![]() ![]() La Bohéme OT: La Bohéme Regie: Robert Dornhelm Drehbuch: Robert Dornhelm Filmstart: 10.10.2008 | Laufzeit: | Opernverfilmung |
Giacomo Puccinis (1858-1924) LA BOHÈME zählt zu den schönsten Opern, die je geschrieben wurden und ist Fixpunkt im Repertoire zahlreicher Opernhäuser. Jeder Klassik- oder Opernfan kennt die tragische Geschichte um Liebe, Armut und Tod. Und hat jetzt Gelegenheit, auf großer Leinwand die Filmversion dieses Spektakels anzusehen. Opernverfilmungen sind per se eine schwierige Sache. Auch in LA BOHÈME gibt es Dinge, die den Puristen unter den Zuschauern und –Hörern negativ auffallen werden: Der Ton stammt beispielsweise nicht live vom Set, sondern aus einer konzertanten Aufführung der Oper in der Münchner Philharmonie im Gasteig. Manche der Darsteller im Film singen dabei nicht einmal selbst.
Robert Dornhelm, eigentlich Dokumentarfilmemacher, konnte zuletzt schon in den TV Produktionen KRIEG UND FRIEDEN und KRONPRINZ RUDOLF sein Gespür für historische Stoffe umsetzen. In LA BOHÈME wagt er keine Modernisierung, sondern hat mit seinem Team in den „Rosenhügel Studios“ bei Wien das Paris des 18. Jahrhunderts zum Leben erweckt. Filmisch hingegen meint er es wohl etwas zu gut, dem Vorwurf einer reinen Theaterverfilmung zu entrinnen: Da gibt es schwarz/weiß Filter (hin und wieder erstrahlen nur die Blumen in Farbe), etwas krude 3-D Animationen, Zeitlupen, und manchmal schon überstrapazierte langsame Überblendungen, bei denen sich gleich mehrere Bildebenen übereinander schieben. Das sieht natürlich alles sehr filmisch aus, ist prinzipiell aber ohne viel Sinn und Verstand eingesetzt. Negativ fällt auch der viel zu schnelle Schnitt auf – vor allem in der Massenszene im 2. Akt kommt da eher Chaos auf, als dass sie wie aus einem Guss wirken würde.
Nein, das wirklich Spannende an LA BOHÈME ist und bleibt die Musik Puccinis, das Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller zu ebendieser und das mit viel Liebe zum Detail entworfene Set. Vielleicht hätte etwas mehr Zeit (der gesamte Film würde in etwa drei Wochen gedreht – insofern ist das Resultat eine echte Meisterleistung) der Produktion ganz gut getan, und man hätte andere Lösungen als filmische Verfremdungseffekte für die visuelle Gestaltung finden können.
Fazit:
Wertung:
6/10 Punkte
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