Penelope (2006)

OT: Penelope - 102 Minuten - Fantasy / Komödie
Penelope (2006)
Kinostart: 25.09.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 04.02.2011
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Filmkritik zu Penelope

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Wie übel Familienflüche sein können, zeigt Regisseur Max Palansky anhand der Geschichte der aus reichem Hause stammenden PENELOPE. Dereinst schwängerte einer ihrer Vorväter eine junge Dienerin, verstieß aber - des öffentlichen Skandals wegen - die Frau und so wurde er mitsamt Familie daraufhin von deren Mutter, einer Zigeunerin, verflucht: Das nächste Mädchen aus der Blutslinie der Familie solle mit einem Schweinegesicht auf die Welt kommen und davon nur durch die wahre Liebe eines adeligen Bräutigams erlöst werden können.

Penelope (Christina Ricci) ist dieses Mädchen – von den Eltern im riesigen Anwesen vor der Öffentlichkeit versteckt, ja für tot erklärt. Vor allem Mutter Jessica (Catherine O’Hara) versucht, mittels Heiratsagentur, einen willigen und adeligen Bräutigam für Penelope zu finden, doch vergebens: Sobald die Männer das Gesicht des Mädchens sehen, nehmen sie Reißaus. Nur der junge Max (James McAvoy) scheint sich tatsächlich aus dem Aussehen Penelopes nichts zu machen. Blöd ist nur: Er ist kein Adeliger und zweitens von einem skrupellosen Reporter engagiert, um ein Foto von der abgeschotteten Penelope zu machen.
Die angespannte Situation zu Hause immer weniger ertragend, büchst die junge Frau eines Nachts aus dem elterlichen Gefängnis aus und beginnt die Welt mit ihren eigenen Augen zu sehen…

Die Rezeptur ist denkbar einfach, die Aufbereitung aber recht peppig: PENELOPE ist ein modernes Märchen, angesiedelt zwischen beinahe feudal anmutenden Familiensitzen und der pulsierenden Großstadt. Wenn diese beiden Welten aufeinanderprallen, ergibt das für den Film nicht nur wunderbare Momente, in denen Penelope mit einem Schal verhüllt durch die Stadt irrt und sich wie Alice im Wunderland fühlt, sondern es zeigt vielmehr auch, dass der Film als Parabel aufs Erwachsenwerden verstanden werden kann: Erst wer die Geborgen- und Sicherheit (letzteres im Film natürlich wunderbar überspitzt) des Elternhauses hinter sich lässt, erfährt, was es heißt, zu „leben“, frei zu sein und in Folge dessen auch zu entdecken, welche Dinge wichtig im Leben sind.

Die Schweinenase ist somit eigentlich nur Mittel zum Zweck, um diesen Selbstfindungsprozess etwas origineller zu gestalten. Durch sie will Autorin Leslie Caveny auf ungewöhnliche Weise darauf aufmerksam machen, dass man sich in unserer Welt etwas zu sehr auf Glanz, Glamour, Oberfläche oder Äußerlichkeit konzentriert. Dinge wie Persönlichkeit oder innere Werte zählen nicht – und selbst Mut zur Hässlichkeit kann belohnt werden, sofern sie skandal- und somit auflagenträchtig ist. Natürlich sollte man auch in dieser Hinsicht keine allzu tiefgründige Abhandlung erwarten – wir befinden uns schließlich immer noch in der – wenn auch real anmutenden – Märchenwelt.

Und die ist halt entgegen allen positiven Absichten recht stereotyp besetzt. Aber eines muss man Christina Ricci doch lassen: Nach BLACK SNAKE MOAN beweist sie erneut, dass sie nicht auf die Rolle des blonden Prinzesschen festgeschrieben werden kann oder will. Eine derartige Wandlungsfähigkeit legen nur wenige junge Schauspielerinnen heute an den Tag – so auch Reese Witherspoon, die in einer kleinen, aber signifikanten Nebenrolle eine völlig neue Seite ihres Talents zeigt.

Fazit:

Vermutlich trifft das unscheinbare und eigentlich vernichtende Adjektiv „nett“ – diesmal wirklich nur in aller positiven Bedeutung gemeint – den Film am ehesten. Von einer ungewöhnlichen Grundidee ausgehend entfaltet sich ein amüsantes Großstadtmärchen mit Witz und Esprit und wenig aber doch vorhandenem Tiefgang. Da kann man es als schade empfinden, dass der Film sich vor allem am Schluss den Gesetzmäßigkeiten des feel-good-movies etwas zu sehr hingibt.


Wertung:

6/10 Punkte

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