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OT:  Menu Total   -  84 Minuten -  Komödie, Trash 
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Kinostart: 26.09.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Menu Total

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„Die größte Sauerei aller Zeiten“, titelte der Tagesspiegel Berlin. „Wim Wenders ging nach zehn Minuten“, so weiß es das DVD Cover. „Mein bester Film“, meint Regisseur Christoph Schlingensief. Ein Versuch, die mögliche Geschichte in MENU TOTAL zu erzählen: Der junge Joe (Helge Schneider) ist krank, aber seine Eltern und Verwandten kümmert das nicht, denn sie tanzen lieber auf der Wiese Polonaise in Naziuniformen. Joe landet schließlich im Laboratorium bei Dr. De Pen, beim stinkenden Cuca und der im Rollstuhl sitzenden Jungfrau Marta.

Aber eigentlich auch egal, denn MENU TOTAL ist eine frivole Collage aus lebendigen schwarz/weiß Bildern (gedreht auf Super-16 Material), bei der sich wieder einmal bewahrheitet: Wer schreit, hat Recht. Das ist das ewige Schlingensief-Credo, auf das man in all seinen Filmen mehr oder weniger stößt. Alfred Edel (einer der genialsten Schauspieler aller Zeiten, muss an dieser Stelle einfach mal so unkommentiert gesagt werden) frisst und kotzt sich durch den Film, dass es eine wahre Freude ist. Dietrich Kuhlbrodt (geschätzter Filmkritiker) sieht in seiner Uniform nicht nur furchtbar schneidig aus, sondern erklärt in einer denkwürdigen Szene, warum in Nobelrestaurants mehr Menschen ersticken als in weniger vornehmen Lokalen.

Denkwürdige Momente liefert MENU TOTAL ohnehin – gewissermaßen die ganze Speisekarte rauf und runter: Helge Schneider schreit nach seiner Mama, während sich draußen an der Türklingel dramatische Szenen abspielen. Ein immergeiler Herr vergewaltigt die einbandagierte Querschnittgelähmte, die dann doch wie schon der gute Doktor Seltsam wieder gehen kann. Auf der Wiese tanzt und feiert man ausgelassen – oder läuft zu Kriegsgeräusch durch unterirdische Bunker. Die Verfolgungsjagd zwischen Joe auf dem Moped und seinen Eltern (?) im Auto, untermalt zum stilvollen Jazzsoundtrack von Helge Schneider. Oder die Nacht der lebenden Toten, die Helge im Führerkostüm (er konnte es also schon in den 80ern) zujubeln.

Fazit:

Das Dilemma: Eine ältere Generation, die Angst hat vor dem jungen, frischen, neuen und es deshalb zerstören will. So wie der so genannte Neue Deutsche Film in den 80ern am Ende war. MENU TOTAL ist ein gewaltiges Aufbäumen, geil wie ein Orgasmus, abstoßend wie Opas Jauchengrube. Eins sollte klar sein: Es darf gelacht werden bei diesem Film für die ganze Familie.

Wertung:
8/10 Punkte
 

Kinotipp:

Ab 26. September 08 im Stadtkino Wien zu sehen. Am 3. Oktober findet um 20.15 Uhr ein Publikumsgespräch mit Christoph Schlingensief und Neo-Stadtkinochef Claus Philipp statt.

DVD Tipp:

Wer es nicht ins Kino schafft, kann den Film auch auf DVD erwerben und so zu jeder Tages- und Nachtzeit genießen. Die Filmgalerie451 veröffentlichte MENU TOTAL in ihrer Schlingensief-Edition. Als Bonus gibt’s ein spannendes Interview mit Christoph Schlingensief sowie eine ausführliche Presseschau.

Hier gibt es die DVD zu kaufen!

Filmering.at
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