich sinnvoll ist, da die Geschichte so in den Vordergrund gestellt wird (wie es sich für eine Mamet Geschichte auch gehört), doch diese hat eben in Redbelt zu viele Schwächen um durchgehend zu überzeugen.

Fazit:

Redbelt lebt vor allem durch einen wirklich großartigen Chiwetel Ejiofor, der hier wirklich nuanciert und feinfühlig spielt. Auch die Geschichte wäre an sich interessant, und funktioniert auch über weite Strecken, doch leider haben sich so manche konstruierte Situationen und Unglaubwürdigkeiten eingeschlichen, die den Filmgenuss doch bremsen. Redbelt ist somit ein durchaus sehenswerter Film, der aber nicht durchgehend überzeugt, und sich wohl auch nicht allzu lange im Gedächtnis festsetzen wird.


Wertung:

6/10 Punkte

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Liste von sara_van
Erstellt: 19.09.2012