Der Love Guru

OT:  The Love Guru   -  87 Minuten - Komödie 
Der Love Guru
Kinostart: 03.10.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Der Love Guru

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Nach knapp fünfjähriger Leinwandabstinenz meldet sich Mike Meyers, der Schöpfer von solch herrlich absurden Charakteren wie Austin Powers und Wayne Campbell, mit seiner neuesten Kreation zurück: dem Love Guru.

Die Story ist schnell erzählt: der Guru Pitka (Mike Meyers) wird von der Eigentümerin des Eishockeyteams „Toronto Maple Leafs” Jane Bullard (Jessica Alba) engagiert, um das Liebesleben des Starspielers Darren Roanoke (Romany Malco) wieder ins Lot und dessen Team auf die Siegerstraße zu bringen. Nebenbei soll die Versöhnung des Hockeystars dem Guru soviel Prestige einbringen, das er seinen großen Traum erfüllen kann: Ein Auftritt bei der Talkshow-Ikone Oprah, der ihn endlich dazu befähigt, seinem erbitterten Jugend- und zugleich Erzfeind Deepak Chopra den Rang des weltbesten Gurus zu entreißen. Also begibt sich der Liebes-Guru zusammen mit seinem neuen Schützling auf einen Selbstfindungstrip, der nicht nur die Lebenseinstellungen des Eishockeyspielers verändern wird…

Die Komödie ist zweifellos das schwierigste Genre überhaupt, da es, anders als etwa bei generisch kreierten Big-Budget-Actionfilmen, nicht mit großer Ausstattung oder SFX protzen kann, sondern das Publikum durch geschickte emotionale Anregungen so beeinflussen soll, damit es – im besten Fall - ungezwungen lachen kann.
Die in Relation gesehen leichteste Art dieser Beeinflussung ist die Referenz zu (pop-) kulturellen und dem Zeitgeist entsprechenden Themen – natürlich muss auch hierbei ein gewisser Stil bewahrt werden (siehe Disaster Movie, Epic Movie, Meet the Spartans etc.).

Mike Myers, seines Zeichens Ex- Saturday Night Live Comedian, hat mit seinem kreativen Charakter Austin Powers (bzw. dessen Antagonist Dr.Evil) diesen schwierigen Akt vollzogen und zweifellos einen erfolgreichen Angriff auf die Lachmuskeln unternommen. Auch die Vertonung des grünen CGI-Ogers Shrek dürfte zu Myers Popularität nicht wenig beigetragen haben. Die Erwartungshaltung nach fünf Jahren ohne Leinwandauftritt ist natürlich dementsprechend groß, leider enttäuscht der Love Guru auf äußerste.

Die Idee des verrückten Liebesgurus mag ja ganz nett sein, die Umsetzung und die halbgare, uninspirierte Handlung vermag den Charakter auch nicht zu retten: War beispielsweise die Begrüßung bzw. das Mantra Mariska Hargitay (zugleich auch der Name einer Law&Order Schauspielerin) schon zu Beginn eine mehr als irritierende, unlustige Bemerkung, so ist man nach dem gefühlten hundertsten Mal schon etwas genervt. Keiner der dargebotenen Witze funktioniert, mehr als geschmacklose Furz-Einspieler oder abgetragene Wortspiele sind nicht zu finden in The Love Guru. Es scheint fasst so, als ob der Guru selbst der einzige ist, der ein wenig Amüsement aus seinen Bemerkungen schöpfen kann.

Ebenso anstrengenden erweisen sich sämtliche (!) Nebendarsteller bzw. dessen Charaktere: Während man Romany Malco nur durch seine starke Rolle in der TV-Serie Weeds diesen schauspielerischen Fauxpas verzeihen kann, so ist der Auftritt von Justin Timberlake als Malco’s Gegenspieler Jacques „Le Coq“ Grande (der nebenbei noch ein hingebungsvoller Celine Dion-Fan ist, haha) in jeder Hinsicht eine akustische und optische Beleidigung.

Der durch seinen Oscar-Performance als Mahatma Ghandi preisgekrönte Ausnahmeschauspieler Ben Kingsley als sehbehinderter Guru-Mentor Tugginmypudha ist schlichtweg die Krönung des schlechten Geschmacks: Ungustiös, peinlich und unzumutbar sind nur einige Worte, die spontan in den Sinn kommen. Auch die betörende Leinwandpräsenz von Jessica Alba als Objekt der Begierde kann diesem gescheiterten Projekt letztendlich keinen hübschen Anstrich verleihen.

Fazit:
Der Love Guru von Produzent/ Co-Autor und Hauptdarsteller Mike Myers bietet schlechte und billige Unterhaltung, die, gepaart mit einigen unsinnigen Liedpassagen, neben dem (treffend betitelten) Disaster Movie ein weiteres No-Go dieser Kinosaison darstellt. Eine der wenigen positiven Aspekte des Films ist die Laufzeit von unter 90 Minuten, der beste Witz erscheint als Blooper zu Beginn der Credits. Party on, Garth.

Wertung:

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